SOS-Kinderdorf Paraíba

Trotz der stetigen Fortschritte Brasiliens im Bereich der menschlichen Entwicklung leben nach wie vor zahlreiche Menschen in einem der ärmsten Bundesstaaten des Landes unter äußerst prekären sozioökonomischen Bedingungen. Junge Menschen aus benachteiligten Familien sind besonders gefährdet. Sowohl Eltern als auch Kinder sind auf Unterstützung angewiesen.

Informelle Beschäftigung bringt Tausende von Familien in prekäre Situationen

Kinder lesen zusammen im SOS-Kinderdorf (Foto: SOS-Archiv)
Kinder lesen zusammen im SOS-Kinderdorf (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-Kinderdorf Paraíba liegt in João Pessoa, der Hauptstadt des Bundesstaates Paraíba am östlichsten Punkt der Küste Brasiliens und hat etwa 733 000 Einwohner. Die Wirtschaft basiert größtenteils auf dem Dienstleistungssektor.

Viele Arbeitsplätze sind auf dem informellen Sektor zu finden und bieten daher keine Sicherheit. Aufgrund der niedrigen und unregelmäßig gezahlten Löhne können sich viele Menschen weder ein Grundstück noch ein Haus leisten und landen in den Vierteln der „Landlosen”, in denen die meisten Unterkünfte behelfsmäßiger Natur und nicht an die grundlegende Infrastruktur angeschlossen sind.

Hohe Armuts- und Analphabetenraten verschärfen die ohnehin schwierige Lage der Jugend in Paraíba

Paraíba gehört seit langem zu den ärmsten Bundesstaaten des Landes. In den 1990er Jahren lebten knapp 70 Prozent der Bevölkerung in Armut. Während sich die Lebensbedingungen im Allgemeinen verbessert haben, muss etwa die Hälfte der Einwohner von Paraíba mit weniger als der Hälfte des Mindesteinkommens ums Überleben kämpfen.

In jüngster Zeit konnte die Zahl der Analphabeten in weiten Teilen Brasiliens deutlich gesenkt werden. In Paraíba ist diese Rate mit 16,8 Prozent (2011) aller Menschen über 15 Jahren nach wie vor sehr hoch. Bei den Afro-Brasilianern sind die Analphabetenraten ca. doppelt so hoch wie bei den Nachkommen der Einwanderer aus Europa. Das ist nur ein weiteres Beispiel für die tief verwurzelte Rassendiskriminierung, die auch heute noch in der brasilianischen Gesellschaft vorherrscht.

Bildung ist eine Möglichkeit, den Kindern armer Familien die Chance auf eine bessere Zukunft zu geben, damit sie als Erwachsene den Armutszyklus durchbrechen können.

Unsere Arbeit in João Pessoa

Kleines Mädchen bei der Zwischenmahlzeit (Foto: SOS-Archiv)
Kleines Mädchen bei der Zwischenmahlzeit (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-Kinderdorf Paraíba begann seine Tätigkeit in João Pessoa im Jahr 1987. Heute bietet unser Sozialzentrum ein Familienstärkungsprogramm, um die Not der Gemeinde auf ganzheitliche und nachhaltige Art und Weise zu lindern. Zu den Angeboten zählen eine Kindertagesstätte. Dadurch können Eltern und alleinerziehende Mütter ihre Kinder in sicherer Obhut lassen, während sie ihren Lebensunterhalt verdienen. .

Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in drei SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Die SOS-Familien leben in der Gemeinde und sind deshalb voll und ganz in die Nachbarschaft integriert


 

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