SOS-Kinderdorf Owu-Ijebu

Der Staat Ogun grenzt im Westen an den Benin und wird daher häufig als „Tor zu Nigeria“ bezeichnet. Die Regierung kämpft um die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Bevölkerung. SOS-Kinderdorf leistet gemeinsam mit lokalen Behörden und Organisationen Unterstützung für notleidende Familien.

Mangel an ländlicher Infrastruktur gefährdet Gesundheit und Wohl der Menschen


Kinder spielen in der Sicherheit des SOS-Kinderdorfs (Foto: SOS-Archiv).
Owu-Ijebu liegt im Südwesten Nigerias im Staat Ogun, der über vier Millionen Einwohner zählt. Die Region ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, die Menschen leben vom Bergbau und vom Ackerbau, darunter dem Anbau von Mais, Maniok, Taro, Gemüse und Kochbananen.

Obwohl das Leben hier ruhiger und nicht dem harten Konkurrenzkampf der Großstädte Nigerias unterworfen ist, leidet auch die Landbevölkerung an Arbeitslosigkeit und hohen Armutsraten. Tausende Migranten ziehen jedes Jahr auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben in die Städte. Die Zurückbleibenden versuchen als Kleinbauern zu überleben. Auf dem Land herrscht häufig Mangel an medizinischer Versorgung und Bildungseinrichtungen.

Im Staat Ogun haben lediglich 66 Prozent aller Haushalte Zugang zu sauberem Trinkwasser und nur 13 Prozent eine eigene Toilette. Die Tatsache, dass 42 Prozent aller Kinder erste Anzeichen von Kleinwuchs aufzeigen, unterstreicht den dringenden Bedarf an allgemein zugänglicher und erschwinglicher medizinischer Versorgung. Kleinwuchs ist die Folge von unbehandelter Mangelernährung. Darüber hinaus haben nur ca. 23 Prozent aller Kinder zwischen zwölf und 23 Monaten Grundimpfungen z.B. gegen Masern und Polio erhalten.

Neue Frauenrolle der jungen Generation im heutigen Nigeria

Obwohl sich die Rolle der Frau in der nigerianischen Gesellschaft langsam verändert, gibt es noch viele Probleme zu lösen. Die Alphabetisierungsrate der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren liegt im Staat Ogun bei nur 68 Prozent. Die Geburtenrate liegt bei durchschnittlich 5,4 Kindern, und nur 13 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren benutzen Verhütungsmittel. Daten von UNICEF belegen darüber hinaus, dass nur 18 Prozent der Frauen zwischen 15 und 24 Jahren in den ländlichen Gebieten ausreichend über HIV informiert sind und sich gegen eine Ansteckung zu schützen wissen.

Die jüngsten Regierungsprogramme des Staates Ogun konzentrieren sich auf die Verbesserung der Ernährungssicherheit, Wohnsituation, Gesundheit, Bildung, Beschäftigung und das allgemeine Wohl der Gesellschaft. Obwohl gewisse Fortschritte zu verzeichnen sind, besteht nach wie vor dringender Bedarf an Unterstützung.

Unsere Arbeit in Owu-Ijebu


Kinder in unserer Obhut wachsen zusammen mit ihren Brüdern und Schwestern in SOS-Familien auf (Foto: SOS-Archiv).

Das SOS-Kinderdorf Owu-Ijebu wurde im Jahr 1996 eröffnet.

Heute leitet das SOS-Sozialzentrum ein Familienstärkungsprogramm für die notleidende Bevölkerung. Wir stellen sicher, dass Kinder ausreichend Nahrung, Bildung und medizinische Versorgung erhalten. Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind, werden durch die Übernahme von Mietschulden oder Schulgebühren sowie Nahrungsmittel- und Kleiderspenden unterstützt. Das Sozialzentrum organisiert darüber hinaus in Zusammenarbeit mit lokalen Dienstleistern Beratungsstellen und ärztliche Betreuung.

Bis zu 120 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in 12 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde. In der SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule werden etwa 210 SchülerInnen aus dem Kinderdorf und der Nachbarschaft unterrichtet. Dadurch sind die Kinder aus den SOS-Familien bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte können sie ihre Zukunft planen, Verantwortung zu übernehmen lernen und sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten.

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