SOS-Kinderdorf Sanankoroba (Bamako)

In jüngster Zeit wurde die malische Bevölkerung von einer Ernährungskrise und einem gewaltsamen Konflikt in Mitleidenschaft gezogen. Durch die hohen Lebensmittelpreise und die extreme Armut sind weiterhin Tausende Familien in Mali gefährdet. Erschwerend kommt hinzu, dass Hunderttausende durch die heftigen Kämpfe im Norden des Landes vertrieben worden sind.

Kinder in ländlichen Gebieten sind besonders gefährdet


Der SOS-Mutter beim Kochen zuzuschauen, ist für das Kind ein ganz besonderer Moment (Foto: J. Honoré).
Die Kleinstadt Sanankoroba liegt 30 km südlich der malischen Hauptstadt Bamako. In dieser ländlichen Region gibt es zahlreiche Dörfer, die auf unsicheren Straßen nur schwer zu erreichen sind. Die Menschen leben von der Landwirtschaft - einige können Baumwolle zum Verkauf anbauen, aber die meisten Familien haben kaum genügend Lebensmittel, um sich selbst zu ernähren. Aufgrund der häufigen Dürren herrscht ständiger Wassermangel. Die Familien aus der Region haben nur begrenzten Zugang zu Wasserausgabestellen. Viele junge Menschen wachsen ohne medizinische Versorgung und Bildung auf.

In jüngster Zeit wurde auch Sanankoroba von der politischen Instabilität des Landes getroffen. Im März 2012 wurde Präsident Touré durch einen Militärputsch gestürzt, während Rebellen den Norden des Landes einzunehmen versuchten. Hunderttausende Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Viele flohen in den Süden, darunter auch nach Sanankoroba.

Im April 2012 mussten die 140 Kinder und MitarbeiterInnen des SOS-Kinderdorfs Socoura im Norden des Landes nahe Mopti evakuiert und in die beiden südlich gelegenen SOS-Kinderdörfer Kita und Sanankoroba umgesiedelt werden. Sie wurden in SOS-Familien aufgenommen und besuchten die lokalen SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen und den Kindergarten. Die evakuierten Kinder kehrten im Juli 2013 in das SOS-Kinderdorf Socoura zurück.

SOS-Kinderdorf verstärkt weiter seine Bemühungen in der Region

Das SOS-Familienstärkungsprogramm in Sanankoroba unterstützt die Menschen aus der lokalen Bevölkerung und sichert Kindern den Zugang zu Bildung, ausreichend Nahrung und medizinischer Versorgung. Wir bieten Eltern Unterstützung und Lehrgänge zur Einkommensförderung sowie zum Ausbau der elterlichen Kompetenzen. Kinder und Erwachsene können Beratungen und psychologischen Beistand in Anspruch nehmen, und für Kinder, deren Eltern arbeiten oder an Alphabetisierungsprogrammen teilnehmen, gibt es das Angebot der Tagesbetreuung.

Unser Sozialzentrum in Bamako liegt 30 km vom SOS-Kinderdorf entfernt und bietet den dortigen Kindern die gleiche Unterstützung. Wir arbeiten mit lokalen Organisationen zusammen, um so viele notleidende Familien wie möglich zu erreichen. Im Jahr 2012 führten wir ein Nothilfeprogramm durch, um die Opfer der Hungerkrise in der Sahelzone mit Nahrung zu versorgen. Aufgrund der steigenden Zahl von Kindern, die Unterstützung benötigen, sind unsere Bemühungen in der Region nach wie vor dringend erforderlich.

Unsere Arbeit in Sanankoroba


Fröhliche Kinder gehen nach einem Tag im SOS-Kindergarten nach Hause (Foto: E. Lavenac).
Das SOS-Kinderdorf Sanankoroba wurde im Jahr 1987 eröffnet und bietet seither gefährdeten Kindern ein sicheres und liebevolles Zuhause. Heute werden bis zu 150 Kinder ohne elterliche Fürsorge aus der Region in 15 SOS-Familien gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern liebevoll betreut.

Die Kinder aus dem Kinderdorf und der Nachbarschaft besuchen zusammen den SOS-Kindergarten. Dadurch sind sie bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. Danach werden sie in den SOS-Schulen in Sanankoroba in der Primär- und Sekundarstufe unterrichtet.

Während der gewaltsamen Kämpfe blieben alle drei SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen in Mali geöffnet und nahmen zusätzliche Kinder auf, von denen viele aus den Konfliktgebieten des Landes gekommen waren. Wir versuchten, den Kindern trotz ihrer schwierigen Lage ein Gefühl von Sicherheit zu geben, in dem sie weiter die Schule besuchen konnten.

Wenn junge Menschen ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, erhalten sie weiter unsere Unterstützung. Die jungen Erwachsenen leben in getrennten Häusern für Mädchen und Jungen und werden auf ihrem Weg in die Selbständigkeit von ausgebildeten Jugendpädagogen begleitet und unterstützt.

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