SOS-Kinderdorf Lhasa

SOS-Kinderdorf ist seit Mitte der 1980er Jahre in China tätig. Unsere Arbeit wurde rasch auf das ganze Land ausgedehnt. Im Jahr 2000 begannen wir mit der Unterstützung gefährdeter Kinder in der Autonomen Region Tibet der Volksrepublik China. Die Region hat im Laufe der Zeit zahlreiche Veränderungen durchlaufen. Dennoch ist der Bedarf an Unterstützung für Kinder und Familien heute noch genauso groß wie zu Beginn unserer Tätigkeit vor Ort.

Zahlreiche Kinder vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht


SOS-Mutter und Tochter vor ihrem Familienhaus (Foto: SOS-Archiv)

Lhasa liegt im Himalaya-Gebirge auf einer Höhe von 3490 Metern und zählt damit zu den höchstgelegenen Städten der Welt. Die meisten Bewohner der Region sind in der Landwirtschaft tätig. In Lhasa stehen drei Paläste, die zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden sind. Obwohl der Tourismus eine wichtige Säule der Wirtschaft darstellt, ist die Zahl der Besucher von der jeweiligen politischen Situation abhängig.

Im Verlauf der letzten Jahrzehnte wurde die Infrastruktur ausgebaut und die Region besser an den Rest des Landes angeschlossen. Gemessen an den meisten Indikatoren des Human Development Index gehört die Autonome Region Tibet der Volksrepublik China zu den am wenigsten entwickelten Region in ganz China. Die Alphabetisierungsrate und die Lebenserwartung sind niedrig und es gibt große Unterschiede zwischen den Lebensbedingungen in den Stadtgebieten und auf dem Land zu verzeichnen.

Die Stadt Lhasa kämpft mit ganz eigenen Problemen. Aufgrund des ständigen Zustroms an Migranten ist die Infrastruktur überlastet, es fehlt an öffentlichen Dienstleistungen und Wohnraum. Auch die Preise für Lebensmittel und Verbrauchsgüter sind in jüngster Zeit gestiegen.

Kinder leiden am meisten unter den Folgen der wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen, die Tibet in den vergangenen Jahrzehnten durchlaufen hat. Zahlreiche Eltern können die materiellen und emotionalen Grundbedürfnisse ihrer Kinder nicht ausreichend erfüllen. Manche Kinder werden in der Obhut von Verwandten oder Bekannten zurückgelassen, wenn Eltern im Ausland nach Arbeit suchen. Andere Familien schicken ihre Kinder in eins der Nachbarländer, damit sie dort in tibetischen Gemeinden aufwachsen.

Schutz der Kinderrechte

In Lhasa wurde das achte chinesische SOS-Kinderdorf errichtet. Angesichts der Vielzahl der Kinder ohne elterliche Fürsorge beschloss unsere Organisation, auch in dieser Region tätig zu werden. Das SOS-Kinderdorf Lhasa liegt in einem Vorort im Westen der Stadt. In unmittelbarer Nähe findet man eine Grundschule, ein Krankenhaus und einen Markt.

Unsere arbeit im Lhasa


SOS-Familie beim Picknick (Foto: SOS-Archiv)

SOS-Kinderdorf setzt sich nicht nur auf nationaler Ebene für den Schutz der Kinderrechte, sondern auch lokal für die Unterstützung gefährdeter Kinder in Lhasa ein. Kinder ohne elterliche Fürsorge können in 17 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause finden und gemeinsam mit ihren Geschwistern in einem Umfeld voller Respekt und Sicherheit aufwachsen. Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen die nahegelegenen Schulen und bekommen bei Bedarf Unterstützung bei den Hausaufgaben. Sie nehmen an örtlichen Gesangswettbewerben und sportlichen Wettkämpfen teil und sind dadurch gut in ihre Umgebung integriert.

Im 2002 eröffneten SOS-Kindergarten werden sowohl Kinder aus dem Kinderdorf als auch aus der Nachbarschaft betreut. Das Angebot der Tagesbetreuung wird besonders von erwerbstätigen Eltern geschätzt - sie wissen ihre Kinder in professioneller Obhut, während sie ihren Lebensunterhalt verdienen.

Wenn junge Menschen ihren SOS-Familien entwachsen, können sie in das SOS-Jugendprogramm wechseln. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte lernen sie Verantwortung zu übernehmen, können Zukunftsperspektiven erarbeiten und zunehmend eigene Entscheidungen treffen. Sie werden ermutigt, Teamgeist zu entwickeln und Kontakte zu Freunden und Verwandten sowie den zuständigen Behörden und potenziellen Arbeitgebern aufzubauen.


 





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