SOS-Kinderdorf Matagalpa

Matagalpa liegt idyllisch in einer malerischen Umgebung. In krassem Gegensatz zur natürlichen Schönheit der Landschaft steht das hohe Armutsniveau der Bevölkerung. Tausende Kinder in der Region leiden an Unterernährung, haben keinen Zugang zu Bildung oder werden von ihren Eltern verlassen.

Im malerischen Matagalpa leben viele Kinder in großer Not

Kinder spielen zusammen (Foto:  P. Verbeek)
Kinder spielen zusammen (Foto: P. Verbeek)

Matagalpa liegt in der Zentralregion Nicaraguas etwa 130 km von der Landeshauptstadt Managua entfernt. Die Stadt weist nicht nur eine der größten Bevölkerungsdichten in Nicaragua auf, sondern gehört demographisch gesehen auch zu den jüngsten Städten des Landes: knapp 50 Prozent der Matagalpeños sind Kinder unter 16 Jahren. Während des brutalen Bürgerkrieges war die Region um Matagalpa Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen den Truppen des früheren Diktators Somoza und den Sandinisten.

Die ländliche Bevölkerung Nicaraguas leidet an einem besonders hohen Armutsniveau. Knapp 40 Prozent der Haushalte in der Region haben keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen und fließendem Wasser. Etwa 17 Prozent der Bevölkerung fristen ein Dasein in Baracken mit Lehmfußböden, in denen Wände und Dächer notdürftig aus Abfällen und Resten zusammengeschustert sind, die die Bewohner auftreiben konnten. Aufgrund der abgeschiedenen Lage sind viele Straßen während der Regenzeit nur schlecht passierbar, und es mangelt an medizinischer Versorgung. Die Kinderarmut war in Matagalpa schon immer weit verbreitet. Matagalpa weist eine der landesweit höchsten Müttersterblichkeitsraten auf. Aufgrund der prekären sozioökonomischen Bedingungen vieler Matagalpeños müssen zahlreiche Kinder arbeiten und können daher keine Schule besuchen.

Nach wie vor großer Bedarf an familiennaher Betreuung in Matagalpa

Der Bau eines SOS-Kinderdorfs in Matagalpa wurde aus zwei Gründen beschlossen: Zum einen war die Zahl notleidender Kinder in der Region immer weiter gestiegen. Zum anderen waren alle anderen Kinderdörfer Nicaraguas zu der Zeit ausgelastet. Obwohl die nicaraguanische Regierung zahlreiche Projekte für notleidende Kinder ins Leben gerufen hat, ist der Bedarf an langfristiger alternativer Betreuung nach wie vor sehr groß.

Unsere Arbeit in Matagalpa

Kinder lernen zusammen (Foto:  P. Verbeek )
Kinder lernen zusammen (Foto: P. Verbeek )

Das SOS-Kinderdorf Matagalpa unterstützt Kinder und Jugendliche in der Region seit dem Jahr 2000. Unser Angebot für die lokale Bevölkerung umfasst Familienstärkungsprogramme, ein liebevolles Zuhause für Kinder ohne elterliche Fürsorge, Bildungsmaßnahmen und Beratungen. Bis zu 108 Kinder ohne elterliche Fürsorge wachsen in unserem SOS-Kinderdorf in SOS-Familien unter der liebevollen Betreuung von SOS-Müttern auf.

Im SOS-Jugendprogramm von Matagalpa leben Heranwachsende in betreuten Wohngemeinschaften, während sie eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren. Begleitet durch ausgebildete Fachkräfte entwickeln junge Menschen Zukunftsperspektiven, lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.

Die SOS-Sozialzentren leiten die SOS-Familienstärkungsprogramme in Matagalpa. Sie beruhen auf einem ganzheitlichen und umfassenden Konzept, um vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedrohten Kindern das Aufwachsen bei ihren leiblichen Familien zu ermöglichen. Im SOS-Sozialzentrum können Mütter ihre Kinder den Tag über betreuen lassen, während sie zur Arbeit gehen. So können sie einer Beschäftigung nachgehen und ihren Lebensunterhalt verdienen und wissen, dass ihre Kinder während ihrer Abwesenheit in guten Händen sind. Die Kinder erhalten Mahlzeiten, nehmen am Vorschulunterricht teil und werden medizinisch versorgt. Darüber hinaus bietet das SOS-Sozialzentrum Beratungen, Schulungen und psychologischen Beistand.
 

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