SOS-Kinderdorf Trichur

SOS-Kinderdorf ist seit 1963 in Indien tätig. Unsere Angebote wurden bald auf das ganze Land ausgedehnt und die Arbeit 1983 auch in Trichur aufgenommen. Wir setzen uns für Kinderrechte ein und unterstützen Familien bei der Einkommensförderung, um sie vor Zerrüttung zu bewahren. Kinder ohne elterliche Fürsorge erhalten eine familiennahe Betreuung.

Trotz aller Fortschritte leben zahlreiche Menschen in Armut


Brüder und Schwester wachsen zusammen in liebevollen Familien auf (Foto: SOS-Archiv).
Trichur gehört zu den größten Städten der südindischen Provinz Kerala und ist ein bedeutendes Wirtschafts-, Bildungs- und Kulturzentrum der Region. Der Tourismus stellt eine wichtige Quelle für Einkommen und Beschäftigung dar, und die Geldsendungen von indischen Emigranten aus den arabischen Golfstaaten leisten ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt der Provinz. Dennoch lebt nach wie vor die Hälfte der Bevölkerung von der Landwirtschaft und vom Fischfang.

Dank verschiedener Regierungsprogramme haben sich die Lebensbedingungen in Kerala im Laufe der letzten Jahrzehnte verbessert. Die Provinz hat eine der landesweit höchsten Alphabetisierungsraten und Lebenserwartungen zu verzeichnen. Dennoch haben viele Säuglinge ein zu niedriges Geburtsgewicht, und aufgrund des Mangels an sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen sind Krankheiten wie Durchfall, Ruhr und Hepatitis weit verbreitet.

In Trichur gibt es einen Anstieg der städtischen Armut zu verzeichnen. Trotz aller Bemühungen der Regierung zur Verbesserung der Lebensbedingungen der städtischen Armen gibt es in Trichur und Umgebung schätzungsweise 133 Elendsviertel, in denen die Menschen in notdürftigen Behausungen leben und keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser oder sanitären Einrichtungen haben. Zahlreiche Frauen - besonders Witwen, geschiedene oder von ihren Ehemännern verlassene Frauen - sind in höchstem Maße armutsgefährdet.

Kinder, die unter solchen Bedingungen aufwachsen, leiden häufig an Krankheiten und Mangelernährung. Viele Kinder sind nicht eingeschult; andere mussten die Schule abbrechen, weil sie arbeiten und zum Haushaltseinkommen beitragen müssen. Die Sicherheit, Ernährung und gesunde Entwicklung dieser Kinder sind ernsthaft gefährdet.

Enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde, um eine Selbstversorgung zu ermöglichen

Das SOS-Kinderdorf liegt etwa 15 km vor den Toren der Stadt Trichur. Das Grundstück war eine Schenkung des Erzbischofs von Trichur. Die Gemeindeverwaltung hat unsere Bemühungen seit Beginn unserer Tätigkeiten unterstützt. Wir arbeiten eng mit den lokalen Behörden und gemeindebasierten Organisationen zusammen, um notleidende Familien zu identifizieren und in unser Familienstärkungsprogramm aufzunehmen.

Unsere Arbeit in Trichur


Junge Leute in unserer Obhut legen die letzten Blumen auf "Pookalam"-einen Blumenteppich, der als Teil für das Onam Feier gemacht wird (Foto: SOS-Archiv).
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit von SOS-Kinderdorf in Trichur ist die Unterstützung von Kindern und Familien aus der Region. Unsere Sozialzentren bieten im Rahmen des Familienstärkungsprogramms ein umfassendes Angebot an Hilfsmaßnahmen, damit Familien vor der Zerrüttung bewahrt werden und gut für ihre Kinder sorgen können. Neben der Tagesbetreuung leisten wir Aufklärung über Hygiene, HIV/AIDS, Frauen- und Kinderrechte und fördern den Ausbau der elterlichen Kompetenzen. Familien erhalten Nahrungsmittel, Bildungshilfen, medizinische Beratungen, Impfungen und Behandlungen. Zur Einkommensförderung der Eltern bieten wir Berufsbildungskurse, Berufsberatung und Hilfe bei der Suche nach Arbeit. Wenn es keine Selbsthilfegruppen gibt, tragen wir zu ihrer Gründung bei. Einige Familien können jetzt dank unserer Unterstützung Einkünfte erwirtschaften, in dem sie Kleidung nähen, Textilien bedrucken oder Geflügel züchten.

Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 17 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Die Kinder besuchen den SOS-Kindergarten und die nahegelegenen Schulen zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde und sind dadurch bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. Das Angebot der Tagesbetreuung wird besonders von Eltern geschätzt, die arbeiten oder eine Ausbildung absolvieren - sie wissen ihre Kinder in sicherer Obhut.

Wenn junge Menschen ihren SOS-Familien entwachsen, können sie in das SOS-Jugendprogramm wechseln. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte lernen sie Verantwortung zu übernehmen, können Zukunftsperspektiven erarbeiten und zunehmend eigene Entscheidungen treffen. Sie werden ermutigt, Teamgeist zu entwickeln und Kontakte zu den zuständigen Behörden und potenziellen Arbeitgebern aufzubauen.

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