SOS-Kinderdorf Arad (Neradim)

Israel entspricht in vielen Bereichen einem westlichen Land und der durchschnittliche Lebensstandard ist hoch. Dennoch können einige Teile der Bevölkerung nicht einmal ihre Grundbedürfnisse erfüllen. Dank der Aktivitäten von SOS-Kinderdorf Israel, haben Familien die Chance, ein erfolgreiches Leben zu führen.

Eine vielschichtige Gesellschaft mit zahlreichen Randgruppen


SOS-Kinderdorf in Arad (Foto: SOS-Archiv).
Die Stadt Arad befindet sich im Süden Israels, rund eine halbe Stunde Autofahrt vom Toten Meer entfernt. Die Bevölkerung der Stadt ist vielschichtig. Unter anderem leben dort aschkenasische, sephardische, religiöse und säkulare Juden als auch Beduinen.

Der Reichtum Israels konzentriert sich in erste Linie auf die Landesmitte. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Peripherie einen drastischen Rückgang sowohl im sozialen als auch wirtschaftlichen Bereich erlebt. Für die Familien aus diesen Gemeinden ist es häufig sehr schwierig, diesen Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. 

In der Nähe von Arad gibt es zahlreiche Beduinendörfer. Die Negev-Beduinen sind halbnomadische Hirtenvölker, die seit Jahrhunderten in der Negev-Wüste gelebt haben. Heutzutage leben rund 180.000 in diesem Gebiet, das entspricht rund einem Drittel der Bevölkerung in der Region.

Zahlreiche Negev-Beduinen leben in Armut, die Arbeitslosenraten sind hoch und der Zugang zu medizinischer Versorgung ist in den ländlichen Gebieten eingeschränkt. Einige Maßnahmen wurden seitens der Regierung eingeführt, um das Leben der Negev-Beduinen zu verbessern, wobei Bildung als eine der wichtigsten Maßnahmen angesehen wird, um dies zu erreichen.

Ganzheitliche Unterstützung für gefährdete Kinder

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Arad im Jahr 1981 mit der Errichtung des SOS-Kinderdorfs Neradim. In Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium bietet das SOS-Kinderdorf Neradim ein Zuhause für Kinder, die nicht mehr bei ihren Eltern leben können. Viele der Kinder werden von den Wohlfahrtsbehörden aus ihren Familien herausgeholt. Zahlreiche Kinder in unserer Obhut haben in ihrem jungen Leben bereits äußerst belastende Situationen bzw. schwerwiegende traumatische Erfahrungen gemacht oder haben große Bildungsmängel. Für jedes Kind wird ein eigener individueller Entwicklungsplan erstellt, um zu gewährleisten, dass sie die entsprechenden Bildungsmöglichkeiten haben und sich zu gesunden und unabhängigen Erwachsenen entwickeln. Wir stellen sicher, dass all ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Sie erhalten bedarfsgerechte Unterstützung, beispielsweise psychologische Betreuung oder Nachhilfeunterricht, wenn sie Schwierigkeiten in der Schule haben. Wir fördern die kreativen, sozialen und schulischen Kompetenzen der Kinder durch eine Reihe von Angeboten. Dazu zählen  Sport, Musik, Kunst, Kunsthandwerk, Informatik- und Englischunterricht oder die Teilnahme an Theatergruppen und vieles mehr.  

Unsere Arbeit in Arad


Ein Mädchen in unserer Obhut bedankt sich für die Chance in einem geschützten Umfeld aufzuwachsen. (Foto: SOS-Archiv).
Betreuung in Familien: Kinder aus der Region, die nicht mehr länger bei ihren Eltern leben können, finden heute in einer der 13 SOS-Kinderdorf-Familien ein Zuhause. In jeder Familie leben die Kinder gemeinsam mit ihren Geschwistern zusammen und werden von ihrer SOS-Kinderdorf-Mutter liebevoll betreut.

Bildung: Die Kinder besuchen gemeinsam mit Kindern aus der Nachbarschaft die lokalen Schulen. So finden sie Freunde und sind von klein auf in der lokalen Gemeinde  integriert.

Unterstützung für junge Menschen: Wenn junge Menschen, die in einer SOS-Kinderdorf-Familie aufgewachsen sind, 18 Jahre alt werden oder die High-School beenden, werden sie im Rahmen des SOS-Jugendprogramms bei ihrem Übergang in ein unabhängiges Leben als Erwachsene weiterhin unterstützt. Die Jugendlichen bleiben häufig in engem Kontakt mit ihrer SOS-Kinderdorf-Mutter und ihren Geschwistern.

Notfallbetreuung: 2008 wurde eine Notfallunterkunft eröffnet. Diese Unterkunft ist 24 Stunden geöffnet und bietet eine rasche Hilfestellung für Kinder, die dringend einer Betreuung bedürfen. Den Kindern wird ein sicheres Zuhause geboten, bis Entscheidungen über ihre weitere langfristige Betreuung getroffen worden sind.

Unterstützung lokaler Gemeinden: Zusätzlich haben wir vor kurzem sechs Kindertagesstätten und Nachmittagszentren für Kinder der Beduinengemeinden aus der Umgebung von Arad eingerichtet. Die Kinder können an Aktivitäten teilnehmen, sind Mitglieder in Clubs, erhalten Nachhilfeunterricht und Therapien. 


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