SOS-Kinderdorf Potosí

Die landesweiten Sozialprogramme der letzten Jahre verbessern nach und nach die Lage der Menschen in Bolivien, aber der Fortschritt geht nur langsam voran. Bei der Mehrheit der Bevölkerung sind die Maßnahmen der Regierung noch nicht angekommen, und ihre Zukunft ist alles andere als rosig.

Früher wurde einmal gesagt, dass man mit den Reichtümern der Stadt eine silberne Brücke von Potosí nach Spanien bauen könnte


Zwei wiedervereinigte Schwestern feiern Geburtstag. (Foto: F. Espinoza) 

Potosí, die Hauptstadt des gleichnamigen Departements, liegt im bolivianischen Hochland etwa 4000 Meter über dem Meeresspiegel und hat 168 448 Einwohner. Das Klima im Hochland ist ausgesprochen kalt. In der Vergangenheit war der Bergbau die tragende Säule der Wirtschaft. Aufgrund der seit langem fallenden Rohstoffpreise wurden mittlerweile viele Bergwerke geschlossen. Dadurch sind die Armuts- und Arbeitslosenraten in dieser überwiegend von indigenen Völkern bewohnten Region stark gestiegen. Kinder, die auf den Straßen betteln oder Kinderarbeit verrichten, gehören zum täglichen Leben in Potosí - einer Stadt, die im Jahr 1545 zu den reichsten der Welt gehörte.

Wer diese arme Region nicht verlässt, ist dringend auf Unterstützung angewiesen

Mit 66,7 Prozent ist die extreme Armutsrate in Potosí mehr als doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt. Das bedeutet, dass zwei Drittel der Bevölkerung weder ausreichende Ernährung noch eine sanitäre Versorgung oder menschenwürdige Behausungen haben. Im Norden des Departments liegt die Armutsquote sogar bei 90 Prozent. Die Bevölkerungszahlen sinken - viele Menschen verlassen Potosí und ziehen auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben nach Santa Cruz oder in andere zentrale Regionen.

Die langjährige Bergbautätigkeit hat darüber hinaus zu einer schweren Verunreinigung der Flüsse geführt. Viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In Potosí stirbt jedes zehnte Kind vor Vollendung des ersten Lebensjahres. Trotz der Bemühungen von Seiten der Regierung und der Verbesserungen in anderen Departements ist die Zahl der unterernährten Kinder in Potosí (38 Prozent in 2003) weiter im Anstieg begriffen.

Das Aufwachsen unter diesen Bedingungen hat schwere Folgen für die zukünftigen Aussichten eines Kindes. In vielen Fällen führen die in der frühen Kindheit erlittenen Benachteiligungen zu wirtschaftlicher Not und persönlichen Misserfolgen im Erwachsenendasein. Neben einer medizinischen Grundversorgung müssen Kinder ausreichend ernährt und geschult werden, damit sie Chancen auf eine bessere Zukunft haben.

Unsere Arbeit in Potosí


Kinder von SOS-Kinderdorf aus einem Ausflug. (Foto: F. Espinoza)

SOS-Kinderdorf ist seit 1998 in Potosí tätig, um die Not der Gemeinde zu lindern. Das ganzheitliche und nachhaltige Familienstärkungsprogramm der Sozialzentren wird von Mitgliedern der Gemeinde selbst organisiert, während SOS-Kinderdorf mit Unterstützung und Schulungsangeboten zur Seite steht.

Das Programm umfasst eine Kindertagesstätte, in der die psychosoziale Förderung von Mädchen und Jungen im Vordergrund steht. Ein Tagesmütterprogramm ermöglicht arbeitenden Eltern und alleinerziehenden Müttern, ihre Kinder in sicherer Obhut betreuen zu lassen, während sie ihren Lebensunterhalt verdienen.

Bis zu 127 Kinder, die in Potosí nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Jungen Menschen, die ihren Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, bietet unser SOS-Jugendprogramm die Möglichkeit betreuter Wohngemeinschaften. Hier können Heranwachsende ihre Zukunft planen, lernen Verantwortung zu übernehmen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen, während sie dabei von qualifizierten JugendberaterInnen unterstützt werden.
 





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