SOS-Kinderdorf Tambacounda

Angesichts einer neuen drohenden Hungerkatastrophe hat SOS-Kinderdorf seine Unterstützung in Tambacounda weiter ausgebaut. Tausende Kinder leiden in der Region an Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung, die häufig irreversible negative Folgen für ihre geistige und körperliche Entwicklung hat.

In der Sahel-Zone sind zahlreiche Menschen von Hunger bedroht


Im SOS-Kinderdorf Tambacounda wachsen Kinder in Sicherheit auf. (Foto: SOS-Archiv)

Tambacounda ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region im Osten Senegals und mit rund 80 000 Einwohnern die größte Stadt in diesem dünn besiedelten Gebiet. Die offizielle Landessprache ist Französisch, aber fast überall wird verbreitet Wolof gesprochen. Die Baumwollindustrie ist eine der tragenden Säulen der lokalen Wirtschaft.

Die Ernährungssicherheit der lokalen Bevölkerung wird durch verspätete oder ausbleibende Regenfälle bedroht, die zu Ernteausfällen und dadurch zu einer Verknappung der Lebensmittelreserven führen. Der Anstieg der Weltmarktpreise für Nahrungsmittel und ausbleibende Geldsendungen von Senegalesen im Ausland führen zu Versorgungsengpässen. In einer Region, in der sich schon in normalen Jahren der Großteil der Bevölkerung nicht ausreichend ernähren kann, haben Hungersnöte besonders für Kinder fatale Folgen.

Die Mangelernährung verursacht bleibende Schäden für die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern. Jedes Jahr sterben Tausende Kinder an Unterernährung. Kinder, die durch Hunger geschwächt sind, erkranken häufiger an Malaria, Lungenentzündung, Durchfall und Masern.

SOS-Kinderdorf hat seine Bemühungen in der Sahel-Zone verstärkt, um mehr unterernährte und gefährdete Kinder zu erreichen. In den SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen bekommen alle Kinder eine tägliche Mahlzeit. Das SOS-Familienstärkungsprogramm verteilt monatlich Lebensmittelpakete an gefährdete Familien, darunter Reis, Öl, Milch und Säuglingsmilch.

Im SOS-medizinischen Zentrum erhalten unterernährte Kinder häufig lebensrettende ärztliche Behandlungen. Darüber hinaus bieten wir Schulungen über ausgewogene Ernährung und die Zubereitung nahrhafter Mahlzeiten.

Ganzheitliche und nachhaltige Unterstützung für die lokale Bevölkerung

Die gesunde Entwicklung eines Kindes wird durch komplexe sozioökonomische Faktoren beeinflusst, darunter die Größe der Familie: in Tambacounda haben 36 Prozent aller Haushalte elf oder mehr Familienmitglieder. Die Behausungen sind meist überfüllt, die Eltern mit der materiellen Versorgung, Zuwendung und Betreuung aller Kinder überfordert. Zahlreiche berufstätige Eltern und alleinerziehende Mütter erhalten unsere Unterstützung.

Unsere Arbeit in Tambacounda


Eine SOS-Familie isst eine Jause vor ihrem Zuhause (Foto: SOS-Archiv)

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Tambacounda im Jahr 2010. Das SOS-Sozialzentrum leitet ein Familienstärkungsprogramm für die lokale Bevölkerung. Wir sorgen dafür, dass Kinder Zugang zu Nahrung, Bildung, medizinischer Versorgung und Sozialleistungen erhalten und helfen Familien bei der Einkommensförderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen, damit Eltern besser für ihre Kinder sorgen können. Das SOS-Sozialzentrum bietet darüber hinaus Gesundheitsfürsorge sowie Beratungen, psychologischen Beistand und Betreuung für Familien, die an HIV/AIDS erkrankt sind. Etwa 900 Kinder und 180 Erwachsene werden derzeit durch das Programm begünstigt.

Das SOS-medizinische Zentrum in Tambacounda wird als Mutter-Kind-Klinik geführt. Jeden Tag erhalten Patienten allgemeinmedizinische Behandlungen sowie Geburtshilfe und Kinder eine pädiatrische Versorgung. Das medizinische Zentrum leistet darüber hinaus durch Impfungen und die Bekämpfung von Unterernährung einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsprävention in der lokalen Bevölkerung

Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in 15 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde. Dadurch schließen sie Freundschaften und sind bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert.


 

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