Haiti: SOS-Hilfe nach dem Erdbeben

Die SOS-Kinderdörfer in Haiti ermöglichen Kindern und Familien einen Neuanfang - Ihre Spenden kommen an!

Am 12. Januar 2010 bebte in Haiti die Erde. Die Katastrophe brachte Tod und Zerstörung über die Menschen in dem bitterarmen Karibikstaat. Die SOS-Kinderdörfer in Haiti starteten ein umfangreiches Hilfsprogramm, um Kindern und Familien einen Neuanfang zu ermöglichen. Zunächst leisteten unsere SOS-Helfer lebensrettenden Soforthilfe für Zehntausende Kinder. Danach haben die SOS-Kinderdörfer Gemeindezentren eingerichtet, Selbsthilfe-Projekte für Familien gestartet und zerstörte Schulen wieder aufgebaut. Durch langfristige Projekte bieten wir 7000 Kindern und Eltern eine Perspektive. Ende 2014 ist nun die SOS-Aufbauhilfe zum Abschluss gekommen: Die ersten SOS-Kinder sind im neu errichteten Kinderdorf in Les Cayes eingezogen. Erdbeben-Waisen finden dort ein dauerhaftes Zuhause. Ihre Spenden kommen an!


Essensausgabe in einem SOS-Gemeindezentrum: SOS versorgt Kinder und Familien mit Hilfsgütern.

Das Erdbeben legte die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince zu weiten Teilen in Trümmer. Hunderttausende von Kindern verloren ihre Eltern oder wurden im Chaos von ihren Familien getrennt. Die Bildungsmisere hat sich zudem durch die Katastrophe dramatisch verschärft - rund 80 Prozent der Schulen in Port-au-Prince wurden durch das Beben beschädigt oder zerstört. Drei Jahre nach dem Erdbeben in Haiti hausen immer noch 358.000 Überlebende in 496 Zeltcamps.

Von der Soforthilfe zum Wiederaufbau

In den beiden haitianischen SOS-Kinderdörfern entstanden durch das Beben keine schweren Schäden. Vor allem das Kinderdorf Santo bei Port-au-Prince konnte daher als Basis der SOS-Hilfe für Kinder und Familien dienen. Von Anfang an arbeiteten unsere SOS-Helfer eng mit Selbsthilfe-Komitees und Gemeindevorstehern sowie mit Behörden und anderen Hilfsorganisationen zusammen.

Hilfe für Familien in den Gemeinden

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    Basisversorgung: Unmittelbar nach der Katastrophe ging es vorrangig darum, obdachlosen Familien und unbegleiteten Kinder mit dem Nötigsten zu helfen: Trinkwasser, Lebensmitteln, Kleidung, Decken und Zelten. In Zusammenarbeit mit Selbsthilfe-Gruppen wurden Gemeindezentren und Suppenküchen eingerichtet. Auf dem Höhepunkt des Nothilfeprogramms wurden in Port-au-Prince über die 16 SOS-Gemeindezentren sowie über mehr als 100 temporäre SOS-Ausgabestellen bis zu 24.000 Kinder und deren Eltern täglich mit Essen versorgt.
  • SOS-Familienhilfe & Gemeindezentren: Aus den Nothilfe-Ausgabestellen in Santo/Port-au-Prince sind mittlerweile langfristige Projekte hervorgegangen: In zehn neuen Gemeindezentren finden rund 4000 Kinder und Eltern vielfältige Unterstützung. Weitere drei Gemeindezentren haben in Les Cayes mit ihrer Arbeit begonnen. Familien mit insgesamt 1.100 Mitgliedern erhalten so eine Perspektive. Das Angebot für Kinder reicht von Tagesbetreuung und einer gesunden Ernährung über Lernen und Nachhilfe bis zu medizinischer Versorgung und psychologischer Betreuung. An Mütter und Väter richten sich Alphabetisierungs- und Ausbildungskurse sowie Berufsberatung.

Schutz und Betreuung für unbegleitete Kinder


Zuflucht, Schutz und Betreuung im SOS-Kinderdorf: Auf dem SOS-Gelände in Santo wurden Fertighäuser errichtet, um hunderte unbegleitete Kinder aufnehmen zu können.
  • Kinderdörfer bieten Schutz: Das SOS-Kinderdorf Santo nahm nach dem Beben 400 unbegleitete Kinder auf. Im SOS-Kinderdorf Cap Haitien fanden weitere 40 Kinder Zuflucht. Viele der Mädchen und Jungen hatten während der Katastrophe Entsetzliches erlebt und wurden von SOS-Psychologen betreut. Nach dem Beben lebten in Santo etwa dreimal so viele Mädchen und Jungen wie vor der Katastrophe. Um alle gut unterbringen zu können, wurden auf dem Kinderdorf-Gelände zunächst kleine Fertighäuser errichtet. Als Übergangslösung zogen die Kinder später in angemietete Häuser, genannt "SOS-Herbergen", in der Nachbarschaft des SOS-Kinderdorfs Santo. Dort wohnten die SOS-Familien, während das neue Kinderdorf in Les Cayes gebaut wurde.
  • Familien zusammenführen: Die meisten unbegleiteten Kinder, die nach dem Beben in die Obhut der SOS-Kinderdörfer kamen, sind mittlerweile zu ihren Familien zurückgekehrt. SOS-Mitarbeiter konnten die Angehörigen der Mädchen und Jungen ausfindig machen. 103 Erdbeben-Waisen haben jedoch keine Verwandten mehr, die sie bei sich aufnehmen könnten. Für diese Kinder bauen wir das dritte haitianische SOS-Kinderdorf.
  • Neues SOS-Kinderdorf in Haiti: In Les Cayes ist ein SOS-Kinderdorf für Erdbeben-Waisen entstanden: Baubeginn war im Dezember 2012, Ende 2014 konnten die ersten SOS-Familien einziehen. Bis zu 140 Mädchen und Jungen finden dort ein liebevolles Zuhause.

Bildung


  • Nachhaltige Hilfe durch den Bau von Schulen: Ein Mädchen in der SOS-Schule in Cap Haïtien.

    Neue SOS-Schulen: Auf dem SOS-Kinderdorf-Gelände in Santo, wo in der bereits bestehenden SOS-Schule bis zu 1000 Schüler unterrichtet werden, ist eine zweite  SOS-Schule errichtet worden, die zum Beginn des neuen Schuljahrs im Herbst 2012 fertiggestellt wurde. Der Bau wurde durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) teilfinanziert. Rund 500 Schüler besuchen dort den Unterricht.
    Eine weitere SOS-Schule ist in Les Cayes errichtet worden. Der Bau begann im Dezember 2012, im Oktober 2013 war Eröffnung.

  • Wiederaufbau von Gemeindeschulen: Die SOS-Kinderdörfer haben zudem fünf öffentliche Gemeindeschulen wieder aufgebaut: eine in Santo und vier weitere im Süden des Landes, die zum Jahreswechsel 2012/2013 fertiggestellt wurden. 
  • Bildungsinitiative: Die SOS-Kinderdörfer in Haiti haben in Kooperation mit der Universität von Quisqueya ein Schulungs- und Weiterbildungsprogramm für Lehrer gestartet.

  • Kurse in Gemeindezentren: Auch in den SOS-Gemeindezentren (s.o.) ist Bildung für Kinder und Eltern ein zentrales Thema.