Guatemala

Wie die SOS-Kinderdörfer in Guatemala helfen

Es war nach dem schrecklichen Erdbeben im Jahr 1976, als Hermann Gmeiner, der Gründervater von SOS-Kinderdorf beschloss, notleidenden Kindern und ihren Familien in Guatemala zu helfen. Aufgrund der Naturkatastrophe enormen Ausmaßes verloren viele guatemaltekische Kinder ihre Eltern und blieben ohne elterliche Fürsorge oder in zerrütteten Familien zurück.
Spielende Kinder (Foto: S. Preisch)
Spielende Kinder (Foto: S. Preisch)

Die Republik Guatemala liegt in Mittelamerika und grenzt im Norden und Westen an Mexiko, im Osten an Belize und an den Golf von Honduras, im Südosten an Honduras und El Salvador und im Süden an den Pazifischen Ozean. In den vergangenen 25 Jahren hat sich die Bevölkerung von Honduras mehr als verdoppelt und beträgt derzeit ca. 14 Millionen.

Mit einem Durchschnittsalter von nur 18 Jahren ist Guatemala demographisch gesehen ein recht junges Land. Genauer gesagt weist das Land das niedrigste Durchschnittsalter in der westlichen Hemisphäre auf. Guatemala wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von vielen Militär- und Zivilregierungen beherrscht und litt unter einem 36 Jahre andauernden Bürgerkrieg. Im Jahr 1996 unterzeichnete die Regierung ein Friedensabkommen, das offiziell einen Konflikt beendete, der mehr als 100 000 Menschen das Leben gekostet und einigen Schätzungen zufolge ca. eine Million Flüchtlinge zur Folge hatte.


Beim Turnen (Foto: S. Preisch)

Die Kinderrechtskonvention (CRC) wurde 1990 von der guatemaltekischen Regierung ratifiziert. Dennoch sind viele guatemaltekische Kinder Missbrauch, Vernachlässigung und einer hoffnungslosen Zukunft ausgesetzt. Durch den Bürgerkrieg wurden mehr als 35 000 Frauen in Guatemala zu Witwen und mehr als 200 000 Kinder zu Waisen.

Häufig müssen kleine Jungen eine ganze Familie mit dem Geld ernähren, das sie mit ihrer Arbeit in den Straßen der Stadt verdienen. Insgesamt müssen fast 20 Prozent der Kinder zwischen 5 und 14 Jahren Kinderarbeit leisten. Infolgedessen können viele von ihnen nicht zur Schule gehen. Man findet Kinder auf den Müllhalden von Guatemala-Stadt, wo sie nach Gegenständen suchen, die wiederverwertet oder wiederbenutzt werden können. Einige waschen Windschutzscheiben an Ampeln, andere putzen Schuhe in Parks und auf öffentlichen Plätzen.

In ländlichen Regionen ist die Zahl der arbeitenden Kinder sogar noch höher. Guatemaltekische Kinder durchleiden oft körperliche Bestrafung oder sexuellen Missbrauch in ihren eigenen Familien, was ein Grund dafür ist, dass viele von ihnen ein Leben auf der Straße bevorzugen. Im Jahr 2004 wurden in Guatemala  5 500 Jugendliche umgebracht. Die meisten von ihnen waren Mitglieder von Straßenbanden, die hauptsächlich Kinder aus benachteiligten und armen Familien anwerben.

Die HIV/AIDS-Infektionsrate ist besonders bei Straßenkindern sehr hoch und auch allgemein in Guatemala auf dem Vormarsch. Die Säuglingssterblichkeit ist in Guatemala besonders hoch und liegt bei 25 Prozent aller registrierten Todesfälle, beziehungsweise 75 Todesfällen je 1000 Lebendgeburten. Einer der Hauptgründe für den Tod von Säuglingen ist die schwere Unterernährung.

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