SOS-Kinderdorf Dosso

Die Region Dosso zählt zu den ärmsten und trockensten Gegenden im Niger. Das Land leidet an chronischer Nahrungsmittelunsicherheit und extrem hohen Armutsraten. Das Aufwachsen in Dosso bedeutet einen täglichen Überlebenskampf, da für Zehntausende junger Nigrer Bildung, ausreichend Nahrung und menschenwürdige Behausungen unerreichbar sind.

Der Natur ausgeliefert

Spielende Kinder (Foto: SOS-Archiv)
Spielende Kinder (Foto: SOS-Archiv)

Dosso ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz südöstlich der Landeshauptstadt Niamey und hat 45 000 Einwohner. Die Wirtschaft des Niger basiert größtenteils auf der Subsistenzlandwirtschaft, der Viehzucht, dem Uranbergbau und dem informellen Sektor.

Tausende von Eltern mussten hilflos zusehen, wie ihre Kinder verhungern. Die Unterernährung von Kindern ist im Niger weiter verbreitet als in jedem anderen afrikanischen Land. Die Region Dosso leidet an zunehmender Versteppung und extremer Bodendegradation und weist daher sehr hohe Armutsraten auf. Die klimatischen Verhältnisse sind ungünstig, es mangelt an Niederschlägen.

Häufige Dürren und Heuschreckenplagen machen die Nahrungsmittelunsicherheit zu einem der größten Probleme für die Entwicklung in und um Dosso. Während der Dürreperioden reicht der Ertrag der Ernten nur für wenige Monate, und die lokale Bevölkerung hat kein Geld, um Nahrungsmittel zu kaufen. Viele Familien nehmen ihre Kinder aus der Schule und schicken sie stattdessen arbeiten, weil sie auf das zusätzliche Einkommen angewiesen sind, das sie nach Hause bringen.

Im Niger lebt die Mehrheit der Armen auf dem Land. Dosso und Maradi leiden an besonders hohen Armutsraten. Etwa zwei Drittel der armen Bevölkerung des Niger sind in diesen beiden Regionen ansässig. Obwohl die Regierung die Verbesserung der Gesundheit von Mutter und Kind zu einer ihrer höchsten Prioritäten erklärt hat, zeigen die Zahlen nach wie vor ein besorgniserregendes Bild.

Die Kindersterblichkeit ist in Dosso höher als in fast jedem anderen Landesteil. Die extrem hohe Sterblichkeitsrate der unter Fünfjährigen ist eng mit der hohen Zahl der Malariainfektionen verbunden. Malaria ist im ganzen Land weit verbreitet und für ca. die Hälfte aller Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren verantwortlich. Darüber hinaus leidet die Region an den Folgen der Wirtschaftsmigration, da viele junge Nigrer auf der Suche nach einem besseren Leben die Region Dosso verlassen und nach Nigeria auswandern.

Armut und hohe HIV/AIDS-Infektionsraten fordern im Niger einen hohen Tribut

Die Tätigkeit von SOS-Kinderdorf begann im Niger in den 1970er Jahren. Aufgrund der Armut leiden zahlreiche Familien in der Region Dosso an Zerrüttung. Neben der HIV/AIDS-Pandemie und der Abwanderung, unter der die Kinder des Landes leiden, haben viele Eltern schlichtweg nicht genügend finanzielle Mittel, um ihre Kinder aufzuziehen und zu beschützen. Zahlreiche Waisenkinder wachsen ohne elterliche Fürsorge und Unterstützung auf. Angesichts Zehntausender hilfsbedürftiger Kinder in der Region beschloss unsere Organisation den Bau eines SOS-Kinderdorfs in Dosso.

Unsere Arbeit in Dosso

Eine Lehrerin hilft einem kleinen Mädchen im SOS-Kindergarten in Dosso (Foto: SOS-Archiv).
Eine Lehrerin hilft einem kleinen Mädchen im SOS-Kindergarten in Dosso (Foto: SOS-Archiv).

Das SOS-Kinderdorf Dosso ist sehr gut in die umliegende Gemeinde integriert und wird von der lokalen Bevölkerung für seine Dienste hoch geschätzt.

Zu unseren Angeboten zählen ein liebevolles Zuhause für Kinder ohne elterliche Fürsorge, medizinische Versorgung, Bildung und Beratungsstellen. Das SOS-Kinderdorf umfasst 12 SOS-Familien, in denen bis zu 120 Kinder von einer liebevollen SOS-Mutter betreut werden können, sowie einen Kindergarten. Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert.

Unser SOS-Sozialzentrum bietet den Menschen aus der Region Beratungen und psychologischen Beistand durch ausgebildete Fachkräfte. Bildung zählt eindeutig als Grundvoraussetzung für ein Leben in Selbständigkeit. Daher erhalten ca. 200 SchülerInnen an der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule in Dosso qualitativ hochwertigen Unterricht.
 

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