Mauritius

Wie die SOS-Kinderdörfer in Mauritius helfen

Obwohl der Inselstaat Mauritius politische und wirtschaftliche Stabilität genießt, leben nach wie vor viele Menschen am unteren Ende der soziökonomischen Leiter. Der Kinderhandel und die Kinderarbeit zählen zu den größten Problemen des Landes. SOS-Kinderdorf setzt sich für den Schutz der schwächsten Kinder und Jugendlichen auf Mauritius ein.
Kinder spielen im SOS-Kinderdorf Bambous  (Foto: SOS-Archiv).
Kinder spielen im SOS-Kinderdorf Bambous (Foto: SOS-Archiv).

Die Republik Mauritius ist eine Insel im Indischen Ozean und liegt vor der Küste Afrikas. Experten haben das Land als soziale und wirtschaftliche Erfolgsgeschichte Afrikas bezeichnet. Regelmäßig finden demokratische Wahlen statt und die Menschenrechte werden gewahrt und geschützt.

Die Wirtschaft des Landes basierte in der Vergangenheit auf dem Zuckerrohranbau, in den letzten Jahrzehnten hat sie sich jedoch diversifiziert. Die Erzeugung von Textilien und textilnahen Produkten begann in den 70er Jahren. Die palmengesäumten Strände des Landes ziehen jedes Jahr Tausende von Besuchern aus der ganzen Welt an, wodurch der Tourismus eine weitere wichtige Säule der Wirtschaft geworden ist.

Mauritius wird vielfach für seine reiche Flora und Fauna bewundert. Einige der heimischen Pflanzen wachsen nirgendwo anders auf der Welt. Aufgrund seiner Geschichte war Mauritius schon immer ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen und ethnischer Bräuche.

Der Menschenhandel stellt nach wie vor ein großes Problem dar

Seit seiner Unabhängigkeit hat sich Mauritius von einem Land mit niedrigem Einkommen und einer landwirtschaftlich basierten Wirtschaft zu einer Nation mittleren Einkommens mit einem diversifizierteren Wirtschaftssystem entwickelt. Die Säuglingssterblichkeitsraten sind gesenkt worden, die Bevölkerung hat Zugang zum Gesundheitssystem, Malaria und Polio sind ausgerottet worden, und fast alle Menschen können sich mit sauberem Trinkwasser versorgen.

Nach Angaben des Statistischen Zentralamtes sind auch die Fertilitätsraten in den letzten Jahren merklich gesunken, während die Lebenserwartung gestiegen ist. Dennoch leben immer noch viele Menschen auf der Insel in Armut, es kommt weiter zu Gewalt gegen Frauen, und es gibt zahlreiche Kinder, die aufgrund ihrer Armut ohne elterliche Fürsorge aufwachsen oder aufgrund ihrer Behinderung unter sozialer Ausgrenzung leiden. In diesem tropischen Paradies leben nach wie vor viele benachteiligte und arme Menschen, vor allem in den ländlichen Regionen.

Die Entwicklungssituation eines Landes wird auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren analysiert und beurteilt. Laut HDI liegt Mauritius derzeit auf Platz 80 von 187 Ländern. HIV/AIDS ist in Mauritius nicht so weit wie in den meisten anderen afrikanischen Ländern verbreitet; laut UN-AIDS-Bericht aus dem Jahr 2010 sind in Mauritius derzeit etwa 8000 Menschen mit HIV/AIDS infiziert.

Kinder sind in Gefahr von Ausbeutung

Dank SOS-Kinderdorf können die zwei jungen Männer in die Schule gehen  (Foto: SOS-Archiv)
Dank SOS-Kinderdorf können die zwei jungen Männer in die Schule gehen (Foto: SOS-Archiv)

Eine Reihe von Indikatoren belegt deutlich, welche Fortschritte Mauritius beim Kinderschutz erzielt hat. Die Säuglingssterblichkeitsrate wurde von 15,3 pro 1000 Lebendgeburten im Jahr 2007 auf 10,9 im Jahr 2013 gesenkt, es gibt einen gesicherten Zugang zum allgemeinen Bildungssystem, und zahlreiche Infektionskrankheiten sind praktisch ausgerottet worden.

Die Verfassung des Landes verbietet eindeutig Zwangsarbeit und Sklaverei. Obwohl die Regierung von Mauritius den gesetzlichen Rahmen zur Bekämpfung der Kinderarbeit deutlich verschärft hat, ist die kommerzielle Ausbeutung von Minderjährigen noch nicht vollständig abgeschafft worden. Es gab Fälle von zehnjährigen oder sogar noch jüngeren Mädchen, die zur Prostitution gezwungen wurden.

Die Prävalenz der Kinderarbeit ist zwar verhältnismäßig gering, aber dennoch arbeiten Kinder in der Landwirtschaft, verkaufen Kleinwaren oder müssen Hausarbeiten verrichten. Viele dieser Kinder sind riskanten Arbeitsbedingungen ausgesetzt und müssen gefährliche Maschinen bedienen. Mauritius ist auch heute noch ein Land, in dem Kinder Opfer von sexueller Ausbeutung werden. Junge Mädchen aus verschiedenen Landesteilen, vor allem von der Insel Rodrigues, werden sowohl in Mauritius als auch im Ausland zur Prostitution gezwungen.

Auch die Vernachlässigung von Kindern ist in Mauritius nach wie vor ein großes Problem. Zu den Hauptgründen zählen Armut und neue Lebenspartner der Eltern. In den letzten Jahren ist die Zahl der Straßenkinder auf der Insel gestiegen. Straßenkinder sind in hohem Maße körperlichem und sexuellem Missbrauch sowie Vernachlässigung und Gewalt ausgesetzt.
 

SOS-Kinderdorf in Mauritius

Seit 1992 arbeitet SOS-Kinderdorf arbeitet in Mauritius.

Familienstärkung: Seit dem Jahr 2004 bietet SOS-Kinderdorf Familienstärkungsprogramme an, um bestehende familiäre Bindungen zu stärken und den, vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedrohten Kinder das Aufwachsen in einer liebevollen familiären Umgebung zu ermöglichen. 2014 profitieren fast 900 Kinder von unseren Hilfsprogramme in Bambous, Beau Bassin und Curepipe.

Betreuung in Familien: Kinder ohne elterliche Betreuung, finden in einer der SOS-Kinderdorf-Familien in Bambous und Beau Bassin ein liebevolles Zuhause.

Unterstützung junger Menschen: Unsere SOS-Jugendprogramme bieten jungen Menschen Unterstützung, bis sie in der Lage sind, unabhängig zu leben. Wir gewährleisten, dass sie die richtige Art von Ausbildung erhalten, so dass sie einen Job finden können.

Bildung: Wir bieten Vorschulerziehung für junge gefährdete Kinder. Das SOS-Berufsbildungszentrum bildet junge Menschen aus, damit sie einen Job finden können.

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    Schenken Sie Not leidenden Kindern eine Zukunft: Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Afrika - helfen Sie mit Ihrer Spende oder Patenschaft!

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