SOS-Kinderdorf San Miguel

Zahlreichen Familien in El Salvador fehlt es an der notwendigen Unterstützung, um die Not ihrer Kinder zu lindern und dafür zu sorgen, dass sie als Erwachsene den Armutszyklus durchbrechen können. Um langfristige Verbesserungen zu erzielen, muss für die Sicherheit, Gesundheit und Bildung der Kinder gesorgt werden.

Unsicherheit durch informelle Beschäftigung und Abhängigkeit von Geldsendungen


Kleiner Junge aus San Miguel (Foto: A. Gabriel)
 
San Miguel ist eine Gemeinde im Osten von El Salvador und hat ca. 220 000 Einwohner. Die Stadt ist ein wichtiges Handelszentrum für landwirtschaftliche und industrielle Produkte aus der Region und hat einen wachsenden Dienstleistungssektor.

Die Geldsendungen Tausender Migranten aus dem Ausland, vor allem aus den USA, stellen ebenfalls einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Im Jahr 2011 belief sich ihre Summe auf etwa 17 Prozent des nationalen BIP in El Salvador. Landesweit erhalten ca. ein Drittel aller Haushalte finanzielle Unterstützung von Angehörigen, die im Ausland leben.

Obwohl die Armutsraten in El Salvador in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesenkt werden konnten, sind sie auch heute noch alarmierend hoch - etwa 37,8 Prozent aller Haushalte (Schätzung 2009) leben unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze, in anderen Worten mit einem Pro-Kopf-Einkommen von umgerechnet 45-90 US-Dollar pro Monat.

Zu den Gründen für die unverändert hohen Armutsraten zählen ausbleibende Geldsendungen aus dem Ausland aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise, die Stagnation der Wirtschaft, eine unzureichende Grundversorgung der Bevölkerung, ein niedriges Bildungsniveau und der Mangel an menschenwürdigen Behausungen. Wenn mehrere dieser Faktoren zusammenkommen, ist es für die Betroffenen häufig unmöglich, der Armutsfalle zu entkommen.

Kinder notleidender Familien brauchen Unterstützung, um der Armut zu entkommen

Kinder sind am stärksten von der Not betroffen. Häufig müssen sie ihre Familien finanziell unterstützen. Zahlreiche Kinder armer Familien arbeiten als Hausangestellte für die Reichen. Diese Art der Beschäftigung ist in Regionen wie San Miguel, die eine tiefe soziale Kluft aufweisen, weit verbreitet. Nur etwa 30 Prozent der betroffenen Kinder besuchen eine Schule, und auch das meist nur sehr unregelmäßig.

SOS-Kinderdorf hilft notleidenden Familien in San Miguel durch die Unterstützung von Eltern bei der Einkommensförderung, z.B. durch Workshops und Schulungen, damit sie ihre Chancen auf eine formelle Beschäftigung erhöhen. Dadurch wird auch die Lage der Kinder verbessert.

Unsere Arbeit in San Miguel


Kinder in unserer Obhut lernen durch Spielen (Foto: SOS-Archiv)
 

SOS-Kinderdorf nahm seine Tätigkeit in San Miguel im Jahr 1995 auf. Heute leitet unser Sozialzentrum ein Familienstärkungsprogramm, um die Not der Gemeinde auf ganzheitliche und nachhaltige Weise zu lindern. Das Angebot umfasst eine Kindertagesstätte und ein Tagesmütterprogramm, in dem Säuglinge, Kleinkinder und Kinder im Vorschulalter betreut werden. Dadurch können erwerbstätige Eltern und alleinerziehende Mütter ihre Kinder in sicherer Obhut lassen, während sie arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen.

Die Sozialzentren bieten darüber hinaus Beratungen und psychologischen Beistand sowie Schulungen für Eltern, damit sie Qualifikationen erwerben und dadurch ihr Einkommen verbessern können.

Bis zu 144 Kinder, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in 16 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte können sie ihre Zukunft planen, Verantwortung zu übernehmen lernen und sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten.

 

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