SOS-Kinderdorf Chimoio

Trotz des Wirtschaftswachstums und des Reichtums an natürlichen Ressourcen leben die meisten Mosambikaner von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag. Hier in der Provinz Manica leiden Tausende Kinder an Armut und der hohen HIV/AIDS-Prävalenzrate.

Subsistenzbauern geraten zunehmend in Not


Kinder des SOS- Kindergarten spielen zusammen (Foto: SOS-Archiv)
Chimoio ist die Hauptstadt der Provinz Manica, die sich über die Zentralregion von Mosambik erstreckt und im Westen an Simbabwe grenzt. Chimoio hat etwa 80 000 Einwohner. Die meisten Menschen in der Provinz Manica leben von der Landwirtschaft, hauptsächlich werden Obst und Gemüse angebaut. Die Region wird immer wieder von Überflutungen heimgesucht; jedes Jahr sind Tausende Menschen betroffen. Häuser, die auf Erosionsflächen stehen, werden von den Fluten mitgerissen. Die Nahrungsmittelknappheit steigt, und das Trinkwasser, das meist aus Brunnen stammt, wird häufig verunreinigt.

Ein anderes Problem der landwirtschaftlich geprägten Regionen Mosambiks ist das Phänomen des „Landraubs“. Ausländische Unternehmen kaufen zunehmend große Flächen an Ackerland, um aus dem erwarteten Anstieg der Weltmarktpreise für Nahrungsmittel Gewinne zu schlagen. Etwa 21 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Mosambiks sind heute in ausländischer Hand. Viele versprechen sich von den Investitionen neue Arbeitsplätze und mehr Wohlstand. Stattdessen wird die Existenz der Subsistenzbauern bedroht; die Armutsraten steigen weiter.

Nicht alle Kinder in der Region erhalten Schutz und Bildung

Die Provinz Manica hat eine der landesweit höchsten HIV/AIDS-Prävalenzraten zu verzeichnen. Bis zu 25 Prozent der Bevölkerung sind mit dem Virus infiziert. Zahlreiche Kinder haben bereits die elterliche Fürsorge verloren. Häufig werden sie in Pflegefamilien unterbracht, in denen sie Gefahr laufen, misshandelt oder als Haushaltshilfen ausgebeutet zu werden. Alternative Betreuungsmöglichkeiten stehen meist nicht zur Verfügung.

Kinder, deren Eltern an HIV/AIDS leiden, brechen häufig die Schule ab, weil sie sich um ihre kranken Eltern oder Verwandten kümmern müssen oder stigmatisiert werden. Bildung ist nicht nur der Schlüssel zu besseren Zukunftsaussichten und die Chance auf ein Durchbrechen des Armutszyklus, sondern auch für den Kampf gegen HIV/AIDS. Junge Menschen müssen sensibilisiert und aufgeklärt werden, damit sie sich vor einer Ansteckung schützen können.

In jüngster Zeit sind zahlreiche Simbabwer auf der Suche nach Arbeit meist illegal über die Grenze nach Manica gekommen, darunter viele unbegleitete Kinder. Wenn sie keine Papiere haben, sind sie zahlreichen Gefahren ausgesetzt, darunter kommerzieller oder sexueller Ausbeutung. Viele haben keinen Zugang zu Bildung oder Sozialleistungen.

Unsere Arbeit in Chimoio


Eine SOS-Familie (Foto: SOS-Archiv)
Dank des Grundstücks, das die Gemeindeverwaltung unserer Organisation kostenlos zur Verfügung gestellt hat, und einer großzügigen Spende des international bekannten Romanautors Henning Mankell konnte das SOS-Kinderdorf Chimoio im Jahr 2011 seine Arbeit aufnehmen. Die Umgebung von Chimoio ist von extremer Armut geprägt. Die HIV/AIDS-Prävalenzrate ist sehr hoch; zahlreiche Kinder haben bereits die elterliche Fürsorge verloren und kämpfen auf der Straße um ihr Überleben. Daher gibt es einen großen Bedarf an familiennaher Betreuung für notleidende Kinder.

Betreuung in Familien: Im Kinderdorf finden bis zu 110 Kinder ein liebevolles Zuhause. In zehn SOS-Familien werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von ihrer SOS-Mutter fürsorglich betreut.

Familienstärkungsprogramme: Das SOS-Sozialzentrum in Chimoio leitet ein Familienstärkungsprogramm für die lokale Bevölkerung. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde und anderen Organisationen sorgt das Zentrum für Ernährungssicherheit, medizinische Versorgung und Bildung. Wir helfen Familien beim Hausbauen. Im Bedarfsfall werden Kleider, Decken, Schulmaterialien und Medikamente zur Verfügung gestellt oder Schulstipendien vergeben.

Bildung: Im SOS-Kindergarten in Chimoio erhalten bis zu 60 Kinder Betreuung und Vorschulunterricht. Später besuchen sie die nahegelegenen Grund- und Sekundarschulen und sind dadurch bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert.

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