Jamaika

Wie die SOS-Kinderdörfer in Jamaika helfen

Jamaica ist eine stolze Nation, die sich durch einen ausgeprägten Sinn für kulturelle Identität auszeichnet. Berühmte Persönlichkeiten wie Bob Marley, Marcus Garvey oder der Athlet Usain Bolt haben diesem entlegenen Inselstaat zu weltweiter Bekanntheit verholfen. Dennoch steht das Bild, das häufig in den internationalen Medien vermittelt wird, in krassem Gegensatz zu der weit verbreiteten Armut, der Arbeitslosigkeit und den hohen Kriminalitätsraten. SOS-Kinderdorf unterstützt Kinder und Jugendliche in Jamaika seit den 70er Jahren.

Wirtschaftliche Probleme drücken ihren Stempel auf die Bevölkerung

Von Gewalt geprägte Kindheit


Kinder benutzen den Computer, um ihre Hausübungen zu machen. (Foto: SOS-Archiv).

Kinder benutzen den Computer, um ihre Hausübungen zu machen. (Foto: SOS-Archiv).Dank deutlicher Verbesserungen bei der Gesundheitsversorgung ist die Sterblichkeitsrate der Kinder unter fünf Jahren seit den 90er Jahren in Jamaica leicht zurückgegangen. Dennoch leben nach wie vor etwa 15 Prozent der jamaikanischen Kinder in erdrückender Armut. Viele dieser Kinder müssen bereits in jungen Jahren ganze Haushalte führen und wachsen ohne elterliche Fürsorge auf.

Auf der Insel leben ca. 73 000 Waisenkinder, die ein oder beide Elternteile verloren haben. Zehntausende von Kindern sind in Jamaika bereits in jungen Jahren einem hohen Grad an Gewalt ausgesetzt. Einem Bericht zufolge gaben 60 Prozent der Kinder zwischen neun und 17 Jahren an, dass eins ihrer Familienmitglieder ermordet worden sei. Aufgrund der großen Armut schließen sich viele männliche Jugendliche Straßenbanden an. In vielen Fällen führen die in der Kindheit erlebten Benachteiligungen zu Folgeproblemen im Teenageralter.

Mädchen werden häufig Opfer der weit verbreiteten sexuellen Gewalt. Obwohl die Regierung Bemühungen zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen unternommen hat, sind die Vergewaltigungszahlen in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Auch die Bekämpfung der Kinderarbeit ist in Jamaika ein nationales Anliegen. Nach Angaben von UNICEF müssen sechs Prozent der Kinder in Jamaika Kinderarbeit verrichten. Für die Kinder in den Straßen von Kingston scheint Kindheit ein Luxus zu sein, den sich viele Familien schlichtweg nicht leisten können. Kleine Jungen verkaufen Kleinwaren auf den Straßen, putzen Windschutzscheiben oder betteln, um zu überleben.

  • Helfen Sie Kindern in Not!

    Schenken Sie Not leidenden Kindern eine Zukunft: Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Lateinamerika - helfen Sie mit Ihrer Spende oder Patenschaft!

     Jetzt helfen!