SOS-Kinderdorf Antofagasta

In den letzten zehn Jahren gab es in Antofagasta deutliche Fortschritte zu verzeichnen: die niedrigsten Armutsraten des Landes, wenig Arbeitslosigkeit, ein hohes Pro-Kopf-Einkommen und bessere Kaufkraft sowie eine Alphabetisierungsrate von etwa 97 Prozent (2011). Dennoch haben Tausende Familien bislang nicht von diesen Verbesserungen profitiert.

Nicht jeder profitiert von den Schätzen des Bodens

Kinder aus dem SOS-Kinderdorf spielen in einer traditionellen Band. (Foto: SOS Archiv)
Antofagasta, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, hat über 300 000 Einwohner, liegt inmitten der Atacama-Wüste im Norden Chiles und grenzt im Westen an den Pazifik. Die Region verdankt ihren Wohlstand größtenteils den Kupferminen. Auch die Baubranche und der Handelssektor sind in den letzten Jahren gewachsen. Die Lebenskosten sind nach Santiago die zweithöchsten des Landes, aber auch das Pro-Kopf-Einkommen und die Kaufkraft sind höher als in anderen Teilen Chiles.

Obwohl einige Bereiche der Stadt mit großen Supermärkten, Einkaufszentren, Mietshäusern und Eigentumswohnungen sehr modern anmuten, hat Antofagasta in den Armensiedlungen am Rande der Stadt auch eine ganz andere Seite. Antofagasta hat die niedrigsten Armutsraten in ganz Chile. Die Zahl der notleidenden Menschen konnte in den letzten Jahrzehnten um 70 Prozent gesenkt werden. Dennoch leben nach wie vor in den Slums am Rande der Stadt Tausende Familien, die bislang nicht von den jüngsten Verbesserungen profitieren konnten.

Alleinerziehende Mütter, Kinder und junge Menschen sind am stärksten gefährdet

Besonders die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr hoch. Kinder und Jugendliche sind die schwächsten Glieder der Gesellschaft; ihre Armutsquote beträgt knapp 12 Prozent. Bei der Altersgruppe zwischen 45 und 59 Jahren sind es lediglich 4,3 Prozent. Die Armutsraten der frauengeführten Haushalte sind weiter steigend. Das Einkommen einer alleinerziehenden Mutter reicht häufig nicht aus, um die Familie zu versorgen. Dadurch sind sie in besonderem Maße von Verarmung bedroht. Zahlreiche Kinder sind von Geburt an benachteiligt, wodurch ihre Zukunftschancen gefährdet sind. Trotz der Bemühungen zur Bekämpfung von Kinderarbeit und Kinderprostitution sind diese Phänomene in der Region immer noch verbreitet.

Wenn Familien zerbrechen, verlieren manche Kinder ihre Eltern und landen auf der Straße. Sie betteln oder arbeiten als Schuhputzer, um zu überleben. SOS-Kinderdorf unterstützt Familien in schwierigen Situationen, damit sie weiter für ihre Kinder sorgen können. Wenn das nicht möglich ist, bieten wir den betroffenen Kindern ein sicheres und liebevolles Zuhause.

Unsere Arbeit in Antofagasta

Eine SOS-Familie bei einer Geburtstagsfeier  (Foto: SOS Archiv)
SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Antofagasta im Jahr 1987.

Heute bietet unser Sozialzentrum ein Familienstärkungsprogramm, um die Not der Gemeinde auf ganzheitliche und nachhaltige Art und Weise zu lindern. Zu den Angeboten zählen eine Kindertagesstätte, ein Kindergarten und ein Tagesmütterprogramm. Dadurch können Eltern und alleinerziehende Mütter ihre Kinder in sicherer Obhut lassen, während sie ihren Lebensunterhalt verdienen.

Bis zu 126 Kinder aus Antofagasta, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Die Kinder besuchen die nahegelegenen Schulen und sind daher sehr gut in die lokale Gemeinde integriert.

Jungen Menschen, die ihren Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, bietet unser SOS-Jugendprogramm die Möglichkeit betreuter Wohngemeinschaften. Hier können Heranwachsende ihre Zukunft planen, zunehmend Verantwortung übernehmen und sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten, während sie dabei von qualifizierten JugendberaterInnen unterstützt werden.

 

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