SOS-Kinderdorf Arica

Viele Menschen in der Hafenstadt Arica in der Region Arica-Parinacota in Chile leben von der blühenden Landwirtschaft im nahegelegenen Azapa-Tal und dem wachsenden Handels- und Industriesektor. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit weiter im Anstieg begriffen, und große Teile der Bevölkerung sind auch heute noch marginalisiert.

Aus der Ferne kann Arica wie ein kleines Paradies erscheinen



Eine SOS-Familie vor ihrem Haus (Foto: SOS-Archiv

Arica hat knapp 180 000 Einwohner und liegt im hohen Norden Chiles nahe der Grenze zu Peru. Aufgrund des angenehmen Klimas ist die „Stadt des ewigen Frühlings“ eine Oase inmitten der umliegenden Wüste. Die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf dem Anbau von Gemüse, Oliven und Früchten. Arica ist außerdem ein beliebtes Touristenziel der Region.


Dennoch gibt es auch in Arica eine Schattenseite, die Besucher und Reisende häufig nicht zu sehen bekommen. Schätzungsweise mehr als 7000 Familien leben in Arica unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze. Viele von ihnen haben keinen Zugang zu fließendem Wasser oder einer grundlegenden Infrastruktur. Die Region weist die höchsten Kriminalitätsraten in ganz Chile auf.

Aufgrund der guten wirtschaftlichen Situation im Vergleich zu den Nachbarländern Peru oder Bolivien ziehen viele Einwanderer auf der Suche nach Arbeit nach Chile. Für die meisten platzt der Traum vom besseren Leben. Viele Menschen finden keine Arbeit und hausen in behelfsmäßigen Unterkünften, die der lokalen Tourismusbranche ein Dorn im Auge sind. Die Lebensbedingungen dieser Migranten bringen sie nicht nur in eine prekäre sozioökonomische Lage, sondern haben auch schwere seelische Folgen für sie selbst und ihre Familien.

Die Grenznähe belebt den Handel, birgt aber auch eine Unzahl von Gefahren

Aufgrund der Grenznähe Aricas ist der Drogenhandel ein großes Problem. Jedes Jahr werden tonnenweise illegale Substanzen von der Polizei beschlagnahmt. Dennoch gibt es vor allem unter den Jugendlichen viele Drogenabhängige, die Marihuana, Kokain oder Kokainsulfat – auch als ‘Kokainpaste’ bekannt - konsumieren, wodurch ihre Gewaltbereitschaft erhöht wird. Trotz gemeinsamer Bemühungen der chilenischen und der peruanischen Regierung sowie einiger NGOs ist auch der Kinderhandel nach wie vor ein ernstes Problem.

Kinder aus notleidenden Familien in der Region laufen ein besonders hohes Risiko, in kriminelle Machenschaften verstrickt oder selbst drogenabhängig zu werden. Kinder und junge Menschen sind besonders auf Unterstützung angewiesen, damit sie als Erwachsene ein besseres Leben führen können.

Unsere Arbeit in Arica


Schwimmkurs im Dorf (Foto: SOS-Archiv)

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Arica im Jahr 1988. Unser Programm bietet Menschen medizinische Versorgung, die sie sich aus eigenen Mitteln nicht leisten könnten. Darüber hinaus werden je nach Bedarf Veranstaltungen, Workshops und Fortbildungen z.B. über Kinderrechte oder Informatik im Gemeindezentrum angeboten.


Bis zu 126 Kinder aus Arica, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Die Kinder besuchen die nahegelegenen Schulen und sind daher sehr gut in die lokale Gemeinde integriert.

Jungen Menschen, die ihren Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, bietet unser SOS-Jugendprogramm die Möglichkeit betreuter Wohngemeinschaften. Hier können Heranwachsende ihre Zukunft planen, zunehmend Verantwortung übernehmen und sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten, während sie dabei von qualifizierten JugendberaterInnen unterstützt werden. 

 

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