SOS-Kinderdorf Tres Ríos

Obwohl einige Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut und zur Erreichung der UN-Millenniumsziele bis 2015 erste Wirkung zeigen, geht der Fortschritt nur langsam voran und hat noch nicht alle Teile der Gesellschaft erreicht. Costa Rica steht vor der schwierigen Aufgabe, das Gleichgewicht zwischen Wirtschaftswachstum und besseren Lebensbedingungen für alle Einwohner zu finden.

In einigen Teilen des Departements San José ist die Armut kaum spürbar - in anderen dagegen umso mehr


Glücklich mit seinem Spielzeugauto (Foto: M. Rivera)
Das SOS-Kinderdorf Tres Ríos liegt in der kleinen Gemeinde Dulce Nombre de Tres Ríos elf Kilometer von der Landeshauptstadt San José entfernt im gleichnamigen Departement und gehört zur Metropolregion San José.

Armut gefährdet die Sicherheit und Zukunft Tausender Kinder

Costa Rica hat in den vergangenen Jahrzehnten beachtliche Erfolge bei der Armutsbekämpfung erzielt, aber die Kluft zwischen arm und reich ist so groß wie eh und je. Wie in den meisten lateinamerikanischen Städten gibt es auch in San José große Slums, in denen zahlreiche Menschen, die sich keine bessere Unterkunft leisten können, unter unwürdigen Bedingungen leben müssen.

Kinder, die in solch einem Umfeld aufwachsen, haben es von Anfang an sehr schwer. Geschätzte zehn Prozent der Kinder zwischen fünf und 17 Jahren müssen in Costa Rica arbeiten, die überwiegende Mehrheit von ihnen in den Städten des Landes. Häufig können sie deshalb keine Schule besuchen. Die Schulabbrecherrate bei Kindern, die Kinderarbeit verrichten, liegt bei 44 Prozent.

In solch einer zutiefst geteilten Gesellschaft leiden Kinder, die in armen Gemeinden aufwachsen, unter den Folgen der Stigmatisierung. Drogensucht und Alkoholismus der Eltern und der Mangel an familiärer Stabilität tragen zur Not dieser Kinder bei. Der Konsum von Kokain und insbesondere Crack ist vor allem bei Jugendlichen aus benachteiligten Familien zu einem großen Problem geworden.

Häufig werden die Kinder notleidender Familien vernachlässigt und erhalten nicht die Betreuung und Fürsorge, die sie brauchen. Im schlimmsten Fall führen die prekären sozioökonomischen Lebensbedingungen der Eltern dazu, dass sie ihre Kinder verlassen, weil sie nicht für sie sorgen können. Auch Heranwachsende brauchen Unterstützung und Betreuung, damit sie als Erwachsene ein erfolgreiches Leben führen können.

Unsere Arbeit in Tres Ríos


Kleines Mädchen beim Mittagessen (Foto: M. Rivera)

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SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Tres Ríos im Jahr 1975. Bis zu 117 Kinder, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 13 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Wenn junge Menschen dem Kinderdorf entwachsen und ein Studium oder eine Berufsausbildung absolvieren möchten, bietet unser SOS-Jugendprogramm die Möglichkeit betreuter Wohngemeinschaften. Unter der Aufsicht qualifizierter Fachkräfte können die jungen Menschen ihre Zukunft planen, zunehmend Verantwortung übernehmen und sich auf ein Leben in Unabhängigkeit vorbereiten.

In San José gibt es auch ein SOS-Berufsbildungszentrum, in dem angehende SOS-Mütter und MitarbeiterInnen umfassend ausgebildet und auf ihre wichtige Rolle innerhalb der Organisation vorbereitet werden.
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