SOS-Kinderdorf Madreselvas

Viele Chilenen profitieren von zunehmend besseren Lebensbedingungen. Santiago ist das Paradebeispiel einer modernen lateinamerikanischen Stadt. Dennoch ist auch hier die Kluft zwischen arm und reich stark ausgeprägt. Viele Kinder sind von Geburt an benachteiligt, wodurch ihre Chancen auf ein besseres Leben als Erwachsene gering sind.

Santiago ist ein deutliches Beispiel für die soziale Fragmentierung in ganz Chile

Kleines Mädchen in Madreselvas (Foto: A. Gabriel)
Kleines Mädchen in Madreselvas (Foto: A. Gabriel)

Madreselvas wurde als erstes SOS-Kinderdorf in Santiago am Rande der Stad errichtet. Das zweites SOS-Kinderdorf, Los Aromos, liegt nur etwa zwei Kilometer von Madreselvas entfernt. Santiago de Chile ist die Landeshauptstadt und hat über 5,4 Millionen Einwohner. Die Stadt hat in den letzten Jahrzehnten umfassende Modernisierungen und ein stetiges Bevölkerungswachstum erlebt und gehört heute zu den bedeutendsten Finanz- und Handelszentren in ganz Südamerika.

Obwohl die Armutsraten in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesenkt werden konnten, bleibt Santiago eine geteilte Stadt. Die neuen bürgerlichen Vororte im Süden stehen in krassem Gegensatz zu den Elendsvierteln im Norden. Aufgrund des schnellen Wachstums leidet Santiago an hoher Luftverschmutzung, Verkehrsproblemen und nicht zuletzt an einer großen sozioökonomischen Ungleichheit, die zur geographischen und sozialen Teilung der Stadt geführt hat.
 

Kinder leiden ganz besonders an der Armut, die ihre Zukunft gefährdet

Nach offiziellen Angaben sind die Armutsraten in Chile zwischen 2003 und 2011 von 18,7 auf etwa 11 Prozent gesunken. In Santiago leben insgesamt 10,4 Prozent aller Einwohner unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze. Das ist allerdings ein Durchschnittswert - diese Zahl liegt in einigen Stadtvierteln bei ganzen 20, in anderen bei lediglich zwei Prozent.

Die Kinder in den Elendsvierteln sind einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt. Manche müssen zum Einkommen der Familie beitragen. Schätzungen zufolge mussten in Santiago im Jahr 2003 mehr als 200 000 Kinder zwischen 5 und 17 Jahren Kinderarbeit verrichten. Dadurch sind ihre Chancen auf Bildung und somit auf ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Status als Erwachsene gefährdet, und der Armutszyklus kann nicht durchbrochen werden.

In den armen Gemeinden sind vor allem bei der Jugend die Verbrechensraten und die Zahl der Drogenabhängigen sehr hoch. Laut einer Umfrage von UNICEF gaben junge Menschen aus Santiago an, dass wirtschaftliche Not und Drogenabhängigkeit für sie der Hauptgrund für kriminelle Aktivitäten waren. Gleichermaßen sagten viele der Befragten, dass Bildung der beste Ausweg aus dieser Situation sei.

Unsere Arbeit in Madreselvas

Mädchen mit ihrem Lieblings-Teddy (Foto: F. Espinoza)
Mädchen mit ihrem Lieblings-Teddy (Foto: F. Espinoza)

Das SOS-Kinderdorf Madreselvas nahm seine Tätigkeit am Stadtrand von Santiago im Jahr 1967 auf. Kinder aus Santiago, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in zehn SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf besuchen die Schulen und Kindergärten in der Nachbarschaft und sind daher bereits in jungen Jahren sehr gut in die umliegende Gemeinde integriert.
Wenn junge Menschen dem Kinderdorf entwachsen und ein Studium oder eine Berufsausbildung beginnen möchten, bietet unser SOS-Jugendprogramm die Möglichkeit des betreuten Wohnens.

Jugendliche aus den Kinderdörfern Madreselvas und Los Aromos leben hier unter der Aufsicht qualifizierter Fachkräfte und lernen Verantwortung zu übernehmen, ihre Zukunft zu planen und sich auf ein Leben in Unabhängigkeit vorzubereiten.

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