SOS-Kinderdorf Rourkela

SOS-Kinderdorf ist seit 1963 in Indien tätig. Unsere Angebote wurden bald auf das ganze Land ausgedehnt und die Arbeit 1999 auch in Rourkela aufgenommen, nachdem ein Zyklon die Lebensgrundlage zahlreicher Menschen in der Region zerstört hatte. Unser Soforthilfeprogramm für die Betroffenen wurde im Laufe der Zeit in ein langfristiges Programm für die Unterstützung gefährdeter Kinder und Familien umgewandelt.

Ein Drittel der Bevölkerung von Rourkela lebt in Elendsvierteln


Malen mit Freunden macht so viel Spaß! (Foto: SOS-Archiv).
Rourkela liegt im Nordwesten von Indien im Bundesstaat Orissa und ist mit geschätzten 700 000 Einwohnern ein wichtiges Industriezentrum für die Eisen- und Stahlverarbeitung.

Der Bundesstaat Orissa zählt zu den ärmsten Regionen Indiens. Die Armutsbekämpfung geht langsamer als in anderen Landesteilen voran. Geschätzte 40 Prozent der ländlichen Bevölkerung von Orissa leben in Armut. Trotz verschiedener Regierungsprogramme ist die Arbeitslosenrate sehr hoch. Schätzungen zufolge lebt etwa ein Drittel der Bevölkerung von Rourkela in Elendsvierteln. Mehr als 90 Prozent der Slumbewohner haben keinen Zugang zu menschenwürdigen Behausungen oder Basisdienstleistungen.

Kinder sind die größten Opfer der sozialen und wirtschaftlichen Not. Die Mangelernährung ist weit verbreitet, und Orissa hat mit 73 pro 1000 Geburten eine überdurchschnittlich hohe Säuglingssterblichkeitsrate. Viele Kinder sterben an durch Wasser übertragbaren Krankheiten wie der Cholera. Ihr Leben könnte durch die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser, durch sanitäre Einrichtungen und eine rechtzeitige ärztliche Behandlung gerettet werden. Besonders Mädchen leiden unter Diskriminierung. Sie werden häufiger als Jungen aus der Schule genommen. Die durchschnittliche Alphabetisierungsrate ist mit 75 Prozent relativ hoch. Allerdings können 81 Prozent der Männer, aber nur 69 Prozent der Frauen lesen und schreiben.

Viele Eltern, die in Armut leben, kämpfen selbst ums Überleben und können die emotionalen und materiellen Bedürfnisse ihrer Kinder nicht ausreichend befriedigen. Zahlreiche Kinder gehen nicht zur Schule, sondern verbringen ihre Tage auf der Straße. Sie betteln oder verkaufen Kleinwaren, um zum Haushaltseinkommen beizutragen. Dabei sind sie zahlreichen Gefährdungen ausgesetzt. In jüngster Zeit ist nicht nur die Zahl der Angriffe auf Kinder gestiegen; mehreren Berichten zufolge werden viele Kinder entführt und in andere Bundesstaaten verschleppt.

Enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde mit dem Ziel der Selbstversorgung

Weite Teile der Region wurden im Jahr 1999 durch einen Wirbelsturm verwüstet. Unsere Arbeit begann mit einem Soforthilfeprogramm für die medizinische Versorgung der Betroffenen. Viele Kinder hatten die elterliche Fürsorge verloren, und trotz all unserer Bemühungen, überlebende Verwandte oder Pflegefamilien zu finden, wurde der Bedarf an zusätzlicher familiennaher Betreuung bald deutlich. Heute arbeiten wir eng mit den lokalen Behörden und gemeindebasierten Organisationen zusammen, um notleidende Familien zu lokalisieren.

Unsere Arbeit in Rourkela


Diese junge Frau aus unserem Familienstärkungsprogramm kann jetzt ihr eigenes Gemüse verkaufen (Foto: SOS-Archiv).
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit von SOS-Kinderdorf in Rourkela ist die Unterstützung von Kindern und Familien aus der Umgebung. Unsere Sozialzentren bieten im Rahmen des Familienstärkungsprogramms ein umfassendes Angebot an Hilfsmaßnahmen, damit Familien vor der Zerrüttung bewahrt werden und gut für ihre Kinder sorgen können. Neben der Tagesbetreuung leisten wir Aufklärung über Hygiene und Kinderrechte und fördern den Ausbau der elterlichen Kompetenzen. Familien erhalten Nahrung, pädagogischen Beistand und medizinische Behandlungen. Zur Einkommensförderung der Eltern bieten wir Berufsbildungskurse, Berufsberatung und Hilfe bei der Suche nach Arbeit. Wenn es keine Selbsthilfegruppen gibt, tragen wir zu ihrer Gründung bei. Einige Familien können jetzt dank unserer Unterstützung Einkünfte erwirtschaften, in dem sie Ziegen, Schafe oder Geflügel halten.

Kinder, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 15 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause, in dem sie gemeinsam mit ihren Geschwistern aufwachsen. Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten und die nahegelegenen Schulen zusammen mit den Kindern aus Nachbarschaft, schließen Freundschaften und sind daher gut in ihre Umgebung integriert.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, können in das SOS-Jugendprogramm wechseln und werden von qualifizierten Fachkräften durch diese neue Lebensphase begleitet, in der sie eine Berufsausbildung beginnen, ein Studium aufnehmen oder sich eine Arbeit suchen. Sie werden ermutigt, eigene Zukunftsperspektiven zu entwickeln, lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.

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