SOS-Kinderdorf Tehuacán

Im mexikanischen Bundesstaat Puebla leben etwa 50 Prozent der Bevölkerung in Armut. Viele Familien können aufgrund der finanziellen Notlage ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Zahlreiche Eltern sind auf das zusätzliche Einkommen ihrer Kinder angewiesen. SOS-Kinderdorf unterstützt seit 1991 notleidende Menschen in Tehuacán.

Aufwachsen ohne elterliche Fürsorge

 

Gesangstunde im SOS-Kinderdorf Tehuacán (Foto: P. Hahn)Tehuacán ist die zweitgrößte Stadt des mexikanischen Bundesstaates Puebla im Südosten des Landes. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung leidet an Armut und sozialer Ausgrenzung.

Aufgrund der schwierigen sozioökonomischen Situation in der Region leben Tausende von Familien in großer Not. In Tehuacán und Umgebung fristen etwa 67 der Einwohner ein Leben in Armut. Etwa 18 Prozent leiden an Mangelernährung. Von der Gesellschaft vergessen, hausen sie in menschenunwürdigen Behausungen und haben weder Zugang zu fließendem Wasser, sanitären Einrichtungen noch zur Stromversorgung. Solch große Armut und ein hoher Grad an sozialer Ungleichheit haben häufig schwerwiegende Folgen für die geistige und körperliche Entwicklung eines Kindes. In Tehuacán wachsen zahlreiche Kinder ohne den Schutz der elterlichen Fürsorge auf.

Aufgrund der wirtschaftlichen Notlage ihrer Familien brechen viele Kinder die Schule ab und arbeiten, um zum Haushaltseinkommen beizutragen. Wie auch in vielen anderen Landesteilen arbeiten Kinder meist auf dem informellen Sektor. Sie putzen Schuhe, verkaufen Kleinwaren oder waschen Windschutzscheiben an Ampeln. Die Einschulungsquote liegt in Tehuacán bei niedrigen 65 Prozent und damit sogar noch unter dem Durchschnitt des Bundesstaates Puebla. Etwa neun Prozent der Menschen in Tehuacán können weder lesen noch schreiben. Kinder, die nicht zur Schule gehen, haben auch als Erwachsene nur wenige Chancen, den Armutszyklus zu durchbrechen.

In den letzten Jahren war auch die Kinderprostitution in Tehuacán im Zunehmen begriffen. Obwohl die mexikanische Regierung eine Reihe von Initiativen zur Bekämpfung der Kinderarmut ins Leben gerufen hat, ist das Problem zumindest in Tehuacán noch lange nicht gelöst.

 

Aufgrund der großen Armut in Tehuacán brauchen viele Kinder unsere Unterstützung

Angesichts der wachsenden Zahl von Waisen und verlassenen Kindern nahm SOS-Kinderdorf im Jahr 1991 seine Tätigkeit in Tehuacán auf. In ganz Mexiko werden die Rechte der Kinder jeden Tag verletzt und missachtet. Zehntausende Waisen und verlassene Kinder haben keine Geburtsurkunde, womit sie vor dem Gesetz praktisch nicht existieren. Im SOS-Kinderdorf können Waisen und vernachlässigte Kinder aus armen, marginalisierten Familien in einem würdevollen, kindgerechten Umfeld gemeinsam mit ihren Geschwistern aufwachsen. Sie können zur Schule gehen, werden medizinisch versorgt und von SOS-Müttern liebevoll betreut.

Unsere Arbeit in Tehuacán

 

Lächeln für die Kamera (Foto: C. Martinelli)Unsere Organisation bietet der notleidenden Bevölkerung in Tehuacán ein umfassendes Angebot an Unterstützung. Dazu zählen die Hilfe für gefährdete Familien, ein liebevolles Zuhause für Kinder ohne den Schutz der elterlichen Fürsorge und berufsbildende Maßnahmen.

Das SOS-Kinderdorf Tehuacán wurde im Jahr 1991 angesichts der weit verbreiteten Kinderarmut und der wachsenden Zahl von Waisen in der Region eröffnet. Bis zu 108 Kinder finden in 12 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause und werden von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Im Kinderdorf gibt es einen Spielplatz, einen Fußballplatz und eine Mehrzweckhalle. Hier können Kinder ihre Freizeit verbringen. Das SOS-Sozialzentrum bietet Familienstärkungsprogramme für die Festigung bestehender familiärer Bindungen, damit Kinder bei ihren leiblichen Familien aufwachsen können. Mütter können ihre Kinder den Tag über in der Kindertagesstätte betreuen lassen, während sie arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen.

SOS-Kinderdorf leitet darüber hinaus ein SOS-Berufsbildungszentrum und ein SOS-Jugendprogramm, in dem Heranwachsende aus den SOS-Familien unter der Aufsicht qualifizierter JugendberaterInnen in betreuten Wohngemeinschaften auf ihre Selbständigkeit vorbereitet werden.

 

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