SOS-Kinderdorf San Jerónimo

Zahlreiche Menschen in Guatemala, vor allem die indigene Bevölkerung und die Bewohner der Zentralregion, leiden an hohen Armutsraten und sozialer Ausgrenzung. Kinder aus unterprivilegierten Familien, alleinerziehende Mütter und sehr junge Eltern sind besonders gefährdet und dringend auf Unterstützung angewiesen.

Der Kampf ums Überleben in Guatemalas „Trockengürtel“

 

Kinder in unserer Obhut arbeiten zusammen (Foto:SOS-Archiv) San Jerónimo ist eine Gemeinde im Departement Baja Verapaz im Norden Guatemalas und hat ca. 20 000 Einwohner. Neben Spanisch sind Achí, Poqomchí, und Q'ueqchí die offiziellen Landessprachen des Departements. Die Wirtschaft der Region basiert hauptsächlich auf dem Anbau von Zuckerrohr und Getreide.

Der Norden Guatemalas zählt zu den ärmsten Regionen des Landes. Bis zu 77 Prozent der Bewohner leben in Armut, haben kein sauberes Trinkwasser, zu wenig Nahrungsmittel und keinen Zugang zu einer medizinischen Versorgung. Das Departement Baja Verapaz weist eine der landesweit höchsten Unterernährungsraten von Kindern im Vorschulalter auf.

Die Menschen in Baja Verapaz, dem sogenannte „Trockengürtel“ des Landes, leben hauptsächlich von der Landwirtschaft. Die Bewohner der Region leiden immer wieder unter langen Dürreperioden. Der Ernteausfall führt zu Nahrungsmittelknappheit und Mangelernährung. Obwohl es einige staatliche Nothilfeprogramme gibt, können sich Eltern häufig nicht einmal den Weg zu den Orten leisten, an denen die Hilfsgüter verteilt werden.

 

Hoffnungslosigkeit und Mangel an Sicherheit können zu familiärer Gewalt führen

Die prekären Lebensumstände gefährden die Stabilität vieler Familien. Die häusliche Gewalt ist in Baja Verapaz ein großes Problem. Erst in jüngster Zeit haben Frauen begonnen, offen über Misshandlungen in der Familie zu sprechen. Es müssen noch viele Anstrengungen unternommen werden, um das Bewusstsein für die Rechte der Frauen und insbesondere der Kinder zu schärfen.

Auch die Zahl der von Bandenmitgliedern verübten Morde und Gewaltverbrechen steigt im Departement weiter an. Junge Menschen aus notleidenden Familien werden besonders häufig von Banden rekrutiert, da sie oft keine andere Überlebenschance sehen. Das Gefühl der Solidarität und die Loyalität der Bandenmitglieder zueinander können auf junge Menschen aus zerrütteten Familien sehr anziehend wirken.
Die Arbeit von SOS-Kinderdorf konzentriert sich in Jocotán zum einen auf die Betreuung von Kindern, deren Eltern nicht länger für sie sorgen können. Manchmal leiden die Eltern an Krankheiten oder Alkoholismus, und schlimmstenfalls werden Kinder verlassen, weil ihre Familien an der Not zerbrechen. Diese Kinder brauchen ein liebevolles Zuhause.
Zum anderen unterstützen wir junge Menschen an der Schwelle zum Erwachsenenleben.

Unsere Arbeit in San Jerónimo

 

Junge Menschen leben miteinander und unterstützen sich gegenseitig  (Foto: SOS-Archiv) Das SOS-Kinderdorf San Jerónimo wurde im Jahr 2001 eröffnet. Heute finden Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, in zwölf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Die Kinder besuchen die nahegelegenen Kindergärten und Schulen und sind daher sehr gut in ihre Umgebung integriert.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte können sie ihre Zukunft planen, Verantwortung zu übernehmen lernen und sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten.

 

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