SOS-Kinderdorf Urumqi

SOS-Kinderdorf ist seit Mitte der 1980er Jahre in China tätig. Unsere Angebote wurden rasch auf das ganze Land ausgedehnt. Das Kinderdorf Urumqi wurde im Jahr 2000 eröffnet. China hat seit Beginn unserer Tätigkeit zahlreiche Veränderungen durchlaufen. Der Bedarf an Unterstützung für bedürftige Kinder und Familien ist jedoch heute noch genauso groß wie im letzten Jahrhundert.

Hunderttausende leben nach wie vor in Armut


Spiel im Garten vor den Familienhäusern (Foto: SOS-Archiv)
 

Urumqi ist die Hauptstadt der Autonomen Region Xianjiang-Uigur im Nordwesten Chinas und über 2000 km von der Landeshauptstadt Peking entfernt. Urumqi hat etwa 2,7 Millionen Einwohner (Schätzung 2010). Die überwiegende Mehrheit sind Han, daneben leben zahlreiche Uiguren und andere ethnische Minderheiten in der Stadt.

Urumqi ist ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum. Obwohl die Stadt über eins der höchsten verfügbaren Einkommen im Westen Chinas verfügt, leben Schätzungen zufolge Hunderttausende Menschen in den 234 offiziell erfassten Elendsgebieten. Die meisten Slumbewohner sind Zuwanderer aus den ländlichen Gebieten, die auf der Suche nach einem besseren Leben für ihre Familien in die Stadt gezogen sind. Berichten zufolge waren in einigen dieser Slums im Juli 2009 die inter-ethnischen Konflikte ausgebrochen, bei denen nach offiziellen Angaben knapp 200 Menschen getötet und über 1700 verletzt worden waren. Die Regierung hat diesen Elendsvierteln Sanierungsprogramme zugesichert, um die Infrastruktur und die Grundversorgung zu verbessern.

Kinder sind oft am stärksten von wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen betroffen. Wenn sie unter prekären Umständen in Armut aufwachsen, leiden sie häufig an Krankheiten und Mangelernährung. Zahlreiche Kinder sind vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht. Manche arbeiten tagsüber auf der Straße und versuchen etwas Geld aufzutreiben, um einen Beitrag zum Familieneinkommen zu leisten. Viele kommen bei den Hausaufgaben nicht mehr mit, andere gehen gar nicht mehr zur Schule. Die Sicherheit, Gesundheit und Ernährung dieser Kinder sind in hohem Maße gefährdet.

Schutz der Kinderrechte

China hat 1991 die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet und diverse Programme ins Leben gerufen, um die Situation der Kinder im Land zu verbessern. Durch die Öffnung der chinesischen Wirtschaft zum Westen hat die Region Urumqi zahlreiche Veränderungen durchlaufen, wodurch der Bedarf an Unterstützung für notleidende Familien in der Region deutlich gestiegen ist. Das SOS-Kinderdorf Urumqi liegt im Westen der Stadt etwa 40 km vom Flughafen entfernt. Circa fünf Kilometer vom Kinderdorf entfernt gibt es einen Marktplatz und ein großes Krankenhaus.

Unsere arbeit im Urumqi


Spiel im Garten vor den Familienhäusern (Foto: SOS-Archiv)

Parallel zur Arbeit für den Schutz der Kinderrechte auf nationaler Ebene setzt sich SOS-Kinderdorf auch für den Schutz der Kinder in Urumqi ein. Kinder, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier wachsen sie gemeinsam mit ihren Geschwistern in einem fürsorglichen, respektvollen und sicheren Umfeld auf. Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen die nahegelegenen Schulen und sind dadurch gut in ihre Umgebung integriert.

Im SOS-Kindergarten werden bis zu 120 Kinder aus den SOS-Familien und der umliegenden Gemeinde betreut. Die professionelle Kinderbetreuung stellt für berufstätige Eltern eine große Entlastung dar.

Wenn junge Menschen ihren SOS-Familien entwachsen, können sie in das SOS-Jugendprogramm übersiedeln. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte lernen sie Verantwortung zu übernehmen, können Zukunftsperspektiven erarbeiten und zunehmend eigene Entscheidungen treffen. Sie werden ermutigt, Teamgeist zu entwickeln, Kontakte zu Freunden und Verwandten aufzubauen und mit den zuständigen Behörden und potenziellen Arbeitgebern umzugehen.
 



 

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