Kinder in Afrika

Hunger, Krankheit, Kriege: Kinder in Afrika leiden besonders

Sie leiden unter Mangelernährung, können nicht in die Schule gehen und haben keine Aussicht auf eine bessere Zukunft. Viele von ihnen erleben nicht einmal ihren fünften Geburtstag. Die Kinder in Afrika brauchen Hilfe – hier finden Sie Zahlen und Fakten, die uns alle angehen.

Vier von 400 Millionen: Die Kinder in Afrika stellen einen Großteil der Bevölkerung. Dieses Bild wurde  in Gode, Äthiopien, aufgenommen - Foto: Michela Morosini

Über 400 Millionen Kinder leben derzeit auf dem afrikanischen Kontinent – Tendenz steigend. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass sich die Bevölkerung Afrikas bis zum Jahr 2050 auf 2,4 Milliarden Menschen verdoppeln wird. Das entspricht einem Viertel der Weltbevölkerung. 40 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren würden dann Mitte des 21. Jahrhunderts in Afrika leben, so die Prognose.

Kinder in Afrika – zahlreich und mittellos

Schon heute gilt Afrika nach Asien als der Kontinent, in dem pro Jahr die meisten Kinder geboren werden. Der Bevölkerungsanteil der unter 15-Jährigen lag 2010 auf dem ganzen Kontinent bei 41 Prozent. In einigen Ländern Afrikas wie Uganda, Angola, Mali, Niger oder der Demokratischen Republik Kongo sind die Hälfte aller Einwohner noch unter 15 Jahren.
Auch wenn es große regionale und soziale Unterschiede gibt, stellen Kinder in Afrika insgesamt die ärmste Bevölkerungsgruppe dar. Besonders kritisch ist die Lage der Kinder in Afrika in den Ländern Subsahara-Afrikas: 33 der 48 weltweit am wenigsten entwickelten Länder liegen in dieser Region. Die Geburtenrate in diesem Teil Afrikas gehört zu den höchsten überhaupt, tragischerweise die Kindersterblichkeitsrate ebenso.

Kinder in Afrika... leiden unter Hunger und seinen Folgen


Ist das Ärmchen zu dünn? Ein Drittel der Kinder in Afrika leidet unter den Folgen chronischer Mangelernährung:  - Foto: Sylvain Cherkaoui

Die Weltbank schätzt, dass zwischen 45 und 50 Prozent der Bewohner in den Staaten südlich der Sahara unter der Armutsgrenze leben, d. h., sie müssen mit weniger als 1,25 Dollar am Tag auskommen. Damit gilt die Subsahara-Region als ärmste Region der Welt. Der afrikanische Kontinent hat mit 24,8 Prozent außerdem die höchste Zahl an unterernährten Menschen. Mehr als 30 Prozent der Kinder in Afrika leiden unter den Folgen der chronischen Mangelernährung: Körperliche und geistige Entwicklungsstörungen beeinträchtigen ihren Alltag. Sie sind oftmals für ihr Alter zu klein, leiden unter Herzkrankheiten, Nierenschäden und haben ein sehr schwaches Immunsystem, das Durchfallerkrankungen oder eine Lungenentzündung nur sehr schwer abwehren kann. Der dauerhafte Mangel an Nährstoffen führt zudem zu einer verminderten geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit – lebenslang.

Kinder in Afrika... sterben vor dem fünften Geburtstag

Trotz des Millenniumsziels, die Kindersterblichkeit zwischen 1990 und 2015 um zwei Drittel zu senken, stirbt immer noch alle fünf Sekunden ein Kind auf der Welt. Besonders hoch liegt die Kindersterblichkeitsrate in den afrikanischen Staaten Nigeria, Demokratische Republik Kongo und Sierra Leone. Sierra Leone ist das Land mit der höchsten Kindersterblichkeitsrate überhaupt: Von 1000 Lebendgeburten erleben 185 Kinder ihren fünften Geburtstag nicht. Zu den fünf häufigsten Ursachen für den frühen Tod vieler Kinder in Afrika gehören Lungenentzündungen, Durchfallerkrankungen und Malaria sowie Komplikationen während der Schwangerschaft und bei der Geburt.

Kinder in Afrika... wachsen ohne ihre Eltern auf

Ohne Mutter und Vater aufwachsen – das ist für 15 Millionen Kinder in Afrika südlich der Sahara die traurige Realität. Die Krankheit HIV/AIDS hat ihnen einen oder sogar beide Elternteile genommen. Sie leben bei Verwandten oder auf der Straße, ohne ein Zuhause. Viele der Aids-Waisen wurden außerdem bereits im Mutterleib oder während der Geburt bzw. des Stillens mit dem tückischen Virus infiziert. Besonders viele Aids-Waisen leben in den Staaten Südafrika, Kenia, Tansania, Uganda, Mosambik und Simbabwe. Durch eine rechtzeitige Aufklärung und die Einnahme von Medikamenten könnte die Zahl der Neuinfizierungen in Afrika erheblich reduziert werden.

Kinder in Afrika... werden verfolgt, rekrutiert, verletzt und verheiratet

Hunger, Armut, Gewalt und kriegerische Konflikte führen dazu, dass Millionen Kinder in Afrika auf der Flucht sind – allein oder mit ihren Familien. In vielen Ländern des afrikanischen Kontinents herrscht Krieg: Millionen von Kindern wachsen inmitten von Terror und Gewalt unter ständiger Angst auf. In Staaten wie Demokratische Republik Kongo, Tschad, Somalia, Uganda oder Sudan werden nach wie vor Kindersoldaten rekrutiert.


30 Millionen Kinder in Subsahara-Afrika können nicht zur Schule gehen - die Mehrheit davon sind Mädchen - Foto: Benno Neelemann

In den Ländern des westlichen und nordöstlichen Afrikas werden Mädchen beschnitten. Die teilweise oder vollständige Entfernung der Klitoris und der inneren Schamlippen ist schmerzvoll, lebensgefährlich und führt zu irreparablen Schäden wie Inkontinenz, Unfruchtbarkeit oder Harnwegsinfektionen. Infibulierte Mädchen und Frauen werden ihrer sexuellen Erlebnisfähigkeit beraubt und empfinden beim Geschlechtsverkehr starke Schmerzen. Zu den afrikanischen Ländern, in denen die Genitalverstümmelung weit verbreitet ist, gehören Ägypten, Somalia, Dschibuti, Guinea, Mali, Sierra Leone und der Norden des Sudans.

Millionen afrikanischer Mädchen sind in vielen Staaten außerdem durch Zwangsehen bedroht. Die Verheiratung minderjähriger Mädchen ist in vielen afrikanischen Stämmen Tradition. Mädchen im Kindesalter werden als sogenannte "child brides" von ihren Eltern an einen meist sehr viel älteren Mann verheiratet und bekommen viel zu früh eigene Kinder.

Kinder in Afrika… müssen arbeiten, statt zur Schule zu gehen

Grundschulbildung für alle – so lautet das zweite der UN-Millenniumsziele, das aller Voraussicht nach aber bis zum Jahr 2015 nicht erreicht wird. Viele Kinder in Afrika sind vom Schulbesuch ausgeschlossen und tragen stattdessen zum Lebensunterhalt ihrer Familie bei. Experten schätzen, dass insgesamt 30 Millionen Kinder in den Staaten südlich der Sahara keine Schule besuchen. 54 Prozent von ihnen sind Mädchen. Besonders kritisch ist die Situation in Nigeria, Äthiopien und dem Niger. Kinder in Afrika arbeiten auf Plantagen, in Minen, Steinbrüchen oder Fabriken. Oftmals werden sie auch gezwungen, sich zu prostituieren. Die meisten Kinderarbeiter werden ausgebeutet und haben keine Chance, eine Schule zu besuchen, da ihnen weder Zeit noch Kraft zum Lernen bleibt.

Wie die SOS-Kinderdörfer Kindern in Afrika helfen

Seit mehr als 40 Jahren leisten die SOS-Kinderdörfer in Afrika Hilfe. In 46 afrikanischen Ländern gibt es insgesamt 142 SOS-Kinderdörfer, in denen verwaiste und verlassene Kinder ein neues Zuhause finden. Hinzukommen Zusatzeinrichtungen und Entwicklungshilfe-Projekte: Kindergärten, Schulen, Berufsbildungszentren, Familienhilfe-Programme, medizinische SOS-Zentren und Nothilfe-Aktionen. Unterstützen Sie die SOS-Kinderdörfer und sorgen Sie dafür, dass Kinder in Afrika eine bessere Zukunft haben.

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