SOS-Kinderdorf Rio Grande do Norte

Trotz der stetigen Fortschritte Brasiliens im Bereich der menschlichen Entwicklung leben nach wie vor zahlreiche Menschen in einem der ärmsten Bundesstaaten des Landes unter extrem gefährlichen und unsicheren sozioökonomischen Bedingungen. Junge Menschen aus benachteiligten Familien sind besonders gefährdet. Sowohl Eltern als auch Kinder sind auf Unterstützung angewiesen.

Die Zustände in einer der ärmsten Regionen Brasiliens werden nur langsam besser

Kinder haben Spaß beim Ausflug (Foto: SOS-Archiv)
Kinder haben Spaß beim Ausflug (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-Kinderdorf Rio Grande do Norte liegt in Caicó, einer Gemeinde im Bundesstaat Rio Grande do Norte im Nordosten Brasiliens mit etwa 66 000 Einwohnern. Das Klima der Region ist heiß und trocken, es gibt lange Dürreperioden. Die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf dem Handel und dem Dienstleistungssektor. In Rio Grande do Norte ist die landwirtschaftliche Produktion größtenteils auf den Eigenbedarf ausgerichtet. Durch die 410 km langen Strände spielt auch der Tourismus eine wichtige Rolle für die Wirtschaft der Region.

Rio Grande do Norte gehört seit langem zu den ärmsten Regionen Brasiliens. Die „Bolsa Familia“, ein unter der Lula-Regierung eingeführtes Programm für notleidende Familien, hat einen wichtigen Beitrag zur Linderung der Not geleistet. Etwa 2,2 Millionen Menschen erhalten mittlerweile staatliche Unterstützung. Dennoch leben nach wie vor 44,2 Prozent der Bevölkerung unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze, darunter 400 000 in extremer Armut. Diese Menschen haben weder ausreichend Nahrung noch Zugang zu sanitären Einrichtungen.

Junge Mütter und Kinder ohne elterliche Fürsorge sind auf Unterstützung angewiesen

Wie so häufig leiden Kinder am meisten unter den prekären Lebensbedingungen. In Brasilien sind 50,3 Prozent der Kinder unter 17 Jahren arm; in Rio Grande do Norte sind es sogar erschreckende 66,4 Prozent. Tausende Kinder wachsen in einem Umfeld auf, in dem weder ihre Sicherheit noch ihre gesunde geistige und körperliche Entwicklung garantiert werden können. In den schlimmsten Fällen kann die schwierige sozioökonomische Situation dazu führen, dass Kinder ihre Familie verlieren.

Im Nordosten Brasiliens sind 21,5 Prozent aller Mütter minderjährig. Stammen diese jungen Mädchen selbst aus einem benachteiligten Umfeld, fehlt es ihnen an Bildung und Erwerbsmöglichkeiten, um für ihre Kinder zu sorgen. Häufig können alleinerziehende Mütter nicht arbeiten, weil niemand ihre Kinder betreut. Weniger als die Hälfte der Kinder unter sechs Jahren besuchen Kindertagesstätten oder Vorschulen.

Unsere Arbeit in Caicó

Einheimische Kinder im SOS-Sozialzentrum (Foto: SOS-Archiv)
Einheimische Kinder im SOS-Sozialzentrum (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-Kinderdorf Rio Grande do Norte in Caicó wurde 1978 eröffnet.

Familienstärkung: Das SOS-Familienstärkungsprogramm bietet dringend benötigte Unterstützung für Familien, die vom Auseinanderbrechen bedroht sind. Unser Anliegen ist es, jene zu erreichen, die besonders gefährdet sind. Wir sorgen dafür, dass sie Zugang zu sozialen Dienstleistungen haben und dass Kinder in die Schule gehen können. Wir führen auch ein Gemeindezentrum, wo wir Workshops (z.B. über Kinderrechte), Ausbildung (sodass Eltern Geld verdienen können) und Aktivitäten (wie z. B. Sportunterricht) anbieten.

Betreuung in Familien: Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in den SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Einige SOS-Familien leben integriert in Häusern in der Gemeinde. Die Kinder besuchen die lokalen Schulen und können so einen Teil der Gemeinschaft  sein. Wenn die Kinder älter werden, bieten wir Ausbildung und Beratung an, sodass sie einen Job finden können.


 

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