SOS-Kinderdorf Gwagwalada

Nigeria ist reich an natürlichen Ressourcen, aber der Wohlstand des Landes ist extrem ungleich verteilt. Die jahrzehntelange militärische Herrschaft hat zu einer Machtkonzentration in den Händen einer kleinen Elite, zu Korruption und einer starken Abhängigkeit von globalen Ölpreisen geführt. Armut bedeutet nicht nur geringe Löhne, sondern auch Mangel an Chancengleichheit und Hoffnung für die Zukunft.

Das ganze Land leidet an zunehmender Gewalt


Kinder in unserer Obhut wachsen mit ihren Brüdern und Schwestern auf (Foto: SOS-Archiv).
Das SOS-Kinderdorf Gwagwalada liegt westlich der nigerianischen Hauptstadt Abuja in einem der fünf Vorstadtbezirke, die zur Landeshauptstadt gehören. Während Lagos auch heute noch das Wirtschaftszentrum Nigerias ist, wurde Abuja 1991 zur Hauptstadt erklärt, um eine zentral gelegene und neutrale Schaltstelle der Macht einzurichten. Abuja ist eine künstlich angelegte Planstadt und hat derzeit rund 780 000 Einwohner.

Obwohl Abuja zu den reichsten Städten Afrikas gehört, herrscht in den Außenbezirken und im Umland große Armut. In der Hauptstadt ist die Ungleichverteilung der Einkommen deutlich sichtbar. Als Anfang 2012 die Treibstoffsubventionen gekürzt wurden und die Preise sich fast verdoppelten, kam es im ganzen Land zu Protesten.

Aufgrund der zunehmenden Aktivitäten der islamischen Boko Haram-Miliz, die die Regierung stürzen und das Gesetz der Scharia in Nigeria einführen will, ist das Land von zunehmender Unsicherheit geprägt. Boko Haram war zuerst im Norden des Landes aktiv, breitet sich aber derzeit nach Süden aus. Hunderte Menschen sind durch die Bombenanschläge der Milizen ums Leben gekommen. Darunter waren Selbstmordattentate auf das Polizeihauptquartier und die Vertretung der UN in Abuja. Tausende Nigerianer mussten bereits aus ihrer Heimat flüchten. Die Gewalt ist durch christliche Vergeltungsschläge auf Moscheen weiter eskaliert.

Kinder, junge Menschen und Frauen sind sozial benachteiligt


Die landesweiten Armutsraten steigen weiter, die Kluft zwischen arm und reich wird immer größer. Junge Menschen ohne Zukunftsperspektiven werden leicht in Gewalt und Verbrechen verstrickt.

Viele erst zwei- oder dreijährige Kinder betteln auf den Straßen von Abuja, um ganze Familien zu ernähren. Diese Kinder besuchen keine Schule und werden aller Wahrscheinlichkeit nach auch als Erwachsene mit ihren eigenen Familien auf der Straße leben. Obwohl die Einschulungsraten landesweit deutlich gestiegen sind, können nur 65 Prozent der jungen Frauen zwischen 15 und 24 Jahren lesen und schreiben, und nur 54 Prozent besuchen eine weiterführende Schule.

Lediglich rund 17 Prozent der nigerianischen Frauen benutzen Verhütungsmittel, und 39 Prozent sind vor Erreichen des 18. Lebensjahres verheiratet. Die weibliche Genitalverstümmelung ist nach wie vor gängige Praxis und die häusliche Gewalt weit verbreitet.

Unsere Arbeit in Gwagwalada


Kinder aus der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule präsentieren ihr Batik-Projekt  (Foto: SOS-Archiv)
Das SOS-Kinderdorf Gwagwalada in Abuja wurde im Jahr 2007 eröffnet.

Heute leitet das SOS-Sozialzentrum ein Familienstärkungsprogramm für die notleidende Gemeinde. Wir stellen sicher, dass Kinder ausreichend Nahrung, Bildung und medizinische Versorgung erhalten, helfen Familien bei der Einkommensförderung, fördern den Ausbau der elterlichen Kompetenzen und stärken die gemeindebasierten Unterstützungssysteme für gefährdete Kinder und ihre Familien. Die Sozialzentren bieten medizinische Grundversorgung, HIV/AIDS-Prävention, Sexualkunde, Workshops über reproduktive Gesundheit und Alphabetisierungskurse für Erwachsene. Zusätzlich werden Mikrokredite vergeben.

Bis zu 120 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in 12 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde. Etwa 210 SchülerInnen aus dem Kinderdorf und der Nachbarschaft werden in der SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule unterrichtet. Dadurch sind die Kinder aus den SOS-Familien bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert


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