SOS-Kinderdorf Bhakatpara



 

SOS-Kinderdorf ist seit 1963 in Indien tätig. Unsere Angebote wurden bald auf das ganze Land ausgedehnt und 1983 auch in Bhakatpara aufgenommen, nachdem durch die politischen Unruhen zahlreiche Familien getrennt worden waren und viele Kinder ihre Eltern verloren hatten.

Frauen und Kinder von Ausbeutung bedroht

Dank unserer Hilfe kann diese Frau jetzt ihren Lebensunterhalt verdienen (Foto: SOS-Archiv)Dank unserer Hilfe kann diese Frau jetzt ihren Lebensunterhalt verdienen (Foto: SOS-Archiv)Das SOS-Kinderdorf Bhakatpara liegt im Nordosten des Landes im Bundesstaat Assam etwa 15 km von Mangaldoi, der Hauptstadt des Bezirks Darrang, entfernt. In Assam kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den verschieden ethnischen Bevölkerungsgruppen.

Der Nordosten Indiens hat ein geringeres Wirtschaftswachstum als andere Regionen zu verzeichnen. Assam gehört nach offiziellen Angaben zu den ärmsten Bundesstaaten. Schätzungen zufolge sind die Armutsraten in jüngster Zeit weiter gestiegen.

Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in den verarmten ländlichen Gebieten. Die meisten Bewohner sind in der Landwirtschaft tätig. Einige Teile des Bezirks werden regelmäßig überschwemmt, daher ist die landwirtschaftliche Produktivität gering. Die Menschen auf dem Land haben nur selten Zugang zur Basisinfrastruktur (zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen) und zu einer medizinischen Versorgung.

Aufgrund der politischen Instabilität ist die Zahl der Binnenflüchtlinge gestiegen. Zahlreiche Menschen mussten ihre Häuser verlassen und leben jetzt in Flüchtlingslagern. Sie haben nicht nur ihre sozialen Netzwerke, sondern auch ihre Lebensgrundlage verloren.

Frauen und Kinder leiden am meisten unter den Folgen der hohen Arbeitslosigkeit, der Armutsraten und der politischen Unruhen. Viele müssen täglich ums nackte Überleben kämpfen. Zahlreiche Kinder erhalten keine Bildung, weil sich die Eltern ihren Schulbesuch nicht leisten können. Häufig müssen sie stattdessen arbeiten und zum Familieneinkommen beitragen.

Auch der Menschenhandel ist in der Region ein ernstes Problem. Viele Familien fallen den falschen Versprechungen der Menschenhändler zum Opfer. Frauen und Kinder sind aufgrund ihrer schwachen gesellschaftlichen Position besonders gefährdet. Häufig werden sie zur Sexarbeit gezwungen oder als Hausangestellte unter sklavenartigen Bedingungen ausgebeutet.

Enge Zusammenarbeit mit lokalen Dienstleistern

SOS-Kinderdorf arbeitet eng mit den Behörden zusammen. Das Kinderdorf Bhakatpara wurde beispielsweise mit der Unterstützung des Sozialministeriums errichtet. Auf Gemeindeebene arbeiten wir mit lokalen Dienstleistern zusammen, um notleidende Familien zu identifizieren und ihnen bedarfsgerechte Unterstützung für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu bieten.

Unsere Arbeit in Bhakatpara

Frauen lernen in unserem Familienstärkungsprogramm ein neues Handwerk (Foto: SOS-Archiv)Frauen lernen in unserem Familienstärkungsprogramm ein neues Handwerk (Foto: SOS-Archiv)Ein zentraler Bestandteil der Arbeit von SOS-Kinderdorf in Bhakatpara ist die Unterstützung von Kindern und Familien aus der Umgebung. Unser Familienstärkungsprogramm bietet ein umfassendes Angebot an Hilfsmaßnahmen, damit Familien vor der Zerrüttung bewahrt werden und gut für ihre Kinder sorgen können. Wir organisieren Informationsveranstaltungen über Hygiene, Kinderrechte und förderliche Erziehungsmethoden. Notleidende Familien erhalten Nahrung, pädagogischen Beistand und medizinische Behandlungen. Zur Einkommensförderung der Eltern bieten wir Berufsbildungskurse, Berufsberatung und Hilfe bei der Suche nach Arbeit. Frauen können beispielsweise Näh-, Stick- und Webkurse belegen.

Kinder, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in einer der 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause, in dem sie gemeinsam mit ihren Geschwistern aufwachsen. Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen die nahegelegenen Schulen, schließen Freundschaften mit Kindern aus der Nachbarschaft und werden so zu einem Teil ihrer Gemeinde.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, können in die SOS-Jugendeinrichtungen nach Mangaldoi, Beltola und Tezpur ziehen und werden von qualifizierten Fachkräften durch diese neue Lebensphase begleitet, in der sie eine Berufsausbildung beginnen, ein Studium aufnehmen oder sich eine Arbeit suchen. Die jungen Menschen werden ermutigt, eigene Zukunftsperspektiven zu entwickeln, lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.

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