SOS-Kinderdorf Colón

Colón ist nach Hong Kong die zweitgrößte Freihandelszone der Welt. Jedes Jahr werden Importe und Re-Exporte im Wert von mehr als 16 Milliarden US$ umgeschlagen. Dennoch kommt der offensichtliche Wohlstand der Region nicht bei den ärmsten Teilen der Gesellschaft an. Zahlreiche Familien leben in großer Not.

Nicht alle Bewohner profitieren von der wirtschaftlichen Stärke Colóns

Eine SOS-Familie aus Colón (Foto: I. Molinar)
Eine SOS-Familie aus Colón (Foto: I. Molinar)

Colón, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, liegt an der Karibikküste Panamas und hat knapp 233 000 Einwohner. Die Stadt ist in der Nähe der Verbindung des Panama-Kanals zum Atlantik und somit in der Freihandelszone Colón angesiedelt, in der große Mengen zollfreier Waren gehandelt werden. Durch ihre Lage und die Häfen der Stadt ist Colón von großer wirtschaftlicher Bedeutung für das Land.
Nach Meinung zahlreicher Experten hat die Freihandelszone die ungerechte Einkommensverteilung weiter verschärft, anstatt der Region Wohlstand zu bringen. Panama hat eine extrem ungleiche Gesellschaft: die reichsten 20 Prozent der Bevölkerung konsumieren über 50 Prozent aller Güter, die ärmsten 20 Prozent lediglich 3,6 Prozent. In Colón leben 42,7 Prozent aller Bewohner in Armut. Auch die Verbrechensrate, vor allem die Jugendkriminalität, zählt vor zu den höchsten des Landes.

Große Teile der Gesellschaft sind vom Wohlstand ausgeschlossen und ausgegrenzt

Die ländlichen und indigenen Bevölkerungsgruppen sind am stärksten betroffen: erschreckende 96 Prozent der indigenen Bevölkerung leben unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze. Viele Menschen ziehen auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben in größere Städte wie Panama-City oder Colón. Die Analphabetenquote ist in diesem Teil der Bevölkerung wesentlich höher (zwischen 30 und 40 Prozent), die Betroffenen verdienen daher fünf bis sechsmal weniger als im Landesdurchschnitt. Familien, die unter solchen Bedingungen leben, können häufig nicht ausreichend für ihre Kinder sorgen. 16% aller Kinder unter fünf Jahren in Panama sind chronisch unterernährt. Unzählige Kinder müssen arbeiten und zum Familieneinkommen beitragen und haben daher keine Chance auf Bildung.

Obwohl die panamesische Regierung mehr als andere Länder in der Region in Sozialprogramme investiert hat, bleibt die Senkung der Armutsraten und die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für die ärmsten Teile der Gesellschaft eine große Herausforderung. Die Arbeit von SOS-Kinderdorf in Colón ist für Kinder ohne elterliche Fürsorge daher von großer Bedeutung. Wir geben ihnen ein liebevolles und sicheres Zuhause und Hoffnung für die Zukunft.

Unsere Arbeit in Colón

Kinder können in die Schule gehen und in einem liebevollen Zuhause aufwachsen (Foto: I. Molinar).
Kinder können in die Schule gehen und in einem liebevollen Zuhause aufwachsen (Foto: I. Molinar).

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Colón im Jahr 1998. Zu der Zeit gab es bereits ein SOS-Sozialzentrum, das als Übergangsheim für die Betreuung von Kindern bis zu zwölf Jahren gegründet worden war. Da es in der Provinz Colón keine öffentlichen Programme zur langfristigen Betreuung für Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen gibt, wurde dieses Übergangsheim 2009 in ein SOS-Kinderdorf umgewandelt.

Bis zu 90 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in sieben SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Die Kinder besuchen die nahegelegenen Schulen und sind daher bereits in jungen Jahren sehr gut in ihre Umgebung integriert.
 

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