SOS-Kinderdorf Floridablanca-Bucaramanga

Kolumbien ist auf gutem Weg, seine Millenniums-Entwicklungsziele bis 2015 zu erreichen. Durch den bewaffneten Konflikt werden jedoch nach wie vor Tausende Familien aus ihrer Heimat vertrieben. Bucaramanga ist ein verhältnismäßig sicherer Ort und daher Anlaufstelle für zahlreiche Binnenflüchtlinge aus anderen Regionen.

Die Notleidenden in Santander spüren nichts von der allgemeinen Armutsbekämpfung

Junge Leute beim Sport (Foto: SOS-Archiv)

Bucaramanga liegt im Nordosten Kolumbiens im Departement Santander nahe der venezolanischen Grenze und hat über 500 000 Einwohner. Die etwas kleinere Stadt Floridablanca gehört mit ihren rund 260 000 Bewohnern zur Metropolregion Bucaramanga. Die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf der Herstellung von Schuhen und anderen Lederwaren.

Das Departement Santander hat eine der landesweit niedrigsten Armutsraten zu verzeichnen, aber die ärmsten Bevölkerungsschichten haben bislang nichts von den erzielten Fortschritten gespürt. Die gewaltsamen Vertreibungen durch den anhaltenden bewaffneten Konflikt in Kolumbien stellen nach wie vor besonders im Nordosten des Landes ein großes Problem dar. Allein in Bucaramanga leben schätzungsweise 36 800 Binnenflüchtlinge, von denen die Hälfte noch Kinder sind. Abgesehen von den offensichtlichen sozioökonomischen Folgen der Vertreibung führt die erlittene Gewalt auch zu schweren psychosozialen Störungen, dem Verlust der Identität, des sozialen Zusammenhalts und des Selbstvertrauens.

 

Die Kinder der Binnenflüchtlinge brauchen Sicherheit und ein fürsorgliches Zuhause

Die vorhandene Infrastruktur reicht nicht aus, um alle ankommenden Flüchtlinge zu versorgen. Die Vertriebenen mussten ihre Heimat, ihre Arbeit, ihren Besitz und ihre Freunde und Familien zurücklassen, sind häufig schwer traumatisiert und müssen in einer anderen Stadt ganz von vorne anfangen. Die Arbeitslosen- und Analphabetenraten liegen in dieser Gesellschaftsgruppe besonders bei den Frauen weit über dem Landesdurchschnitt. Obwohl sich einige Wohltätigkeitsorganisationen und Regierungsprogramme für die Eingliederung der Flüchtlinge einsetzen, sind viele auf sich allein gestellt und nicht in der Lage, ihre Kinder ausreichend zu versorgen.

Diese Eltern, vor allem alleinerziehende Mütter oder Menschen, die an Depressionen, Angstzuständen oder anderen Traumata leiden, sind dringend auf Hilfe angewiesen. Wenn sie Unterstützung erhalten und Arbeit finden, können mehr Kinder bei ihrer Familie bleiben, eine Schule besuchen und einer besseren Zukunft entgegenblicken.

Unsere Arbeit in Floridablanca

 

Eine SOS-Familie zu Hause (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-Kinderdorf Floridablanca-Bucaramanga wurde 1999 eröffnet. Heutzutage bieten die Sozialzentren ein ganzheitliches und nachhaltiges Familienstärkungs-programm, um die Not der lokalen Bevölkerung zu lindern.

Das Angebot umfasst Kindertagesstätten und ein Tagesmütterprogramm, in dem berufstätige Eltern oder alleinerziehende Mütter ihre Kinder in sicherer Obhut lassen können, während sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Diese Programme richten sich speziell an Kinder unter 12 Jahren aus schwierigen familiären Verhältnissen, in denen häusliche Gewalt herrscht oder die finanzielle Notlage der Eltern die Sicherheit und Bildung der Kinder gefährdet.

Die Sozialzentren bieten darüber hinaus Schulungen für Erwachsene, um ihre beruflichen Fähigkeiten und somit die Chancen auf ein höheres Einkommen und mehr Ansehen zu verbessern. Eltern werden auch durch Schulungen über Kinderrechte und beim Ausbau ihrer Kompetenzen für die Erziehung verschiedener Altersgruppen unterstützt.

Bis zu 117 Kinder aus Bucaramanga, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 13 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Wenn junge Menschen dem Kinderdorf entwachsen und ein Studium oder eine Berufsausbildung beginnen möchten, bietet unser SOS-Jugendprogramm die Möglichkeit betreuter Wohngemeinschaften. Unter der Aufsicht qualifizierter Fachkräfte können die jungen Menschen in sicherer Umgebung ihre Zukunft planen, zunehmend Verantwortung übernehmen und sich auf ein Leben in Unabhängigkeit vorbereiten.

 

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