SOS-Kinderdorf Khouloum

In jüngster Zeit wurde die malische Bevölkerung von einer Ernährungskrise und einem gewaltsamen Konflikt in Mitleidenschaft gezogen. Durch die hohen Lebensmittelpreise und die extreme Armut sind weiterhin Tausende Familien in Mali gefährdet. Erschwerend kommt hinzu, dass Hunderttausende durch die heftigen Kämpfe im Norden des Landes vertrieben worden sind.

In Kayes leben einige der am stärksten gefährdeten Bewohner von Mali


Geborgen in den Armen seiner Mutter: ein einjähriger Junge und seine SOS-Mutter genießen einen Moment der Ruhe (Foto: J. Honoré)

Die Stadt Kayes, in der das SOS-Kinderdorf Khouloum angesiedelt ist, hat ca. 127 000 Einwohner und liegt etwa 420 km nordwestlich der Hauptstadt Bamako.

Die Lebensbedingungen in Kayes zählen zu den härtesten in ganz Mali. Kinder aus frauengeführten Haushalten, Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen und HIV/AIDS-Infizierte sind besonders gefährdet. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, aber in der Region herrscht große Trockenheit und es gibt nicht immer ausreichend Nahrung. Kayes hat eine der landesweit höchsten Raten an Mangelernährung bei Kindern zu verzeichnen.

Kinder sind auch durch den Mangel an angemessener Bildung und medizinischer Versorgung gefährdet. Viele gehen nicht zur Schule, weil sie Geld verdienen oder ihre kleineren Geschwister betreuen müssen, während die Eltern arbeiten. Aufgrund des Mangels an Beschäftigungsmöglichkeiten ziehen viele Väter auf der Suche nach Arbeit in andere Landesteile. Kinder, die in frauengeführten Haushalten aufwachsen, sind besonders gefährdet, vor allem wenn sie nicht durch eine Großfamilie unterstützt werden.

In dieser Region sind Mädchen ganz besonders gefährdet: häufig werden sie bereits in jungen Jahren verheiratet. Dann gehen sie nicht mehr zur Schule und bekommen sehr früh eigene Kinder. Frühe Schwangerschaften führen oft zu Komplikationen, und aufgrund des Mangels an angemessener medizinischer Versorgung ist die Rate der Säuglings- und Müttersterblichkeitsrate sehr hoch.

SOS-Kinderdorf verstärkt weiter seine Bemühungen in der Region

Aufgrund der hohen Zahl der Kinder, die auf Unterstützung angewiesen sind, ist SOS-Kinderdorf seit 2011 in Kayes tätig. Wir leiten ein Familienstärkungsprogramm zur Unterstützung von Familien, die von Zerrüttung bedroht sind. Wir arbeiten mit lokalen Behörden und anderen Organisationen zusammen, damit Eltern ihren Lebensunterhalt verdienen und ihre Kinder versorgen können. Darüber hinaus sichern wir Kindern den Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung.

Im Jahr 2012 wurde Kayes von einer schweren Nahrungsmittelkrise getroffen. SOS-Kinderdorf startete ein Nothilfeprogramm für die Hungernden. Neben der direkten Lebensmittelhilfe für Familien leisteten wir den Bauern Unterstützung beim Nahrungsmittelanbau für ihre zukünftige Versorgung. Dabei konzentrierten wir uns auf die am meisten gefährdeten Menschen: Kinder unter fünf Jahren, Schwangere und stillende Mütter.

Darüber hinaus bieten die SOS-Familien Kindern ohne elterliche Fürsorge ein liebevolles Zuhause. Zu Anfang wohnten diese Familien in gemieteten Unterkünften, bis sie nach der Fertigstellung des SOS-Kinderdorfs ihre eigenen Häuser beziehen konnten.

Unsere Arbeit in Khouloum


Bildung beginnt zuhause: eine SOS-Mutter teilt ihre Liebe zu Büchern (Foto: B. Alou Kone)

Das SOS-Kinderdorf Khouloum bietet bis zu 150 Kindern in 15 Familien ein liebevolles Zuhause. Die Kinder wachsen gemeinsam mit ihren Brüdern und Schwestern auf und werden von ihrer SOS-Mutter fürsorglich betreut. Sie knüpfen enge Bindungen innerhalb der Familie und mit anderen Mitgliedern der Dorfgemeinschaft, was für ihre Entwicklung von grundlegender Bedeutung ist.

Die kleineren Kinder aus dem Kinderdorf und der Nachbarschaft besuchen zusammen den SOS-Kindergarten. Dadurch sind die Kinder aus den SOS-Familien bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. Ältere Kinder werden in den SOS-Grund- und Sekundarschulen unterrichtet.
 

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