SOS-Kinderdorf Kotayk

Nach dem verheerenden Erdbeben in Armenien vom Dezember 1988 beschloss SOS-Kinderdorf ein Soforthilfeprogramm für Kinder, die ihre Eltern verloren hatten. Im Anschluss an die Nothilfeprogramme begann die Organisation ihre langfristige Unterstützung für Familien und Kinder in der Region.

Jedes fünfte Kind lebt in Armut


Kleine Jungen spielen im Kindergarten (photo: K. Ilievska)

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Armenien in Kotayk direkt in der Nähe der durch das Erdbeben in Spitak zerstörten Region. Kotayk liegt etwa fünfzehn km nördlich von Eriwan, der armenischen Hauptstadt.

Nach offiziellen Statistiken von Seiten der Regierung leben etwa 24 Prozent der armenischen Familien in Armut, in anderen Worten von 2,7 USD oder weniger pro Tag. Obwohl das Leben in Eriwan noch leichter als in den ländlichen Gebieten oder in anderen Städten des Landes ist, leben 21 Prozent der Kinder in Armut und drei Prozent in extremer Armut (von 1,8 USD oder weniger pro Tag). Diese Kinder leiden an Mangelernährung und können daher ihre intellektuellen Fähigkeiten nicht voll entwickeln. Zu den Kindern, die am stärksten von einem Leben in Armut bedroht sind, zählen kleinere Kinder, Kinder aus kinderreichen Familien (mit mehr als zwei Kindern), behinderte Kinder und Kinder alleinerziehender Mütter.

Die Arbeitslosenquote in der Region ist sehr hoch. Darüber hinaus sind viele Menschen unterbeschäftigt oder unterbezahlt. Viele Familien überleben nur durch Hilfsleistungen oder mit Hilfe der Geldsendungen, die sie von im Ausland lebenden Familienmitgliedern erhalten.

Unterstützung für diejenigen, die sie benötigen

Das Erdbeben von Spitak hatte verheerende Folgen für das Leben vieler Menschen in der Region. Die lokalen Behörden erkannten die dringenden Bedürfnisse von Familien und Kindern und die Tatsache, dass SOS-Kinderdorf die richtige Organisation war, um den Menschen in Not zu helfen. Die Behörden stellten ein Grundstück zur Verfügung, so dass unsere Organisation ihre Arbeit in der Region aufnehmen konnte. Die Hilfe für Familien, die Schulung des lokalen Unterrichtspersonals, die qualifizierte Betreuung kleiner Kinder in Kindertagesstätten, das Angebot eines liebevollen Zuhauses für verwaiste Kinder und die maßgeschneiderte Unterstützung für junge Menschen auf der Schwelle zur Unabhängigkeit bilden das Herzstück der Arbeit unserer Organisation in der Gemeinde.

Unsere Arbeit in Kotayk



Kinder  aus unserem Familienstärkungsprogramm (Foto:M. Morosini)

SOS-Kinderdorf setzt sich im Rahmen von grundlegenden Bildungsangeboten, Nahrungsmittelhilfe und der Gesundheitsversorgung für die Stärkung der lokalen Familien ein. Wir bieten Familien Unterstützung, deren Kinder von Vernachlässigung bedroht sind und ermöglichen Kindern das Aufwachsen in einer liebevollen familiären Umgebung. Gemeinsam mit den lokalen Behörden und anderen Anbietern unterstützt SOS-Kinderdorf lokale Familien und hilft ihnen dabei, gut für ihre Kinder zu sorgen.

Da es kaum Angebote zur Tagesbetreuung kleiner Kinder in der Region gab, wurde der SOS-Kindergarten eröffnet, in dem bis zu 100 Kinder betreut werden können. Die Kinder können musizieren, malen oder an Sprachkursen teilnehmen. Um auch armen Familien den Zugang zu ermöglichen, wurde der Beschluss gefasst, lediglich einen symbolischen Beitrag für den Kindergartenbesuch zu erheben.

Kinder, deren Familien nicht länger für sie sorgen können, können in einer der zwölf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause finden. Im Frühjahr 1998 schmückte ein armenischer Künstler gemeinsam mit den Kindern einige der Familienhäuser aus - viele Wände sind jetzt mit bunten Bildern verziert. Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen die nahegelegenen Schulen oder den SOS-Kindergarten gemeinsam mit Kindern aus der lokalen Gemeinde, damit sie besser in ihre Umgebung integriert werden können.

Darüber hinaus wurde im Jahr 2001 in Eriwan eine SOS-Jugendeinrichtung ins Leben gerufen. Junge Menschen, die an Berufsbildungsmaßnahmen teilnehmen oder studieren, werden von ausgebildeten Fachkräften betreut und auf ein selbständiges Leben vorbereitet. Sie werden so lange begleitet, bis sie sich in der Lage fühlen, auf eigenen Füßen zu stehen.
 

 

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