SOS-Kinderdorf Hohenau

Paraguay ist nicht nur eins der ärmsten Länder Lateinamerikas, sondern hat auch eine extrem geteilte Gesellschaft: die reichsten Einwohner verdienen dreißigmal so viel wie die Ärmsten des Landes. Der wirtschaftliche Fortschritt ist vor allem in den Stadtgebieten spürbar, während die Armut in den ländlichen Gebieten unverändert groß geblieben ist.

Wachsende ländliche Armut - immer mehr Subsistenzbauern ohne Existenzgrundlage

Kinder wachsen zusammen auf, und sie knüpfen oft Verbindungen, die ein Leben lang halten
Kinder wachsen zusammen auf, und sie knüpfen oft Verbindungen, die ein Leben lang halten (Foto: SOS-Archiv).

Hohenau wurde 1900 von deutschen Einwanderern gegründet, liegt in der subtropischen Region des Departements Itapúa und hat etwa 11 000 Einwohner. Die Wirtschaft basiert hauptsächlich auf dem Anbau von Soja, Weizen und Baumwolle, der Viehzucht und einigen industriellen Kleinbetrieben.

Wie fast überall in Paraguay ist die Armut in Itapúa in den ländlichen Gebieten am größten. Knapp 40 Prozent der Bevölkerung können sich nicht ausreichend ernähren und haben keine medizinische Versorgung. Mehr als ein Drittel der ländlichen Bewohner von Itapúa haben keinen Zugang zum Bildungssystem und zu menschenwürdigen Behausungen. Lediglich 5,6 Prozent sind an die Kanalisation angeschlossen. Ein Grund für den Anstieg der ländlichen Armut ist die Konzentration des Landbesitzes in den Händen einiger weniger Gutsherren, wodurch den Subsistenzbauern nicht genügend Land bleibt, um ihre Familien zu ernähren.
 

Endloser Armutszyklus durch Mangel an Bildung und medizinischer Versorgung

Das Departement Itapúa weist darüber hinaus die landesweit höchste Analphabetenrate auf;
22 000 Menschen können weder lesen noch schreiben und haben keinerlei formale Bildung durchlaufen. Viele indigene Einwohner sprechen zu Hause nur Guaraní. Wenn ihre Kinder nicht zur Schule gehen, leiden sie an Ausgrenzung und sind auch als Erwachsene von den wirtschaftlichen und politischen Prozessen ihres Landes ausgeschlossen.

Auch die Gesundheitsversorgung ist in der Region äußerst problematisch. 94 Prozent der ländlichen Bewohner haben keine Krankenversicherung, lediglich 30 Prozent werden im Bedarfsfall medizinisch behandelt. Etwa 37 Prozent der Geburten finden ohne ärztliche Betreuung statt, und 40 Prozent der Kinder haben keine Papiere, um sich auszuweisen.

Kinder und junge Menschen brauchen Unterstützung, damit sie - unabhängig von den familiären Umständen - Zugang zum Bildungssystem erhalten und ihre Chancen auf ein besseres zukünftiges Leben erhöhen können.
 

Unsere Arbeit in Hohenau

Dank SOS-Kinderdorf können Kinder Spaß mit den Schaukeln haben
Dank SOS-Kinderdorf können Kinder Spaß mit den Schaukeln haben (Foto: SOS-Archiv).

Das SOS-Kinderdorf Hohenau wurde im Jahr 1973 als erstes Kinderdorf in Paraguay eröffnet. Im Jahr 2009 konnte durch ein Abkommen mit dem paraguayischen Gesundheitsministerium die langfristige Fortführung der Programme für Müttergesundheit besiegelt werden, die im SOS-Kinderdorf Hohenau angeboten werden.


Bis zu 154 Kinder aus der Region, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms in der nächstgrößeren Stadt Encarnación etwa 36 km vom Kinderdorf entfernt ziehen. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte können sie ihre Zukunft planen, Verantwortung zu übernehmen lernen und sich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereiten.

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