SOS-Kinderdorf Windhoek

Windhoek wird häufig als sauberste und sicherste Stadt in Afrika gepriesen, leidet aber dennoch an zahlreichen sozialen Problemen. Die Kluft zwischen arm und reich ist sehr groß, die Arbeitslosenrate ist hoch, und der Kampf gegen die grassierende HIV/AIDS-Epidemie ist noch lange nicht gewonnen.

Mangel an Infrastruktur für eine wachsende Bevölkerung


Kleines Mädchen wächst im SOS-Kinderdorf Windhoek auf (Foto: SOS-Archiv). 
Windhoek ist die Hauptstadt von Namibia und mit seinen rund 380 000 Einwohnern zugleich die größte Stadt und das soziale, wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum des Landes. Windhoek liegt auf einer Höhe von 1728 m über dem Meeresspiegel in zentraler Lage.

Die Folgen der Apartheid sind auch heute noch in dieser nach wie vor geteilten Stadt spürbar. In den 1950er Jahren wurde die schwarze Bevölkerung der Stadt aus dem historischen Stadtzentrum vertrieben und in die Außenbezirke umgesiedelt. Die Betroffenen nannten die Gebiete „Katatura”– der Ort, an dem wir nicht leben möchten. Heute hat Katatura mehr als 70 000 Einwohner und ist aufgrund des Zustroms an Binnenmigranten auf der Suche nach Arbeit und Beschäftigung in stetigem Wachstum begriffen. Die Lebensbedingungen sind in den letzten Jahren verbessert worden, und heute haben fast alle Bewohner Strom, fließendes Wasser und sanitäre Einrichtungen. Einige haben das Gebiet sogar in „Matatura“ umbenannt – der Ort, an dem wir leben möchten. Dennoch sind die Arbeitslosenraten extrem hoch und liegen bei geschätzten 80 Prozent, was wiederum zu einem Anstieg der Gewalt führt. Die Lebensbedingungen in anderen Teilen von Windhoek sind ebenfalls schwierig. Das jährliche Bevölkerungswachstum der Stadt liegt bei etwa vier Prozent. Diese Migranten sind meist verarmt und finden nur selten eine Arbeit. Das stetige Bevölkerungswachstum bereitet der Stadt große Probleme.

Soziale Ungleichheit in Windhoek deutlich spürbar

Namibia gehört zu den Ländern mit der weltweit größten Ungleichverteilung des Wohlstandes, und das Phänomen der „Armut inmitten der Fülle“ ist in Windhoek deutlich sichtbar. Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung Namibias verfügen über mehr als 50 Prozent des Gesamteinkommens, während die ärmsten zehn Prozent mit nur gut einem Prozent auskommen müssen. Folglich gibt es eine enorme Chancenungleichheit für Kinder aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft.
Ein weiteres Problem der Bevölkerung von Namibia ist die extrem hohe HIV/AIDS-Prävalenzrate, die zu den sechs höchsten der Welt gehört. Das Virus ist nach wie vor die häufigste Todesursache von Kindern und Erwachsenen. In jüngster Zeit haben mehr Menschen antiretrovirale Medikamente erhalten. Dennoch gab es im Jahr 2012 landesweit bereits 76 000 Aidswaisen.

Unsere Arbeit in Windhoek


Kinder lernen zusammen im SOS-Kindergarten (Foto: SOS-Archiv).
SOS-Kinderdorf begann im Jahr 1985 seine Unterstützung für gefährdete Kinder in Windhoek. Heute leitet das SOS-Sozialzentrum ein Familienstärkungsprogramm für die lokale Bevölkerung. Das Programm unterstützt Familien aus der Gemeinde, damit ihre Kinder Nahrung, Kleidung und eine Unterkunft erhalten, zur Schule gehen und dem Unterricht folgen können. Das Sozialzentrum bietet darüber hinaus medizinische Versorgung, Beratungen und psychologischen Beistand sowie Unterstützung für Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind.

Bis zu 120 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in bis zu 12 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde, schließen Freundschaften und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. In der SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule in Windhoek werden etwa 500 SchülerInnen aus dem Kinderdorf und der lokalen Gemeinde unterrichtet.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte können sie ihre Zukunft planen, Verantwortung zu übernehmen lernen und sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten.
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