SOS-Kinderdorf Semarang

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Semarang im Jahr 1984 mit der Unterstützung notleidender Kinder. Seither wurden die Angebote unserer Organisation weiter ausgebaut. Heute leisten wir in Indonesien einen wichtigen Beitrag zur Anwaltschaft für die Rechte der Kinder.

Immer mehr Menschen leben in den Slums


Junge hält stolz seine kleine Schwester im Arm (Foto: S. Posingis)
Semarang ist die Hauptstadt der Provinz Zentral-Java, liegt an der Nordküste Javas und ist vor allem dank des Hafens ein bedeutendes Handelszentrum in der Region. Die meisten Erwerbstätigen sind auf dem Dienstleistungssektor und in Kleinunternehmen des produzierenden und verarbeitenden Gewerbes beschäftigt.

Wie viele andere Städte in Indonesien kämpft auch Semarang mit zahlreichen sozialen Problemen wie Armut, Arbeitslosigkeit und Obdachlosigkeit. Zahlreiche Menschen sind auf der Suche nach einem besseren Leben in die Stadt gezogen. Häufig landen sie auf dem informellen Sektor als Straßenverkäufer oder verrichten saisonabhängige und schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs in der Baubranche und dem Transportgewerbe. Junge Menschen und alleinerziehende Mütter haben es besonders schwer, für ihr Auskommen zu sorgen.

Der Mangel an angemessenem Wohnraum ist ebenfalls ein großes Problem der Stadt. Immer mehr Menschen leben in den Slums und haben keinen Zugang zur Grundversorgung. Erschwerend kommt hinzu, dass viele dieser behelfsmäßigen Siedlungen überflutungsgefährdet sind. In diesem Umfeld können sich ansteckende Krankheiten wie das Dengue-Fieber, Durchfallerkrankungen und Hautkrankheiten leicht ausbreiten.

Die Kinder in den Elendsvierteln leiden am stärksten unter der Armut ihrer Familien und sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Häufig leiden sie aufgrund von Mangelernährung und schlechten hygienischen Bedingungen an armutsbedingten Krankheiten. Manche Eltern können ihre Kinder nicht mit ausreichend Nahrung versorgen. Andere Familien haben vielleicht genug zu essen, können aber nur davon träumen, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Diese schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse stellen eine enorme Belastung für Familien dar. Wenn sie an der Armut zerbrechen, bleiben ihre Kinder häufig ohne elterliche Fürsorge zurück.

Bedarfsgerechte Unterstützung für notleidende Familien

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Indonesien in den frühen 1970er Jahren. Das Land hat in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Veränderungen durchlaufen, und unsere Aktivitäten wurden im Laufe der Zeit weiter ausgebaut, um die wachsende Zahl der notleidenden Kinder und Familien unterstützen zu können. Unsere jüngsten Familienstärkungsprogramme richten sich nach den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung.

Unsere Arbeit in Semarang


Dank des SOS-Familienstärkungsprogramms kann diese Frau jetzt vom Verkauf von Gemüse leben (Foto: SOS-Archiv) 
SOS-Kinderdorf Indonesien startete 2005 seine ersten Familienstärkungsprogramme. Gemeinsam mit den lokalen Behörden unterstützen wir Familien, die von Zerrüttung bedroht sind und deren Kinder Gefahr laufen, die elterliche Fürsorge zu verlieren. Das SOS-Sozialzentrum in Semarang bietet unter anderem Beratungen und Gemeinschaftshilfe. Wir ermöglichen Kindern den Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung und psychosozialer Betreuung. Familien erhalten Lebensmittel und Hilfe bei der Einkommensförderung und dem Umgang mit Behörden. Durch die Teilnahme an Workshops und Selbsthilfegruppen werden die elterlichen Kompetenzen und das Bewusstsein für Kinderrechte erweitert. In regelmäßigen Abständen bieten wir medizinische Routineuntersuchungen und Therapien. Im SOS-Kindergarten werden bis zu 90 Kinder den Tag über betreut. Für berufstätige Eltern ist es von großer Bedeutung, ihre Kinder in professioneller Obhut zu wissen, damit sie während der Arbeitszeiten nicht unbeaufsichtigt zurückbleiben.

Kinder, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in einer der 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von einer SOS-Mutter fürsorglich betreut. Die Kinder werden im SOS-Kindergarten und der Vorschule zusammen mit Kindern aus der Gemeinde unterrichtet. Später besuchen sie die nahegelegenen Schulen und sind dadurch gut in ihre Umgebung integriert. Die Kinder nehmen an zahlreichen Aktivitäten der Gemeinde teil, und die SOS-Familien helfen notleidenden Familien aus der lokalen Bevölkerung. So haben in der Vergangenheit Mütter und Kinder aus dem Kinderdorf Nahrungsmittel an Überflutungsopfer in der Region verteilt.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen und eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren möchten, können in die betreuten Wohngemeinschaften des SOS-Jugendprogramms ziehen. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte lernen sie Verantwortung zu übernehmen, können Zukunftsperspektiven entwickeln und zunehmend eigene Entscheidungen treffen.
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