SOS-Kinderdorf Callao

In Perus größter Hafenstadt verbringen zahlreiche Kinder ihre Tage auf der Straße. Das Umfeld dieser Industriestadt ist alles andere als sicher. Die körperliche und geistige Entwicklung dieser jungen Menschen wird durch gesundheitliche Risiken, den Straßenverkehr sowie Gewalt und Verbrechen gefährdet.

In Perus größter Hafenstadt sind zahlreiche Kinder auf sich alleine gestellt

Schulausflug zum Regierungspalast in Peru (Foto: F. Espinoza)
Schulausflug zum Regierungspalast in Peru (Foto: F. Espinoza)

Peru ist auch heute noch ein Land extremer Gegensätze, die vor allem in der Hauptstadtregion zu Tage treten. Während ein kleiner Prozentsatz der Einwohner der reichen Oberschicht angehört, lebt der Großteil der Bevölkerung in menschenunwürdigen Behausungen ohne Zugang zu medizinischer Versorgung und ohne formelle Beschäftigung. Obwohl sich die Lage in den letzten Jahren gebessert hat, leben fast 60 Prozent aller peruanischen Kinder in Armut. In anderen Worten wachsen Millionen Kinder ohne ein liebevolles, fürsorgliches Zuhause auf.

Häufig können sich Eltern oder alleinerziehende Mütter nicht um ihre Kinder kümmern, während sie zur Arbeit gehen. Diese Kinder sind auf sich alleine gestellt und den Gefahren einer großen Industriestadt ausgesetzt. Einige werden in kriminelle Aktivitäten verstrickt, bleiben der Schule fern oder müssen selbst arbeiten. Trotz der Bemühungen der peruanischen Regierung zur Bekämpfung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit ist das Problem noch lange nicht gelöst. In der ganzen Stadt sieht man Kinder, die an Ampeln Windschutzscheiben waschen, Schuhe putzen oder Kleinwaren verkaufen.

Gesundheitsrisiken und Rassenvorurteile gefährden eine gesunde Entwicklung

Callao liegt im Westen von Lima und ist die wichtigste und größte Hafenstadt sowie die zweitgrößte Industriestadt Perus. Die Schifffahrt und die Hafenarbeiten tragen zur Umweltverschmutzung bei. Zu den größten Problemen zählt die Bleiverseuchung durch die großen Mengen an mineralischen Rohstoffen, die von hier aus exportiert werden. Kinder im Entwicklungsstadium reagieren besonders stark auf toxische Belastungen, und viele haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.

In der Vergangenheit war Callao für viele Einwanderer aus der ganzen Welt die erste Anlaufstelle in Peru. Über Callao kam auch die Salsa-Musik aus der Karibik ins Land. Bedauerlicherweise gibt es auch heute noch viele Rassenvorurteile. Darunter leidet auch die afroperuanische Bevölkerung in den Küstenregionen. In dieser ethnischen Minderheit ist die Rate der Schulabbrecher sehr hoch, und es besteht dringender Handlungsbedarf, damit betroffene Kinder weiter zur Schule gehen und mehr Selbstwertgefühl entwickeln können.

Unsere Arbeit in Callao

Familienfoto im SOS-Kinderdorf Callao (Foto: SOS-Archiv)
Familienfoto im SOS-Kinderdorf Callao (Foto: SOS-Archiv)

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Callao im Jahr 2004, um Familien und Kinder in der Region zu unterstützen und ihnen den Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung zu ermöglichen.

Die SOS-Sozialzentren in Callao bieten medizinische Leistungen und leiten Initiativen zur Bekämpfung der Mangelernährung sowie eine Kindertagesstätte, in der alleinerziehende Mütter ihre Kinder in sicherer Obhut lassen können, während sie zur Arbeit gehen. Die Angebote beruhen auf einem ganzheitlichen und nachhaltigen Konzept für die Stärkung der Familien in der Gemeinde.

Darüber hinaus werden Kurse zur Stärkung des Selbstwertgefühls, zu Führungsqualitäten und Frauenrechten, zur Gleichstellung der Geschlechter, der reproduktiven Gesundheit und verwandten Themen angeboten. Die SOS-Familienstärkungsprogramme werden von der Gemeinde selbst organisiert und verwaltet, während SOS-Kinderdorf beratend und unterstützend zur Seite steht. Bisher konnten knapp 700 Familien vom Angebot der Tagesbetreuung für Kinder profitieren.

Bis zu 108 Kinder, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden im SOS-Kinderdorf Callao in zwölf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause, in dem sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von einer SOS-Mutter fürsorglich betreut werden.

Junge Erwachsene, die ein Studium oder eine Berufsausbildung beginnen möchten, können am SOS-Jugendprogramm teilnehmen. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte lernen sie Verantwortung zu tragen, Selbstvertrauen zu entwickeln und eigene Entscheidungen zu treffen.
 

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