SOS-Kinderdorf Pachacamac

Pachacamac hat eine außerordentlich reiche Kultur und Geschichte und ist ein beliebtes Wochenend-Ausflugsziel für einheimische Touristen. Zahlreiche Besucher werden von den archäologischen Stätten angelockt. Die Einnahmen aus dem Tourismus kommen jedoch bei den ärmsten Teilen der Gesellschaft nicht an.

Gesundheit und Wohl der Kinder durch mangelnde Grundversorgung gefährdet

In der sicheren Obhut seiner SOS-Familie (Foto: M. Obholzer)
In der sicheren Obhut seiner SOS-Familie (Foto: M. Obholzer)

Pachacamac liegt 40 km südöstlich von Lima und hat eine sehr junge Bevölkerung - 92 Prozent der gut 50 000 Einwohner sind unter 54 Jahren. Obwohl die archäologischen Stätten der Huari (600-800 n. Chr.) zahlreiche Touristen anlocken, zählt die Region zu den ärmsten des Landes. 42 Prozent der Bewohner leben in Armut. Mehr als ein Viertel aller Häuser sind sogenannte „improvisierte Unterkünfte“, die unsicher und schlecht ausgestattet sind. So haben nur knapp über zehn Prozent dieser Behausungen fließendes Wasser.

Teufelskreis aus Kinderarbeit und abgebrochener Schulbildung senkt die Chancen für die Zukunft

Trotz der Bemühungen der peruanischen Regierung zur Bekämpfung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit ist sie in dieser Region wie fast überall im Land weit verbreitet. Viele Kinder müssen aufgrund der Armut, dem Mangel an familiärer Stabilität oder der Abwesenheit eines Elternteils bereits in jungen Jahren Kinderarbeit verrichten. Sie brechen häufig die Schule ab und haben dadurch weniger Aussicht auf ein vernünftiges Einkommen als Erwachsene.

Nur etwa ein Viertel der Bevölkerung von Pachacamac hat einen Sekundarschulabschluss. Häufig können sich Eltern die Gründung eines Kleinstunternehmens nicht leisten oder haben keine ausreichende Qualifikation, um eine formelle Beschäftigung zu finden. Ihre Kinder bleiben im Armutszyklus gefangen. Auch sie haben keine Chance auf gute Bildung, wenn sie arbeiten müssen, um zum Haushaltseinkommen beizutragen.

In vielen Fällen müssen Kinder nicht nur aufgrund der sozialen und wirtschaftlichen Not ihrer Familien arbeiten – das Problem hat auch gesellschaftliche Gründe. Es besteht ein hoher Bedarf an Aufklärung und Unterstützung in der Gemeinde, um das Bewusstsein für Kinderrechte zu schärfen, die grundlegende Einstellung zur Kinderarbeit zu ändern und eine Schulbildung und medizinische Versorgung sicherzustellen, damit jedes Kind in einem liebevollen und sicheren Zuhause aufwachsen kann.

Unsere Arbeit in Pachacamac

Kinder im Garten (Foto: M. Obholzer)
Kinder im Garten (Foto: M. Obholzer)

Das SOS-Kinderdorf Pachacamac wurde 1997 von einem deutschen Ehepaar gegründet. Um die langfristige Finanzierung und einen qualitativ hochwertigen Betreuungsstandard sicherzustellen, wurde das Projekt im Jahr 2004 an SOS-Kinderdorf zu übergeben.

SOS-Kinderdorf setzt sich für die Unterstützung und Bildung der Familien und Kinder in der Gemeinde Pachacamac ein. Zu den Aktivitäten gehören Workshops in den Bereichen Tischlerei, Schneiderei und Gartenbau. Es gibt einen Gemüsegarten und eine Kleintierfarm, auf der Geflügel und Kaninchen gehalten werden.

Bis zu 72 Kinder aus Pachacamac, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden in acht SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte können sie ihre Zukunft planen, lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.
 

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