SOS-Kinderdorf Ipiales

In letzter Zeit gab es in Kolumbien erste Fortschritte bei der Armutsbekämpfung zu verzeichnen. Weite Teile der Bevölkerung sind jedoch bislang von dieser Entwicklung ausgeschlossen. Die Kinder notleidender Familien gehören zu den schwächsten Teilen der kolumbianischen Gesellschaft.

Subsistenzwirtschaft oder informelle Arbeit - viele haben keine andere Wahl

SOS-Kinderdorf Ipiales: Wo Kinder eine Kindheit genießen können (Foto: F. Espinoza)

Ipiales liegt etwa 3 km von der Grenze zu Ecuador entfernt im Departement Nariño und hat ca. 100 000 Einwohner. Der Handel stellt die wichtigste Säule der Wirtschaft dar. Zahlreiche Menschen arbeiten auf dem informellen Sektor.

Die Lebensbedingungen in den umliegenden ländlichen Gebieten sind sehr hart. Die meisten Menschen indigener Abstammung sind Subsistenzbauern und sind weitgehend von den wirtschaftlichen und politischen Fortschritten des Landes ausgeschlossen. Als im Jahr 2011 das neue Freihandelsabkommen zwischen Kolumbien und den USA unterzeichnet wurde, gingen in Ipiales etwa 7000 Menschen auf die Straße und protestierten gegen diese als Bedrohung ihrer Existenz empfundene politische Entscheidung.

Ständiger Zustrom von Einwanderern in einer Stadt, die niemals schläft

Aufgrund der Grenznähe sind die Einwohnerzahlen der Stadt ständigen Schwankungen unterworfen. Zahlreiche Menschen ziehen auf der Suche nach Arbeit aus dem Umland in die Stadt, vor allem junge Menschen, die auf sich alleine gestellt sind. Häufig werden ihre Hoffnungen nicht erfüllt, und sie haben keine andere Wahl, als sich auf dem informellen Sektor, z.B. als Straßenverkäufer zu verdingen. Mindestens 40 Prozent aller Handelsunternehmen sind in Ipiales nicht offiziell registriert.

Viele Menschen in der Region wurden durch die gewaltsamen Konflikte in Kolumbien zu Binnenflüchtlingen. Auch der organisierte Menschen- und Kinderhandel stellt ein großes Problem dar. Jungen Müttern wird Geld für ihre Babies geboten. Kleine Kinder werden an Menschenhändler verkauft und in andere Länder verschleppt, in denen sie z.B. als Hausangestellte arbeiten müssen.

Insgesamt betrachtet ist das Leben in dieser unruhigen Grenzregion, in der ein ständiges Kommen und Gehen herrscht, für viele Kinder und Jugendliche ein sehr unsicheres Umfeld, vor allem wenn ihre Eltern selbst in Not leben und keine Sicherheiten, kein geregeltes Einkommen und keinen Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung haben. SOS-Kinderdorf unterstützt gerade diese Familien und ihre Kinder.

Unsere Arbeit in Ipiales

Eine SOS-Familie spielt zusammen ein Brettspiel. (Foto: SOS-Archiv)

Das SOS-Kinderdorf Ipiales wurde im Jahr 2003 eröffnet. Wir sind derzeit an verschiedenen Standorten im gesamten Nariño Distrikt tätig.

Familien stärken: Heute bieten die Sozialzentren Familienstärkungsprogramme, um die Not der Bevölkerung nachhaltig zu lindern. Zu den Leistungen zählen Kindertagesstätten, und ein Kinderzahnarzt und ein Allgemeinarzt. Darüber hinaus finden in den Sozialzentren Kurse über Ernährungs- und Gesundheitsberatung statt.

Angesichts der hohen Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt, ist die Unterstützung von Frauen in der Gemeinde auch ein zentrales Anliegen. Sie erhalten Weiterbildung, damit sie einen Berufsabschluss erhalten und somit ihr Einkommen und ihren gesellschaftlichen Status verbessern können.

Betreuung in Familien: Kinder aus Ipiales, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Es gibt auch Pflegefamilien, die für Kinder Kurzzeitpflege zur Verfügung stehen. Während die Kinder in unserer Obhut sind, arbeiten wir mit ihren Herkunftsfamilien - unser Ziel ist es, die Familien wieder zu vereinen. Viele dieser Familien leben in der Gemeinde integriert.

Unterstützung für junge Menschen: Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, können in das SOS-Programm umsiedeln. Während ihrer Ausbildung oder ihres Studiums werden sie von ausgebildeten Fachkräften betreut, lernen Verantwortung zu übernehmen, ihre Zukunft zu planen und sich auf ein Leben in Unabhängigkeit vorzubereiten.

Anwaltschaft: SOS-Kinderdorf arbeitet mit anderen Organisationen zusammen, um die Situation von Familien zu verbessern und eine angemessene Pflege für Kinder ohne elterliche Fürsorge zu bieten.














Das SOS-Kinderdorf Ipiales wurde im Jahr 2003 eröffnet. Heute bieten die Sozialzentren Familienstärkungsprogramme, um die Not der Bevölkerung ganzheitlich und nachhaltig zu lindern. Zu den Leistungen zählen Kindertagesstätten und Tagesmütterprogramme, damit erwerbstätige Eltern und alleinerziehende Mütter ihre Kinder in sicherer Obhut lassen können, während sie ihren Lebensunterhalt verdienen. Ein Kinderzahnarzt und ein Allgemeinarzt kümmern sich um die medizinische Versorgung der Gemeinde.

Darüber hinaus finden in den Sozialzentren Kurse über Ernährungs- und Gesundheitsberatung statt. Die Unterstützung von Frauen in der Gemeinde ist ein zentrales Anliegen. Sie erhalten Weiterbildung in verschiedenen Bereichen, damit sie einen Berufsabschluss erhalten und somit ihr Einkommen und ihren gesellschaftlichen Status verbessern können.

Bis zu 117 Kinder aus Ipiales, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in 13 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier wachsen die sie gemeinsam mit ihren Geschwistern auf und werden von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, können in das SOS-Programm umsiedeln. Während ihrer Ausbildung oder ihres Studiums werden sie von ausgebildeten Fachkräften betreut, lernen Verantwortung zu übernehmen, ihre Zukunft zu planen und sich auf ein Leben in Unabhängigkeit vorzubereiten.

 

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