SOS-Kinderdorf Juiz de Fora

Trotz der stetigen Fortschritte Brasiliens im Bereich der menschlichen Entwicklung leben nach wie vor zahlreiche Menschen in den armen Vororten von Juiz de Fora und den ländlichen Gebieten des Bundesstaates Minas Gerais unter extrem prekären sozioökonomischen Bedingungen. Junge Menschen aus benachteiligten Familien sind besonders gefährdet. Sowohl Eltern als auch Kinder sind auf Unterstützung angewiesen.

Informelle Beschäftigung bringt Tausende von Familien in prekäre Situationen

Traditionelles Fest im SOS-Kinderdorf (Foto: F. Espinoza)
Traditionelles Fest im SOS-Kinderdorf (Foto: F. Espinoza)

Juiz de Fora liegt im Bundesstaat Minas Gerais im Südosten Brasiliens und hat über 570 000 Einwohner. Die Stadt ist aufgrund der Stahlwerke, des Automobilsektors und der Textilbranche ein wichtiger Industriestandort der Region. Der Dienstleistungsbereich zählt mit knapp
150 000 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern.

Viele Arbeitsplätze sind auf dem informellen Sektor zu finden und bieten daher keine Sicherheit. Aufgrund der niedrigen und unregelmäßig gezahlten Löhne können sich viele Menschen weder ein Grundstück noch ein Haus leisten und landen in den Vierteln der „Landlosen”, in denen die meisten Unterkünfte behelfsmäßiger Natur sind. Mehr als 40 000 Menschen leben in Juiz de Fora von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Schätzungsweise 1400 Behausungen liegen in gefährlichen Wohngegenden und sind nicht einmal an eine grundlegende Infrastruktur angeschlossen.

Unterstützung für Eltern und alleinerziehende Mütter bei der Versorgung ihrer Kinder

Für die Menschen, die unter diesen prekären Bedingungen leben, ist das Leben sehr hart. Die Kinder sind am stärksten betroffen. Während in anderen Stadtteilen lediglich etwa vier Prozent der Kinder an Unterernährung leiden, ist die Zahl in den Armenvierteln wesentlich höher, da viele Eltern nicht in der Lage sind, ihre Familie ausreichend zu versorgen.

Etwa 15 Prozent aller Mütter sind zwischen 10 und 19 Jahren alt. Für diese jungen Mädchen und Frauen, vor allem wenn sie selbst aus armen Verhältnissen stammen, kann sich die Versorgung ihrer Kinder als extrem schwierig gestalten.

Obwohl die Alphabetisierungsrate in Juiz de Fora mit 95,6 Prozent höher als in allen anderen Teilen von Minas Gerais ist, können nach wie vor knapp 90 000 Menschen weder lesen noch schreiben und sind daher vom politischen und wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen.
SOS-Kinderdorf setzt sich in Juiz de Fora für die Unterstützung von Familien ein, damit sie zusammenbleiben und für ihre Kinder sorgen können. Daneben bieten wir Kindern ohne elterliche Fürsorge ein liebevolles Zuhause.

Unsere Arbeit in Juiz de Fora

Junge Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf (Foto: SOS-Archiv)
Junge Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf (Foto: SOS-Archiv)

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Juiz de Fora im Jahr 1980.

Familienstärkung: Das SOS-Familienstärkungsprogramm bietet dringend benötigte Unterstützung für Familien, die vom Auseinanderbrechen bedroht sind. Unser Anliegen ist es, jene zu erreichen, die besonders gefährdet sind. Wir sorgen dafür, dass sie Zugang zu sozialen Dienstleistungen haben und dass Kinder in die Schule gehen können. Wir führen auch ein Gemeindezentrum, wo wir Workshops (z.B. über Kinderrechte), Ausbildung (sodass Eltern Geld verdienen können) und Aktivitäten (wie z. B. Sportunterricht und Theateraufführungen) anbieten.

Betreuung in Familien: Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in sechs SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Wenn die Kinder älter werden, bieten wir Ausbildung und Beratung an, sodass sie einen Job finden können.

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