SOS-Kinderdorf León

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in León nach den schrecklichen Verwüstungen durch Hurrikan Mitch in 1998. Das SOS-Nothilfeprogramm, das anfänglich betroffenen Familien vorübergehende Hilfsunterkünfte und Unterstützung geboten hatte, wurde in eine Reihe langfristiger Angebote umgewandelt. Obwohl die Armutszahlen in Nicaragua in jüngster Zeit deutlich gesunken sind, leiden nach wie vor Tausende Kinder in der Region an Unterernährung, mangelnder Bildung und dem Verlust der elterlichen Fürsorge.

Auch die Kinder von León leiden an der vorherrschenden Armut


Hausarbeit (Foto: E. Evel Sarria)

León liegt im Westen Nicaraguas und ist weithin als kulturelles und intellektuelles Zentrum des Landes bekannt. Die Kathedrale von León auf dem Marktplatz der Stadt gehört zu den ältesten und berühmtesten Kirchen in ganz Lateinamerika. Während des nicaraguanischen Bürgerkrieges der 1980er Jahre waren León und seine Vororte Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen den Sandinisten und den Truppen des früheren Diktators Somoza. Der Krieg hatte schwere wirtschaftliche Folgen für die Region. Zahlreiche Schulen wurden geschlossen; viele Familien konnten sich den Schulbesuch ihrer Kinder nicht länger leisten.

León ist die zweitgrößte Stadt Nicaraguas und ein wichtiges Landwirtschafts- und Handelszentrum. Dennoch stammen schätzungsweise etwa 20 Prozent aller nicaraguanischen Kinder ohne elterliche Fürsorge aus León und Umgebung. Viele dieser Kinder müssen bereits in jungen Jahren ganze Haushalte führen und ihre Geschwister ernähren. Um sich mit dem Nötigsten zu versorgen, müssen sie betteln oder Kinderarbeit verrichten und können daher keine Schule besuchen.

SOS-Kinderdorf baut die Unterstützung in León weiter aus

Auch wenn SOS-Kinderdorf ursprünglich im Rahmen eines Nothilfeprogramms nach den Verwüstungen durch Hurrikan Mitch nach León gekommen war, stellte sich bald heraus, dass aufgrund des hohen Armutsniveaus zahlreiche Kinder und Familien auf unsere dauerhafte Hilfe angewiesen waren. Obwohl die nicaraguanische Regierung mehrere Projekte für notleidende Kinder ins Leben gerufen hat, gibt es nach wie vor großen Bedarf an langfristigen alternativen Unterstützungs- und Betreuungsangeboten.

Unsere Arbeit in León


Lächeln für die Kamera (Foto: A. Gabriel)

SOS-Kinderdorf bietet der notleidenden Bevölkerung ein ganzheitliches Angebot an Unterstützungsmaßnahmen. Dazu zählen Familienstärkungsprogramme, Berufsbildungskurse, Beratungen und medizinische Versorgung sowie ein liebevolles Zuhause für Kinder ohne elterliche Fürsorge.

Die SOS-Familienstärkungsprogramme setzen sich für die Festigung bestehender familiärer Bindungen ein, um Familien vor der Zerrüttung zu bewahren. Der Mangel an wirtschaftlichen Ressourcen stellt für viele Familien eine große Belastung dar, an der sie manchmal zerbrechen. Angesichts dieser Umstände ist das Angebot der Tagesbetreuung ein fundamentaler Teil unserer Arbeit, weil Eltern dadurch ihre Kinder in sicherer Obhut lassen können, während sie arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen. In der Kindertagesstätte erhalten Kinder Mahlzeiten und nehmen an der Vorschulerziehung teil. Eltern können Schulungen zum Ausbau ihrer elterlichen Kompetenzen und Berufsbildungskurse besuchen. Die Familien im Familienstärkungsprogramm bilden Ausschüsse, die in Gemeindezentren verschiedene Aktivitäten organisieren und leiten.

Einmal pro Woche findet eine Kinder- und Zahnarztordination im SOS-Kinderdorf statt. Die Ärzte können sowohl von den SOS-Familien als auch von Kindern aus der Nachbarschaft und deren Eltern konsultiert werden.

Kinder ohne elterliche Fürsorge können in einer der 12 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause finden. Die Kinder wachsen mit einer SOS-Mutter in einem liebevollen familiären Umfeld voller Respekt und Sicherheit auf.

 

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