SOS-Kinderdorf Mar del Plata

Die Kluft zwischen Arm und Reich – die man überall in Argentinien spüren kann – ist in Mar del Plata, der „Glücklichen Stadt”, besonders groß. Während sich Urlauber an den schönen Stränden, den Bars und Sportanlagen erholen, liegen die Arbeitslosen- und Armutsquoten weit über dem Landesdurchschnitt. Weder das Gesundheits- noch das Bildungssystem haben sich bisher von der Wirtschaftskrise des Jahres 2001 erholt.

Argentinien hat den zweithöchsten Human Development Index auf dem Kontinent - dennoch kämpfen noch viele Menschen mit den Folgen der Krise


Jungen haben Spaß auf dem Wasser.   (Foto: SOS-Archiv)
Mar del Plata liegt an der Atlantikküste und hat mehr als 600 000 Einwohner. Der Tourismus stellt mit über acht Millionen Besuchern pro Jahr die wichtigste Einnahmequelle dar. Darüber hinaus verfügt die Stadt über einen wichtigen Fischereihafen. Viele Zuwanderer aus dem In- und Ausland sind im Laufe des letzten Jahrhunderts nach Mar del Plata gekommen, was zu einem stetigen Bevölkerungswachstum geführt hat. Allein in den vergangenen zwei Jahrzehnten sind mehr als 200 000 Menschen auf der Suche nach Arbeit nach Mar del Plata gezogen. Schätzungen zufolge kommen jeden Tag fünf weitere Familien nach Mar del Plata.

Dadurch ist am Stadtrand ein Armutsgürtel entstanden, in dem es keine menschenwürdigen Behausungen, zu wenig Bildungsangebote und nur selten sanitäre Einrichtungen oder fließendes Wasser gibt. Mit über 30 Prozent ist die Armutsquote etwa dreimal so hoch wie im Landesdurchschnitt. Die hohe Arbeitslosigkeit hat zur Folge, dass viele Menschen ihre Familien nicht ausreichend ernähren können. Diese Umstände führen wiederum zu Armut und sozialer Ausgrenzung mit schweren Folgen für die Zukunft der Kinder von benachteiligten Familien. Das Trauma einer solchen in der Kindheit erlittenen Stigmatisierung können nur wenige als Erwachsene überwinden.

Gefährdete Kinder sind auf Hilfe angewiesen, um nicht in die Armutsspirale zu geraten 

In vielen Fällen müssen Kinder zum Einkommen der Familie beitragen, wodurch ihre Bildungsmöglichkeiten eingeschränkt und ihre geistige und körperliche Entwicklung gefährdet werden. Sogenannte „Straßenkinder”, die bereits in jungen Jahren ganz alleine ohne elterliche Fürsorge auskommen müssen, sind in Mar del Plata keine Seltenheit.

Heutzutage gibt es eine große soziale Kluft zwischen den Menschen, die der Armut entrinnen konnten und (wieder) zur Mittelklasse gehören und anderen, die trotz des Wirtschaftswachstums der letzten Jahre weiter unter vielen Entbehrungen leiden. Zwar gibt es in Argentinien einige Programme der Sozialfürsorge, aber vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedrohte Kinder sind nach wie vor in höchstem Maße gefährdet.

Unsere Arbeit in Mar del Plata


Bereit ihr Zuhause zu dekorieren.  (Foto: SOS-Archiv)
SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Mar del Plata, unserem zweiten argentinischen Standort, im Jahr 1982. Das Sozialzentrum leitet ein Familienstärkungsprogramm, um die Not der angrenzenden Gemeinde zu lindern. Zu den Angeboten zählen Kindertagesstätten, in denen erwerbstätige Eltern oder alleinerziehende Mütter ihre Kinder in fachlicher Obhut betreuen lassen können, während sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Die Aktivitäten des Sozialzentrums werden von Mitgliedern der Gemeinde selbst organisiert, während SOS-Kinderdorf mit Unterstützung und Schulungsangeboten zur Seite steht.

Bis zu 90 Kinder, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in zehn SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Gemeinsam mit ihren Geschwistern werden sie von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Jungen Menschen, die ihren Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, bietet unser SOS-Jugendprogramm die Möglichkeit betreuter Wohngemeinschaften. Hier können Heranwachsende ihre Zukunft planen, zunehmend Verantwortung übernehmen und sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten, während sie dabei von qualifizierten JugendberaterInnen unterstützt werden.

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