SOS-Kinderdorf Nanchang

SOS-Kinderdorf ist seit Mitte der 1980er Jahre in China tätig. Unsere Angebote wurden rasch auf das ganze Land ausgedehnt. Das Kinderdorf Nanchang wurde 1993 eröffnet. China hat seit Beginn unserer Tätigkeit zahlreiche Veränderungen durchlaufen. Der Bedarf an Unterstützung für bedürftige Kinder und Familien ist jedoch heute noch genauso groß wie vor dreißig Jahren.

Rasante wirtschaftliche Entwicklung in einer wachsenden Metropole

Kinder erhalten Unterstützung bei den Hausaufgaben (Foto: SOS-Archiv)Kinder erhalten Unterstützung bei den Hausaufgaben (Foto: SOS-Archiv)Nanchang ist die größte Stadt der südchinesischen Provinz Jiangxi. Laut Volkszählung des Jahres 2010 leben hier mehr als fünf Millionen Menschen. Aufgrund des guten Wirtschaftsklimas ist die Stadt in jüngster Zeit stark gewachsen.

Zahlreiche Menschen sind in der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln und Papierwaren beschäftigt. Auch die Landwirtschaft, vor allem der Reisanbau, stellt eine wichtige Quelle für Einkommen und Beschäftigung dar. Die Stadt verfügt über gute Anbindungen und mehrere Häfen, die für den Im- und Export in der Region genutzt werden.

Der rasante wirtschaftliche Wandel hat zu einer zunehmenden Verstädterung geführt. Angesichts der großen Einkommensunterschiede zwischen Stadt und Land ziehen viele Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben für sich und ihre Familien aus den ländlichen Regionen nach Nanchang. Die meisten Zuwanderer können sich nicht offiziell niederlassen. Ohne amtliche Papiere bleibt ihnen und ihren Kindern der Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung meist verschlossen.

Zahlreiche Kinder, besonders aus Migrantenfamilien, leben in Armut. Sie leiden häufig an Krankheiten und Unterernährung. Manche brechen die Schule ab, weil sie zum Haushaltseinkommen beitragen müssen. Sie betteln auf der Straße oder begehen kleine Gelegenheitsdiebstähle. In ihrer Not werden sie häufig Opfer von Gewalt und Missbrauch sowie kommerzieller und sexueller Ausbeutung. Viele Kinder sind vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht oder haben sie bereits verloren.

Schutz der Kinderrechte in Zusammenarbeit mit anderen Dienstleistern

China hat 1991 die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet und diverse Programme ins Leben gerufen, um die Situation der Kinder im Land zu verbessern. Wir arbeiten eng mit den lokalen Behörden zusammen, die viele Kinder in unsere Obhut überstellen. Das SOS-Kinderdorf Nanchang liegt im Norden der Stadt unweit des Naturschutzgebietes Nanchang Forest Park.

Unsere Arbeit in Nanchang

 

Kinder feiern das chinesische Neujahr (Foto: SOS-Archiv)Kinder, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in 12 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier wachsen sie gemeinsam mit ihren Geschwistern in einem fürsorglichen, respektvollen und sicheren Umfeld auf. Viele von ihnen besuchen die nahegelegene Nanchang Forest Park-Schule. Die Beziehungen zur lokalen Bevölkerung sind ausgesprochen gut. Die Kinder aus den SOS-Familien sind vollständig in das Leben der Gemeinde integriert, da sie gemeinsam an Freizeitaktivitäten teilnehmen, Sport treiben oder Musikunterricht erhalten.

Im SOS-Kindergarten werden sowohl Kinder aus den SOS-Familien als auch aus der umliegenden Gemeinde betreut. Die professionelle Kinderbetreuung stellt für berufstätige Eltern eine große Entlastung dar.

Wenn junge Menschen ihren SOS-Familien entwachsen, können sie in das SOS-Jugendprogramm übersiedeln. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte lernen sie Verantwortung zu übernehmen, können Zukunftsperspektiven erarbeiten und zunehmend eigene Entscheidungen treffen. Sie werden ermutigt, Teamgeist zu entwickeln, Kontakte zu Freunden und Verwandten aufzubauen und mit den zuständigen Behörden und potenziellen Arbeitgebern umzugehen.

 

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