SOS-Kinderdorf Chennai

SOS-Kinderdorf ist seit 1963 in Indien tätig. Unsere Angebote wurden bald auf das ganze Land ausgedehnt und die Arbeit 1979 auch in Chennai aufgenommen.

Kinder müssen häufig die Schule abbrechen und zum Familieneinkommen beitragen


Kinder in einem Sommer-Ferienlager (Foto: SOS-Archiv).
Chennai (bis 1996 unter dem Namen Madras bekannt) ist ein wichtiges Wirtschafts- und Kulturzentrum im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Chennai ist mit knapp neun Millionen Einwohnern im Großraum die viertgrößte Stadt und auch eine der am schnellsten wachsenden Städte des Landes.

Geschätzte 8,7 Prozent der Bevölkerung fristen ein Dasein unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze. Immer mehr Menschen leben in den informellen Siedlungen. Sie haben keinen Zugang zu Basisdienstleistungen wie Abfallentsorgung, sauberem Trinkwasser oder sanitären Einrichtungen und sind dadurch Krankheiten und Umweltbelastungen ausgesetzt. Die Verbrechensrate ist hoch, und es gibt zu wenige Schulen und Krankenhäuser.

Zahlreiche städtische Arme kämpfen jeden Tag ums Überleben. Die körperliche und emotionale Entwicklung von Kindern, die unter solchen Umständen aufwachsen, ist ernsthaft gefährdet. Familien sind häufig auf das zusätzliche Einkommen ihrer Kinder angewiesen, die gar nicht erst eingeschult werden oder die Schule abbrechen müssen, um zu betteln oder Kleinwaren zu verkaufen. Auf der Straße sind sie von Missbrauch und Ausbeutung bedroht. Ein anderes weit verbreitetes Problem ist der Menschenhandel: Chennai steht im Ruf, einer der wichtigsten indischen Umschlagplätze für Menschenhändler zu sein.

Mädchen und Frauen haben es besonders schwer - viele werden Opfer von Diskriminierung. Mädchen werden häufiger als Jungen von ihren Eltern verlassen und haben bereits in jungen Jahren eine höhere Schulabbruchsrate. Daher gibt es große Unterschiede bei der Alphabetisierungsrate zu verzeichnen - 93,7 Prozent der Männer, aber nur 87,2 Prozent der Frauen können lesen und schreiben.

Enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde, um eine Selbstversorgung zu ermöglichen

Das SOS-Kinderdorf Chennai liegt im Vorort Tambaram etwa 30 km vom Stadtzentrum entfernt. Als das Gebiet vom Tsunami des Jahres 2004 verwüstet wurde, leisteten wir Soforthilfe für betroffene Familien. Wir arbeiten seit langem eng mit den lokalen Behörden und gemeindebasierten Organisationen zusammen, um notleidende Familien zu identifizieren und in unser Familienstärkungsprogramm aufzunehmen.

Unsere Arbeit in Chennai


Kinder vor ihrem SOS-Familienhaus (Foto: SOS-Archiv).
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit von SOS-Kinderdorf in Chennai ist die Unterstützung von Kindern und Familien aus der Region. Unsere Sozialzentren bieten im Rahmen des Familienstärkungsprogramms ein umfassendes Angebot an Hilfsmaßnahmen, damit Familien vor der Zerrüttung bewahrt werden und gut für ihre Kinder sorgen können. Neben Tagesbetreuung leisten wir Aufklärung über Hygiene und Kinderrechte und fördern den Ausbau der elterlichen Kompetenzen. Familien erhalten Nahrung, Bildungshilfe, medizinische Beratung und Behandlungen. Zur Einkommensförderung der Eltern bieten wir Berufsberatung, Berufsbildungskurse und Hilfe bei der Suche nach Arbeit. Wenn es keine Selbsthilfegruppen gibt, tragen wir zu ihrer Gründung bei. Einige Familien können jetzt dank unserer Unterstützung Einkünfte erwirtschaften, in dem sie Papier herstellen oder Milch verkaufen.

Seit 1983 leiten wir ein SOS-medizinisches Zentrum, in dem jedes Jahr etwa 30 000 Patienten behandelt werden. Das Zentrum sichert die Gesundheitsversorgung der lokalen Bevölkerung und bietet Aufklärung über Geburtenkontrolle und HIV/AIDS. In medizinischen Feldlagern werden regelmäßig Patienten aus den nahegelegenen Ortschaften versorgt, in denen es keine Kliniken gibt oder die Menschen sich eine ärztliche Behandlung nicht leisten können.

Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 15 SOS-Familien ein Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern betreut. Die Familien bauen selbst Obst und Gemüse an. Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten und die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule zusammen mit Kindern aus der Nachbarschaft und sind dadurch gut in ihre Umgebung integriert. Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, können in das SOS-Jugendprogramm wechseln und werden von qualifizierten Fachkräften durch diese neue Lebensphase begleitet.

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