SOS-Kinderdorf Livingstone

In der Südprovinz der Republik Sambia leiden tausende Familien an der hohen HIV/AIDS-Prävalenzrate. Ein Großteil der Erwerbsbevölkerung kann nicht arbeiten und ist daher auf fremde Hilfe angewiesen. Zahlreiche Kinder haben die elterliche Fürsorge verloren.

Hoher Bedarf an Aufklärung über HIV/AIDS

Auf dem Heimweg von der Schule in Livingstone  (Foto: SOS-Archiv)
Auf dem Heimweg von der Schule in Livingstone (Foto: SOS-Archiv)

Livingstone ist die Hauptstadt der Südprovinz und hat über 136 000 Einwohner. Durch die Nähe zu den Victoria Falls kommen zahlreiche Touristen in die Region. Die Tonga stellen im Süden Sambias und im Norden von Simbabwe die größte Bevölkerungsgruppe dar. Sie leben seit Jahrhunderten im Sambesi-Tal und arbeiten meist als Subsistenzbauern. Die Region wird immer wieder von Dürren heimgesucht, die zu Nahrungsmittelknappheit und dem Bedarf an Lebensmittelhilfe führen.

Die traditionelle Lebensweise der Tonga wurde in den 1950er Jahren durch den Bau des Kariba-Staudamms schwer gestört, aber viele Traditionen und kulturelle Praktiken sind bis heute erhalten geblieben. Viele Menschen glauben an Hexerei und den Zusammenhalt der Gemeinschaft, in dem die Stärkeren den Schwächeren zur Seite stehen. Auch die Polygamie ist weit verbreitet und hat bedauerlicherweise zur raschen Verbreitung von HIV/AIDS beigetragen. Zahlreiche Kinder haben ihre Eltern an AIDS verloren. In einigen Fällen wurden HIV-Infektionen auf Hexerei zurückgeführt. Die Person, die vermeintlich den Fluch ausgesprochen hatte, wurde bestraft oder sogar getötet. Während traditionelle Glaubensvorstellungen keinesfalls übergangen werden sollten, herrscht doch ein großer Bedarf an Aufklärung über die Übertragung und Behandlung von HIV/AIDS.

Mangel an Bildung und medizinischer Versorgung gefährdet die Zukunft der Kinder

Im Bereich der ärztlichen Versorgung wenden sich die Menschen vor allem in den kleinen Dörfern auf dem Land meist an traditionelle Heiler, denen oft übernatürliche Kräfte nachgesagt werden. Obwohl es im Sambesi-Tal auch Gesundheitszentren und Krankenhäuser gibt, sind sie häufig unterbesetzt und haben nicht genügend Medikamente. Darüber hinaus können sich die meisten Menschen eine professionelle medizinische Behandlung nicht leisten.

In Livingstone leiden große Teile der Bevölkerung unter dem Mangel an Infrastruktur und Sozialleistungen, an hohen Armutsraten, Umweltverschmutzung und Arbeitslosigkeit. In der Stadt sind zahlreiche informelle Siedlungen entstanden, in denen Familien unter prekären Bedingungen leben. Die Sicherheit und Gesundheit ihrer Kinder sind ernsthaft gefährdet. Vor allem in der Regenzeit kommt es häufig zu Ausbrüchen wasserbedingter Krankheiten wie Cholera oder Durchfall. Aufgrund der schwierigen sozioökonomischen Bedingungen und der Entlegenheit vieler Gebiete in der Südprovinz ist auch die Einschulungsrate mit 47 Prozent der Jungen und 54 Prozent der Mädchen sehr niedrig.

Unsere Arbeit in Livingstone

Eine SOS-Familie isst zusammen nach der Schule. (Foto: SOS-Archiv)
Eine SOS-Familie isst zusammen nach der Schule. (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-Kinderdorf Livingstone wurde im Jahr 2008 eröffnet. In jüngster Zeit haben wir unser Familienstärkungs-programm in der Region weiter ausgebaut, um so viele notleidende Menschen wie möglich zu erreichen. Unsere besondere Unterstützung gilt Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind. Wir versuchen Familien vor der Zerrüttung zu bewahren, damit Kinder sicher und behütet in einem liebevollen Zuhause aufwachsen können.

Das SOS-Sozialzentrum in Livingstone sichert Kindern den Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung. Wir unterstützen Familien bei der Einkommensförderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen und bieten im Bedarfsfall Beratungen und psychologischen Beistand. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen setzen wir uns für die Stärkung gemeindebasierter Unterstützungssysteme für notleidende Familien ein. Derzeit werden rund 1000 Kinder und ihre Familien durch das Programm begünstigt.

Bis zu 150 Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 15 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten in Livingstone zusammen mit den Kindern aus der Nachbarschaft und sind dadurch bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. In der SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule werden knapp 360 SchülerInnen aus der Region unterrichtet.
 

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