Mexiko

Wie die SOS-Kinderdörfer in Mexiko helfen

In den späten 60er Jahren besuchte der Direktor einer Mutter-Kind-Klinik in Mexiko ein SOS-Kinderdorf in Österreich. Aufgrund seines Berufs war er mit der Lebenssituation von Kindern in Not gut vertraut. Beeindruckt durch das SOS-Kinderdorf kehrte er mit der Idee nach Mexiko zurück, dasselbe langfristige Betreuungskonzept in seinem Heimatland einzuführen.
Geschwister (Foto: S. Streeck)
Mit 98 Prozent ist die Einschulungsquote in Mexiko relativ hoch. Dennoch ist der Schulbesuch nicht für alle mexikanischen Kinder eine Selbstverständlichkeit. Tausende von Kindern im schulpflichtigen Alter aus armen Familien besuchen keine Schule. Zu den am meisten betroffenen Gruppen zählen Kinder von landwirtschaftlichen Wanderarbeitern und Kinder aus indigenen Familien. In den ländlichen Regionen ist die schulische Infrastruktur häufig in einem desolaten Zustand, und der Unterricht findet unter prekären Bedingungen statt.

Die UN hat beklagt, dass es in Mexiko weder verlässliche Daten über Kinder, die ohne elterliche Fürsorge aufwachsen, noch über die Lebenssituation der Kinder im Allgemeinen gibt. Die Zahl der Waisenkinder in Mexiko wird auf ungefähr 1 600 000 geschätzt. Ca. eine Million junger Mexikaner wachsen Berichten zufolge ohne elterliche Fürsorge auf. Zu den Hauptursachen für den Verlust der elterlichen Fürsorge zählen Müttersterblichkeit, Mord an Frauen, AIDS und die anhaltende Gewalt durch Mexikos Drogenkartelle. Soziale Ausgrenzung, Teenager-Schwangerschaften und Migration können ebenfalls zum Verlust der elterlichen Fürsorge führen.

Das Leben als Waisenkind ist in Mexiko extrem hart; viele von ihnen leiden unter sozialer Ausgrenzung, Diskriminierung und Armut. In den städtischen Gebieten enden diese Kinder oft auf der Straße, wo sie für eine Rekrutierung durch Straßengangs extrem anfällig sind. Auch die häusliche Gewalt stellt in Mexiko ein anhaltendes Problem dar; jedes dritte Kind wird zuhause körperlich misshandelt, eingeschüchtert oder sexuell missbraucht. Die körperliche Bestrafung durch andere Familienmitglieder hat dramatische Auswirkungen auf die Entwicklung eines Kindes. Im Durchschnitt wurden in den letzten 25 Jahren pro Tag zwei 14-jährige Kinder in Mexiko ermordet.

 

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