SOS-Kinderdorf Cali

Obwohl Cali weithin „die Hauptstadt der Salsa“ genannt wird, ist das Leben vieler Menschen nicht so unbeschwert und sorglos wie die Klänge der afrokaribischen Musik. In jüngster Zeit hat diese Stadt im Südwesten Kolumbiens eine beachtliche wirtschaftliche Entwicklung zu verzeichnen. Dennoch haben zahlreiche Bewohner Calis bislang nicht vom Fortschritt der Region profitiert; sie leben nach wie vor in Verzweiflung und bitterer Armut.

Trotz wirtschaftlicher Fortschritte leiden in Cali viele Kinder an Armut
 


Zwei Mädchen vor ihrem Familienhaus (Foto: I. Cambronero)

Cali ist die Hauptstadt des Departements Valle del Cauca und weist die drittgrößte Bevölkerungsdichte in ganz Kolumbien auf. Im Laufe der Zeit hat die Stadt enorm an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen, die Diversifizierungsprogramme haben Früchte getragen. Zahlreiche multinationale Konzerne haben sich in Cali angesiedelt. Das SOS-Kinderdorf Cali wurde im Jahre 2009 als weltweit 500. SOS-Kinderdorf eröffnet.

Obwohl Cali zweifelsohne beachtliche wirtschaftliche Fortschritte zu verzeichnen hat, leben nach wie vor zahlreiche Caleños unter extrem schwierigen Bedingungen. Etwa 35 000 Kinder aus benachteiligten Familien besuchen keine Schule. Offiziellen Angaben zufolge arbeiten 43 000 Kinder in den Straßen der Stadt. 45 Prozent der Kinderarbeiter haben ein oder beide Elternteile verloren. Die meisten betteln, verkaufen Kleinwaren oder putzen Windschutzscheiben an Ampeln. Anstatt zur Schule zu gehen, müssen sie arbeiten und zum Einkommen ihrer Familien beitragen. Es kommt nicht selten vor, dass Kinder auch nachts arbeiten müssen.

Der Mangel an Bildung beeinträchtigt die Zukunftsaussichten der betroffenen Kinder. Ohne Bildung sind viele im Teufelskreis von Armut, Verbrechen und Drogen gefangen. Die Armut in Cali ist nicht „farbenblind“: Caleños afrokolumbianischer Herkunft leiden an besonders hohen Armutsraten. Die Landschaft des Distrikts Aguablanca ist von einem Meer an Blechhütten geprägt, in denen es keinen Zugang zu fließendem Wasser und keine Stromversorgung gibt. Unter solch prekären sozioökonomischen Bedingungen bleibt vielen jungen Bewohnern der Stadt  eine glückliche Kindheit für immer verwehrt.

Zahlreiche Menschen leiden an den Folgen des bewaffneten Konflikts

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Kolumbien in den 1970er Jahren. Viele Jahre lang wurde das Land von den Kämpfen der Drogenbanden und dem Bürgerkrieg erschüttert. Zehntausende Familien sind in Kolumbien zu Binnenflüchtlingen geworden. Zahlreiche Menschen aus den ländlichen Regionen im Südwesten mussten ihre Heimat gegen ihren Willen verlassen und nach Cali ziehen. Viele Zwangsvertriebene aus den umliegenden Regionen Calis haben alles verloren und müssen sich in einer fremden städtischen Umgebung zurechtfinden. Obwohl die Regierung zeitlich begrenzte humanitäre Hilfe leistet, sind die Lebensbedingungen für Binnenflüchtlinge extrem hart. Die Kinder der Vertriebenen besuchen häufig keine Schule und sind nicht einmal mit dem Nötigsten versorgt.

Unsere arbeit im Cali


Das Bild einer glücklichen Familie (Foto: I. Cambronero)
 

Im SOS-Kinderdorf Cali leistet unsere Organisation umfassende Unterstützung für die lokale Bevölkerung in Form von Familienstärkungsprogrammen, Beratungen und einem liebevollen Zuhause für schutzlose Kinder ohne elterliche Fürsorge.

Unser SOS-Sozialzentrum betreibt eine Kindertagesstätte für Familien aus der Gemeinde. Das Zentrum gehört zum SOS-Familienstärkungsprogramm, das durch ein umfassendes Konzept Kindern, die vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht sind, das Aufwachsen bei ihrer eigenen Familie ermöglicht. Viele junge Mütter haben unsere Hilfe in Anspruch genommen und sind jetzt in der Lage, ausreichend für ihre Kinder zu sorgen. Sie können zur Arbeit gehen und ihren Lebensunterhalt verdienen, während ihre Kinder in unserer Kindertagesstätte betreut werden. Im SOS-Kinderdorf Cali leben 14 SOS-Familien, in denen bis zu 126 Kinder, die nicht länger bei ihren Familien bleiben können, von SOS-Müttern liebevoll betreut werden.
 




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