SOS-Kinderdorf Jocotán

Zahlreiche Menschen in Guatemala, vor allem die indigene Bevölkerung im Nordosten des Landes, leiden an hohen Armutsraten und sozialer Ausgrenzung. Kinder sind am stärksten von der Not ihrer Familien betroffen. Alleinerziehende Mütter und sehr junge Eltern haben häufig große Schwierigkeiten, ihre Kinder ausreichend zu versorgen.

Immer mehr Subsistenzbauern kämpfen ums Überleben


Kinder wachsen zusammen auf und feiern ihre einheimische Kultur. (Foto: SOS-Archiv)
Kinder wachsen zusammen auf und feiern ihre einheimische Kultur. (Foto: SOS-Archiv)
 Die Gemeinde Jocotán im Departement Chiquimula liegt im Nordosten von Guatemala nahe der Grenze zu Honduras und hat ca. 40 000 Einwohner. Die meisten Menschen in der Region leben von der Landwirtschaft, viele arbeiten auf den Kaffeeplantagen. Bis zu 80 Prozent der Bevölkerung gehören der indigenen Volksgruppe der Chortí an. Viele sprechen neben Spanisch auch ihre eigene Sprache.

Der Osten von Guatemala gehörte schon immer zu den ärmsten Regionen des Landes. Der Human Development Index, der die Lebenserwartung, den Grad der Alphabetisierung sowie den Bildungs- und Lebensstandard misst, ist sehr niedrig. In jüngster Zeit haben einige staatliche Fürsorgeprogramme endlich auch diese benachteiligte Region erreicht, aber die Fortschritte gehen nur langsam voran. Erschwerend kommt hinzu, dass zahlreiche Familien durch Dürren und fallende Weltmarktpreise für Kaffee ihre Lebensgrundlage verloren haben. Dadurch ist die Ernährungssicherheit gefährdet; die Zahl der unterernährten Kinder und Frauen hat deutlich zugenommen.

Viele Kinder ohne elterliche Fürsorge aus der Region, die im SOS-Kinderdorf aufgenommen werden, sind stark unternährt und fast verhungert, wenn sie zu uns kommen. Immer noch sterben Menschen in Jocotán an Hunger. Mangelernährung, Ruhr, Durchfallerkrankungen und das Dengue-Fieber sind nach wie vor die häufigsten Todesursachen im Departement.

 

Ein sicheres Zuhause bietet Hoffnung auf eine bessere Zukunft

Zahlreiche Kinder, vor allem Mädchen, brechen die Schule ab. Die Analphabetenrate ist mit über 45 Prozent sehr hoch. In den ländlichen Gebieten gibt es zu wenige Schulen, und viele Familien können sich einen weiten Schulweg für ihre Kinder nicht leisten. Daher können viele Kinder nur wenige Jahre zur Schule gehen, bevor sie ihren Eltern auf den Feldern helfen müssen. Mädchen werden traditionell zu Hausfrauen und Müttern erzogen, wodurch sie später auf das Einkommen anderer Familienmitglieder angewiesen sind.

Die Arbeit von SOS-Kinderdorf konzentriert sich in Jocotán zum einen auf die Betreuung von Kindern, deren Eltern nicht länger für sie sorgen können. Manchmal leiden die Eltern an Krankheiten oder Alkoholismus, und schlimmstenfalls werden Kinder verlassen, weil ihre Familien an der Not zerbrechen. Diese Kinder brauchen ein liebevolles Zuhause.
Zum anderen unterstützen wir junge Menschen an der Schwelle zum Erwachsenenleben.

Unsere Arbeit in Jocotán

 

Mahlzeiten sind ein wichtiger Teil des Familienlebens in SOS-Kinderdörfern (Foto: SOS-Archiv)
Mahlzeiten sind ein wichtiger Teil des Familienlebens in SOS-Kinderdörfern (Foto: SOS-Archiv)
Das SOS-Kinderdorf Jocotán wurde im Jahr 1983 eröffnet. Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Die Kinder besuchen die nahegelegenen Kindergärten und Schulen und sind daher sehr gut in ihre Umgebung integriert.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte können sie ihre Zukunft planen, Verantwortung zu übernehmen lernen und sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten.

 

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