SOS-Kinderdorf Juigalpa

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Juigalpa in den frühen 1980er Jahren, knapp zehn Jahre nachdem ein verheerendes Erdbeben die Hauptstadt Managua in Schutt und Asche gelegt hatte. Juigalpa und seine Umgebung waren während des Bürgerkrieges Schauplatz schwerer Kämpfe. Da Kinder ganz besonders an den Folgen des Krieges litten, beschloss unsere Organisation ihre Bemühungen vor Ort noch weiter auszubauen.

Die Kinderarmut ist in Juigalpa ein weit verbreitetes Problem

Kinder spielen zusammen Fußballspiel (Foto: SOS-Archiv).
Kinder spielen zusammen Fußballspiel (Foto: SOS-Archiv).

Juigalpa liegt etwa 140 km östlich der Landeshauptstadt Managua in der Zentralregion Nicaraguas und ist die Hauptstadt der Provinz Chontales. Während des brutalen Bürgerkrieges war die Region Juigalpa Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen den Truppen des früheren Diktators Somoza und den Sandinisten.

Tausende Kinder müssen in Nicaragua auch heute noch Kinderarbeit verrichten. Etwa drei von fünf Kindern sind in der Landwirtschaft auf den Bananen-, Baumwoll- und Tabakplantagen tätig, um zum Einkommen ihrer Familien beizutragen.

Obwohl Juigalpa wirtschaftlich besser als viele Landesteile gestellt ist, leben viele Kinder in Armut und leiden an Vernachlässigung. In Juigalpa und Umgebung waren die sozioökonomischen Bedingungen schon immer prekär; die Infrastruktur ist veraltet. Zahlreiche Kinder werden meist auf dem informellen Sektor zum Arbeiten gezwungen. Manche betteln oder verkaufen Kleinwaren auf der Straße. Andere arbeiten in der Landwirtschaft und helfen ihren Eltern bei der Feldarbeit. Dabei sind sie häufig Pestiziden ausgesetzt und müssen gefährliche Maschinen bedienen. Wenn Kinder tagsüber arbeiten, haben sie keine Zeit für die Schule. Arbeiten sie nachts, sind sie häufig zu müde, um dem Unterricht zu folgen, da sie an konstantem Schlafmangel leiden.

Großer Bedarf an Unterstützung für Familien in Juigalpa

Angesichts der Tatsache, dass keine andere Organisation familiennahe Betreuung für Waisen und vernachlässigte Kinder oder eine breite Unterstützung für Familien in der Region bietet, beschloss SOS-Kinderdorf seine Tätigkeit in Nicaragua auch auf Juigalpa auszudehnen. In den vergangenen drei Jahrzehnten unserer Tätigkeit in der Region wurden unsere Programme weiterentwickelt und an die veränderten Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung angepasst.

Unsere Arbeit in Juigalpa

Gute Freunde (Foto: SOS--Archiv)
Gute Freunde (Foto: SOS--Archiv)

Unsere Organisation bietet seit 1981 notleidenden Kindern und Jugendlichen in Juigalpa ein umfassendes Angebot an Unterstützung. Dazu zählen die SOS-Sozialzentren mit Programmen für Familien in Not, berufliche Bildungsmöglichkeiten für Eltern und junge Erwachsene, ein Jugendprogramm sowie ein liebevolles Zuhause für Kinder ohne elterliche Fürsorge.

Die Vermeidung der Zerrüttung von Familien bildet das Herzstück unserer Arbeit in der Region. Das SOS-Familienstärkungsprogramm setzt sich in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden dafür ein, dass Familien zusammenbleiben und ausreichend für ihre Kinder sorgen können. Die teilnehmenden Familien bilden Gemeindeausschüsse, organisieren Veranstaltungen und leisten bedarfsgerechte Unterstützung. Die Kindertagesstätten beispielsweise sind für berufstätige Mütter von großer Bedeutung. Sie können ihre Kinder tagsüber in professioneller Obhut lassen, während sie zur Arbeit gehen. Neben der so wichtigen Vorschulerziehung erhalten Kinder eine gesunde Mahlzeit. Familien können darüber hinaus Beratungen und psychologischen Beistand in Anspruch nehmen sowie Schulungen und Weiterbildungen besuchen.

Bis zu 126 Kinder, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in 12 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause und werden von SOS-Müttern in einem stabilen und förderlichen Umfeld betreut. Wenn Jugendliche ihren SOS-Familien entwachsen, können sie im Rahmen des SOS-Jugendprogramms in betreute Wohngemeinschaften ziehen, während sie eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren. Unter der Aufsicht qualifizierter Fachkräfte entwickeln sie Perspektiven für ihre Zukunft, lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.
 

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