SOS-Kinderdorf Antsirabe

Im zentralen Hochland von Madagaskar hat die ländliche Bevölkerung keinen Zugang zur Grundversorgung oder zu Sozialleistungen. Diese Umstände gefährden nicht nur die Gesundheit der Kinder, sondern auch ihre Bildung und Chancen auf eine bessere Zukunft.

Kinderarbeit gefährdet gesunde Entwicklung von Kindern

Spielende Kinder im SOS-Kindergarten (Foto: SOS-Archiv)
Spielende Kinder im SOS-Kindergarten (Foto: SOS-Archiv)

Antsirabe liegt im zentralen Hochland von Madagaskar und hat über 200 000 Einwohner. Hier wurde das dritte SOS-Kinderdorf des Landes errichtet, da immer mehr Zuwanderer vom Land in die Elendsviertel am Stadtrand von Antsirabe gezogen waren und dort unter prekären Bedingungen ohne gesicherte Grundversorgung leben mussten. Außerdem bestand die Hoffnung, dass junge Menschen aus den SOS-Familien nach Beendigung ihrer Ausbildung in der Stadt eine Arbeit finden würden.

Antsirabe hatte vor allem dank der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie der Textilbranche ein beständiges Wirtschaftswachstum zu verzeichnen. Die Konjunktur hat jedoch unter der seit 2009 anhaltenden politischen Krise gelitten, und viele Menschen haben ihre Arbeit verloren. Erschwerend kommt hinzu, dass Madagaskar 2009 seinen Anspruch auf Handelspräferenzen aus dem African Growth and Opportunity Act verloren hat. Antsirabe musste erhebliche Auftragseinbrüche hinnehmen.

In den umliegenden ländlichen Gebieten leben die Menschen von der Landwirtschaft, überwiegend vom Reisanbau. Die ländlichen Armutsraten sind in der Region sehr hoch. Die Mehrheit der Haushalte hat keinen Zugang zu fließendem Wasser. Frauen und kleine Mädchen müssen von einer öffentlichen Wasserstelle schwere Eimer Wasser nach Hause tragen. Die Kinderarbeit ist weit verbreitet: in der Stadt arbeiten Kinder als Hausangestellte und verkaufen Kleinwaren, auf dem Land müssen sie das Vieh hüten und auf den Feldern arbeiten. Berichten zufolge ist auch die Kinderprostitution auf dem Vormarsch. Die meisten Kinder müssen aufgrund der Armut ihrer Familien arbeiten und einen Beitrag zum Haushaltseinkommen leisten.

Familienstärkung für ganzheitlichen und nachhaltigen Fortschritt der Gemeinden

SOS-Kinderdorf ist seit dem Jahr 2003 in Antsirabe tätig. In jüngster Zeit haben wir unser Familienstärkungsprogramm in der Region weiter ausgebaut, um so viele notleidende Familien wie möglich zu erreichen. Wir versuchen Familien vor der Zerrüttung zu bewahren, damit Kinder sicher und beschützt in einem liebevollen Zuhause aufwachsen können. Das SOS-Sozialzentrum sichert Kindern den Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung. Für Kinder, die nie eine Schule besucht oder die Schule abgebrochen haben, bietet das Zentrum einen speziellen „Asama“-Kurs, durch den sie innerhalb eines Jahres ihren Grundschulabschluss nachholen können.

Familien werden bei der Einkommensförderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen unterstützt und können bei Bedarf Beratungen und psychologischen Beistand in Anspruch nehmen. Berufstätige Eltern können ihre Kleinkinder in unsere Tagesbetreuung geben. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen setzen wir uns für die Stärkung gemeindebasierter Unterstützungssysteme für notleidende Familien ein.

Unsere Arbeit in Antsirabe

Eine SOS-Familie setzt sich zu einer gemeinsamen Mahlzeit hin (Foto: SOS-Archiv).
Eine SOS-Familie setzt sich zu einer gemeinsamen Mahlzeit hin (Foto: SOS-Archiv).

Das SOS-medizinische Zentrum versorgt insbesondere schwangere Frauen und Kleinkinder. Die Leistungen umfassen darüber hinaus allgemeine Vorsorgeuntersuchungen, Impfprogramme und Krankheitsprävention.

Bis zu 120 Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 12 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Nachbarschaft und sind dadurch bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. In den SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen werden etwa 500 SchülerInnen aus der Region in der Primär- und Sekundarstufe unterrichtet. Wie auch das Sozialzentrum bieten die SOS-Schulen sogenannte „Asama“-Intensivkurse an, in denen ältere Kinder innerhalb eines Jahres ihren Grundschulabschluss nachholen können.

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