SOS-Kinderdorf Mangarano (Tamatave)

Die Ostküste von Madagaskar ist unglaublich fruchtbar, aber aufgrund des tropischen Klimas wird die Region jedes Jahr von Zyklonen getroffen. Die Bewohner leben in ständiger Angst vor der Zerstörung ihrer Existenzgrundlage, und viele Betroffene haben nicht die Mittel, ihre Häuser wieder aufzubauen.

Große Teile der Bevölkerung leiden an Ernährungsunsicherheit

Kinder im SOS-Kindergarten (Foto: SOS-Archiv)
Kinder im SOS-Kindergarten (Foto: SOS-Archiv)

Die Stadt Toamasina (ehemals Tamatave) liegt an der Ostküste Madagaskars am Indischen Ozean und hat über 200 000 Einwohner. Die Betsimisaraka stellen die größte Bevölkerungsgruppe dar, daneben gibt es zahlreiche Einwohner indischer Herkunft, die traditionell wohlhabender waren, was in der Vergangenheit zu wiederholten Spannungen geführt hat. Aufgrund des tropischen Klimas der Provinz Toamasina kommt es in der Regenzeit häufig zu Wirbelstürmen und Überflutungen.

Mehrfach wurde die Stadt komplett durch Zyklone zerstört und musste wieder aufgebaut werden. Im Jahr 2010 wurden 85 000 Menschen durch Zyklon Hubert obdachlos und Reisfelder entlang der gesamten Ostküste überflutet. Diese Unsicherheit erschwert zusätzlich den Weg aus der Armut.

Die Wirtschaft Toamasinas basiert auf der größten Erdölraffinerie des Landes und dem Seehafen. Die Abwertung des madagassischen Francs im Jahr 1994 führte zu einem dramatischen Preisanstieg für Importwaren. Die Mehrheit der lokalen Bevölkerung lebt vom Ackerbau. Das Leben auf dem Land ist sehr hart: aufgrund der Ernährungsunsicherheit sterben jedes Jahr tausende Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung. In der Stadt versuchen viele Menschen, mit dem Ziehen von Rikschas (den sogenannten „Pousse-Pousse“) etwas Geld zum Überleben aufzutreiben.

Die Küstenregion im Osten der Insel wird häufig als “madagassische Riviera” bezeichnet und ist ein beliebtes Ziel für Touristen. Der Tourismus kurbelt zwar die lokale Wirtschaft an, bringt aber auch Probleme mit sich: viele Kinder, die in der Tourismusbranche arbeiten, sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt und werden schlimmstenfalls Opfer sexueller Ausbeutung.

SOS-Sozialzentren für ganzheitlichen und nachhaltigen Fortschritt in der Gemeinde

SOS-Kinderdorf begann seine Arbeit in Mangarano nahe Toamasina im Jahr 1998. In jüngster Zeit haben wir unser Familienstärkungsprogramm stetig ausgebaut, um möglichst viele notleidende Familien zu erreichen. Das Programm zielt darauf ab, die Not zu lindern und die familiäre Stabilität zu festigen, damit Kinder sicher und beschützt in einem liebevollen Umfeld aufwachsen können.

Die Sozialzentren in Mangarano, Morarano und Ankirihiry sichern Kindern den Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung. Wir unterstützen Familien bei der Einkommensförderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen und bieten im Bedarfsfall Beratungen und psychologischen Beistand. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen setzen wir uns für die Stärkung gemeindebasierter Unterstützungssysteme für notleidende Familien ein.

Unsere Arbeit in Mangarano

Jugendliche tragen traditionelle Kostüme (Foto: SOS-Archiv).
Jugendliche tragen traditionelle Kostüme (Foto: SOS-Archiv).

Das SOS-medizinische Zentrum behandelt jeden Monat bis zu 1000 Patienten und bietet speziell schwangeren Frauen und Babies eine ärztliche Betreuung. Darüber hinaus werden Vorsorgeuntersuchungen, Impfprogramme und andere Präventionsmaßnahmen durchgeführt.

Bis zu 125 Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. In den SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen werden etwa 400 SchülerInnen aus dem Kinderdorf und der lokalen Gemeinde in der Primär- und Sekundarstufe unterrichtet.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen und werden bei ihrer Verselbständigung unterstützt.
 

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